Pascal Rathers (33) will im Lockdown weiter für Fernfahrer da sein

dzCoronavirus und Gastronomie

Vor einem Jahr erst hat Pascal Rathers (33) sein Bistro eröffnet. Dass er jetzt schon in den zweiten Lockdown gehen muss, hätte er sich nicht vorstellen können. Aufgeben will er aber nicht.

Castrop

, 02.11.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade eben noch hat Pascal Rathers die Terrasse seines Bistros mit einer Umrandung inklusive Plexiglasscheibe versehen und Heizpilze aufgestellt. „Wenn es abends zu voll ist, sollten die Gäste auch draußen sitzen können“, sagt er und lacht kurz auf. Denn jetzt wird erst einmal niemand mehr hier sitzen, weder drinnen noch draußen.

Der zweite Lockdown trifft den Gastronomen hart. Erst vor einem Jahr hat der Castrop-Rauxeler sein Bistro eröffnet. „Es war mein Traum, eine eigene Gastronomie zu haben“, sagt Rathers, der auch Geschäftsführer des Familienunternehmens Rathers ist, einem Gastronomie-Großhandel gleich nebenan.

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Es sei gut gelaufen, so erzählt er, die Mittagskarte habe sich langsam herumgesprochen, auch bei Firmen in der Umgebung, es kämen auch Gäste regelmäßig aus der Stadt. Das ist nicht selbstverständlich. Denn das Bistro liegt etwas abseits am Westring 225 in der Nähe der Autobahnauffahrt Bladenhorst. Vier Festangestellte und vier Aushilfen arbeiten im Bistro.

Lastwagenfahrer bekommen hier ihre warme Mahlzeit und eine Dusche

Viele Lastwagenfahrer halten hier an, übernachten auf dem Parkplatz nebenan und gehen im Bistro essen. Auch duschen können sie hier. Das soll weiter gehen, so Pascal Rathers, das sei auch im ersten Lockdown noch gegangen. Die Lastwagenfahrer sind die Stammgäste, denen sich Rathers verpflichtet fühlt. Manche kommen fast täglich. „Sie sollen hier ihre vernünftige, warme Mahlzeit bekommen“, sagt er. So werden sie und andere Gäste ab Montag dann Speisen zum Mitnehmen bestellen. Auch Lieferungen bietet Rathers wie im Frühjahr wieder an.

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„Der erste Lockdown war eine sehr harte Zeit“, sagt Pascal Rathers. Damals sei es ihm noch geglückt, seine Mitarbeiter nicht in die Kurzarbeit zu schicken. Ob ihm das wieder gelingt? Er weiß es nicht. Ob er die angekündigten Hilfen in Anspruch nehmen will? Auch da zögert er: „Wer weiß, wie viel Bürokratie das ist.“

Pascal Rathers sagt auch: „Ich will so viel Normalität wie möglich.“ Dazu gehört, dass er anders als im ersten Lockdown die Speisekarte nicht reduzieren will. „Frische, saisonale Küche“, so bezeichnet Koch Silvio Kopsch (43), was er den Gästen anbietet. „Es gibt fast keine Fertigprodukte“, sagt er. Auf seiner Wochenkarte stehen gerade Farfalle mit Lammragout, Kalbsfrikadelle oder Flammkuchen. Und dienstags ist Schnitzeltag. Auch im Lockdown.

Wir halten zusammen: Gastronomen können ihre Angebote melden

Lieferservice bieten viele der mehr als 40 Restaurants in Castrop-Rauxel an. Unter dem Motto „Wir halten zusammen“ haben wir schon im Frühjahr beim ersten Lockdown die Angebote abgefragt. Das machen wir wieder: Was tun unsere Gastronomen in den kommenden vier Wochen? Vom Lieferservice bis zum Außer-Haus-Verkauf: Welche Zeiten, welche Bestellnummern, welche Regelungen?

Hier (bit.ly/wirhaltenzusammen-CAS) können alle Gastronomen ihr Angebot selbst eintragen. Wir veröffentlichen die Angebote regelmäßig aktualisiert.

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