Coronavirus

Corona: Weitere Impf-Berechtigte bekommen bald Anmeldedaten zugeschickt

Der Klinikchef ist geimpft, aber der Arzt, der in Altenheimen impft, nicht? Diese Ungerechtigkeitslücke, so sie besteht, soll nun behoben werden. Es gibt jetzt neue prioritär Impf-Berechtigte.
Das Impfzentrum in Recklinghausen: Hier gibt es spezielle Zeiten, in denen Rettungskräfte und Ärzte geimpft werden. © Kreis Recklinghausen

Das Gesundheitsministerium hat entschieden, dass einige Berufsgruppen mit höchster Priorität geimpft werden sollen. Dazu gehören Beschäftigte von Rettungsdiensten und Pflegeeinrichtungen, jetzt aber auch Ärzte oder Physiotherapeuten mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Tätigkeit.

Zum Kreis derer, die nun neu als mit hoher Priorität berechtigt sind, gehören diejenigen, die häufig in Altenheimen tätig sind oder verstärkt Corona-Infizierte behandeln. Ein Beispiel: Dr. Anton Preissig, der im Dezember die ersten Impfungen in Castrop-Rauxel vornahm. Er nahm sich am Ende eines Impftages zwei verbleibende Dosen, die er sonst hätte verwerfen müssen, und impfte damit sich selbst und eine Mitarbeiterin. Später hatte er weitere Impftermine.

Die Anmeldung zur Impfung für diese Berufsgruppen ist nun über ein Online-Portal möglich, kündigt der Kreis Recklinghausen an.

Dem Impfzentrum des Kreises seien von den jeweiligen Berufsverbänden diejenigen Praxen, Ärzte und Therapeuten benannt worden, die die Kriterien erfüllen, um mit höchster Priorität geimpft zu werden. Sie bekämen kurzfristig eine Mail mit einem Link und Zugangsdaten, um sich über das Portal für die Impfung anmelden können, hieß es am Freitag (19.2.). „Dieses Anmeldeverfahren ist ausschließlich den vom Ministerium vorgesehenen Personengruppen vorbehalten, es gilt nicht für die gesamten Berufsgruppen“, erklärte Sprecherin Svenja Küchmeister.

Sollte eine Praxis regelmäßig für Behandlungen in Pflegeeinrichtungen sein oder Corona-Infizierte behandeln und in den nächsten Tagen keine Mail vom Impfzentrum bekommen, kann sie sich unter der Mailadresse iz01@kreis-re.de melden. In solchen Fällen muss eine Bescheinigung der Pflegeeinrichtung, in der die Beschäftigten regelmäßig tätig sind, vorgelegt werden.

Entsprechend den Vorgaben des Landes werden im Impfzentrum Personen unter 65 Jahren mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft. Für Impfberechtigte, die 65 Jahre oder älter sind, ist derzeit der Impfstoff von Biontech/Pfizer vorgesehen.

Zuletzt war bekannt geworden, dass sich in einigen Einrichtungen, Kliniken oder Rettungswachen, auch zum Teil leitendes Personal mit Impfstoff versorgt hatte, das eigentlich von Berufs wegen kaum Kontakt zu Corona-Infizierten hat. Das hatte für ein negatives Echo in der Öffentlichkeit gesorgt. Die Impfreihenfolge ist eigentlich streng definiert. Einige Lücken wurden nun durch das Ministerium gefüllt.

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.