Das EvK wurde zum Corona-Hotspot. © Ronny von Wangenheim
Coronavirus

Coronavirus im EvK: Leere Stationen und viele Schnelltests

Einige Stationen sind menschenleer. Das Coronavirus hat das Evangelische Krankenhaus lahmgelegt. 45 Corona-Patienten liegen hier. Jetzt wurden bei Mitarbeitern 140 Schnelltests gemacht.

Nach wie vor werden im Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel (EvK) viele Covid-Patienten behandelt, nach wie vor sind viele Mitarbeiter in Quarantäne. Alles wurde heruntergefahren. Doch Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Ev. Krankenhausgemeinschaft, hat das Hochfahren des Krankenhauses im Blick. Ein Schnelltest am Mittwoch (27.1.) macht Hoffnung.

Am Mittwoch meldet das EvK 45 Covid-Patienten, drei weniger als am Vortag. 63 Mitarbeiter sind noch in Quarantäne, 10 haben sich somit gesund zurückgemeldet. Etwa 50 der 63 Beschäftigten, so schätzt Gerhard Glock, Verwaltungsdirektor des EvK Castrop-Rauxel, sind mit dem Coronavirus infiziert. Alle hoffen jetzt, dass sich die Lage weiter entspannt.

Vieles wurde überprüft in den vergangenen Tagen, das Gesundheitsamt Recklinghausen war vor Ort. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert die Verwaltungsspitze die einzelnen Maßnahmen im Detail.

„Wir sind froh über jeden Mitarbeiter, der zurückkommt“

Seit 18. Januar, seit klar war, dass man ein Ausbruchsgeschehen im Krankenhaus hat, wird die Belegung heruntergefahren. Zurzeit sind nur 30 Prozent der 390 Betten belegt. Ganze Stationen, eine chirurgische, eine internistische zum Beispiel, stehen leer. „Es fehlen uns gerade 63 Mitarbeiter“, sagt Pflegedirektorin Beate Schlüter. „Wir sind froh über jeden, der zurückkommt.“

Wo sonst Frauen in der Gynäkologie behandelt werden, hat man alle Covid-Patienten zusammengelegt. Für Personal wie für Patienten gibt es ganz klare Trennungen, sagt Krankenhaushygieniker Dr. Uwe Werfel.

Testungen sind ein wichtiges Mittel, um weitere Infizierte zu ermitteln. 140 Schnelltests wurden allein am Mittwoch gemacht. „Alle waren negativ“, sagt Gerhard Glock. Das mache Hoffnung.

Generell werden Mitarbeiter einmal die Woche getestet, erläutert er. Zusätzlich könne jeder, der es möchte, täglich einen Schnelltest machen. Und die Symptomkontrolle am Morgen gehöre für jeden Beschäftigten des Krankenhauses auch dazu, ergänzt Pflegedirektorin Beate Schlüter. „Wer Symptome hat, der bleibt zu Hause.“

Seit Beginn des Ausbruchsgeschehens werden nur noch FFP2-Masken getragen

Einiges wurde in der aktuellen Situation verschärft. Das gilt zum Beispiel bei der Schutzausrüstung. Anders als im vergangenen Frühjahr sei die Beschaffung kein Problem, so Uwe Werfel. Sie werde auch separat finanziert. Wenn allerdings vor wenigen Wochen noch im „patientenfernen Einsatz“ normaler Mund-Nasen-Schutz ausreichend war, würden seit Anfang vergangener Woche nur noch FFP2-Masken getragen.

Dass diese allerdings nicht nach jedem Covid-Patienten gewechselt werden, sei Absicht, erläutert der Krankenhaushygieniker. Kittel und Handschule würden nach jedem Corona-Patienten gewechselt, die Hände jedesmal desinfiziert. Die Maske jedesmal zu tauschen, würde dagegen die Mitarbeiter eher gefährden, so Uwe Werfel.

Verschärft wurde auch die Besuchsregel. Konnte man bislang noch Patienten besuchen, die zum Beispiel länger als fünf Tage im Krankenhaus waren, geht das jetzt nicht mehr. „Es gilt ein absolutes Besuchsverbot“, so Heinz-Werner Bitter. Nur nach Absprache sind Besuche möglich, zum Beispiel bei Patienten „in schwierigen Lebenslagen“.

Bürgermeister Rajko Kravanja lobt Vorgehen des EvK in der Pandemie

Das EvK mag ein Hotspot sein. Die Hauptursache sieht Heinz-Werner Bitter allerdings nicht im Krankenhaus selbst. „Die hohe Inzidenz in Castrop-Rauxel macht uns Sorgen“, sagt er. Die Mitarbeiter kämen aus der Region, da könne das Infektionsgeschehen auch von außerhalb ins Krankenhaus gelangen. Noch eins sagt er: „Aktives, fahrlässiges Übertragen des Virus innerhalb des Krankenhauses schließen wir aus.“

Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja (l.) lobte das Pandemie-Management im EvK. Das Foto entstand am Dienstag, als Kravanja sich mit Landrat Bodo Klimpel (M.)  das Impfzentrum in Recklinghausen ansah.
Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja (l.) lobte das Pandemie-Management im EvK. Das Foto entstand am Dienstag, als Kravanja sich mit Landrat Bodo Klimpel (M.) das Impfzentrum in Recklinghausen ansah. © Stadt Castrop-Rauxel © Stadt Castrop-Rauxel

Auch Bürgermeister Rajko Kravanja äußerte sich auf Facebook zur Lage im EvK. „Die Sicherheitsmaßnahmen haben gegriffen. Die haben die Pandemie wunderbar bewältigt. Konzepte nachgeschärft. Bin da sehr, sehr sicher, dass sie das sehr gut machen“, kommentiert er dort.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.