Corona-Maske in Grundstein am EvK-Gesundheitscampus versenkt

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Der Gesundheitscampus entsteht und mit ihm Vorfreude und Hoffnungen. Bei der Grundsteinlegung wurde in dessen Kapsel eine Corona-Maske versenkt. In den Worten der Macher lag viel Euphorie.

Castrop-Rauxel

, 17.10.2020, 04:30 Uhr

In diesem und im nächsten Jahr endet eine lange Phase des Planens: Vor dem Evangelischen Krankenhaus (EvK) in Castrop-Rauxel sollte schon 20 Jahre lang etwas auf der Ackerfläche zur B235 entstehen. Etwas, das in einen Gesundheitscampus passt. Jetzt entsteht dort das Projekt, das diesen Namen im Zusammenhang mit den Einrichtungen des EvK dahinter mehr als verdient. Für 50 Millionen Euro wird nun anderthalb Jahre lang gebaut.

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Am Freitag (16.10.) um 13 Uhr legten die Macher und Entscheider den Grundstein für eines der größten Bauprojekte dieser Jahre in ganz Castrop-Rauxel. Sie versenkten eine Kapsel mit einer Tageszeitung, das ist so üblich, aber auch mit einer Münze vom Projektpartner Sparkasse und eine Corona-Atemschutzmaske. EvK-Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter sagte, er hoffe, dass man damit vor jeder Pandemie, die noch kommen möge, gewappnet sei.

Die finanzielle Verantwortung trägt der Investor, die Confirmus GmbH aus Herne. Deren Geschäftsführer Bernd Kaffanke und Jürgen Dietz hätten immer wieder auch Zeiten erlebt, in denen es Ärger um die Baupläne gab.

„Ohne Sie wäre das nicht möglich gewesen“

„Sie, Herr Bitter“, sagte Bernd Kaffanke bei der Grundsteinlegung, „haben immer wieder geholfen, wenn ich in Tiefen war. Sie waren bei jedem Termin dabei, auch wo es knirschte und krachte. Ohne Sie wäre das nicht möglich gewesen.“

Der Grundstein für den EvK-Gesundheitscampus ist gelegt. Anfang 2022 soll hier alles fertig sein: Pflegeheim, Zentralküche, Kita, Johanniter-Hausnotrufzentrale und Zentralapotheke entstehen hier in der Zwischenzeit. Die Baukosten liegen bei 50 Millionen Euro.

Der Grundstein für den EvK-Gesundheitscampus ist gelegt. Anfang 2022 soll hier alles fertig sein: Pflegeheim, Zentralküche, Kita, Johanniter-Hausnotrufzentrale und Zentralapotheke entstehen hier in der Zwischenzeit. Die Baukosten liegen bei 50 Millionen Euro. © Tobias Weckenbrock

Zwar könne man aufgrund des geltenden Baurechts hier nicht auch noch Flächen für die Wohnbaunutzung schaffen. Das gehöre zu den Projekten von Kaffanke dazu. „Aber dann wären wir unter Einbezug eines Nachbargrundstücks wohl erst in sechs Jahren bei Baureife gewesen“, sagte Kaffanke.

Er nannte einfach ein paar Zahlen, die für ihn der Grund gewesen sei, das Projekt trotzdem hier zu verwirklichen: 45, 2, 42, 40, 43. Er meinte damit die umliegenden Autobahnen, die diesen Standort für ihn zu einem idealen machten.

Künftig will man von hier aus die rund 1000 Pflegebetten in Seniorenheimen der Protea Care, der Betreiberfirma von Kaffanke und Dietz, mit Essen aus einer neuen Großküche beliefern. Die wird von Rebional betrieben und will 5000 Mahlzeiten am Tag – selbst gekocht und mit hohem Bio-Anteil – zubereiten und fertig ausliefern. „Der Radius mit einer Stunde Fahrzeit reicht von hier bis Duisburg. Und die Zentral-Apotheke hat die gleichen fantastischen Verkehrsbedingungen“, sagt Kaffanke.

Partner für ein Riesen-Projekt: Heinz-Werner Bitter (l.), Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel, mit den Geschäftsführern Bernd Kaffanke und Jürgen Dietz (r.) von der Projektentwicklungs-Gesellschaft Confirmus und der Pflegeheim-Betreibergesellschaft Protea Care.

Partner für ein Riesen-Projekt: Heinz-Werner Bitter (l.), Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel, mit den Geschäftsführern Bernd Kaffanke und Jürgen Dietz (r.) von der Projektentwicklungs-Gesellschaft Confirmus und der Pflegeheim-Betreibergesellschaft Protea Care. © Tobias Weckenbrock

Zentraler Bestandteil des Campus wird ein Seniorenheim mit 80 Plätzen, unter anderem 27 Kurzzeitpflege-Plätze, sein, das auch eine Hausnotruf-Zentrale der Johanniter beherbergen wird. Nebenan baut die Confirmus eine sechsgruppige Kita mit 110 Betreuungsplätzen, die vom Evangelischen Kirchenkreis betrieben wird.

EvK-Geschäftsführer Bitter sagte, man versuche hier seit zwei Jahrzehnten, mit der Stadt etwas zu entwickeln. „Mit dem Investor zusammen haben wir nun etwas so Großes geschafft, das wir allein gar nicht hätten stemmen können. Davon profitieren wir. Unser Beitrag ist, ein verlässlicher Partner zu sein.“

Er baue seit 35 Jahren als Bauträger und Investor, aber hier sei Bitter noch lieber dabei, „weil es nicht unser Geld ist, das hier verbaut wird. Ich sehe das Projekt mit Gelassenheit und hoffe jeden Morgen, dass es Ihnen gut geht, Herr Kaffanke.“

Man profitiert gegenseitig

Auf dem Gelände biete man künftig verschiedenste Facetten, und das an einem in den 70er-Jahren eigentlich als Mittelpunkt von Castrop-Rauxel geplanten Ort in Rathaus-Nähe. Man profitiere gegenseitig voneinander. Die Zentralapotheke zum Beispiel soll die Medikamenten-Versorgung deutlich verbessern: Hier werden auf die Patienten zugeschnittene Tagesrationen verblistert, sodass es zu deutlich weniger Fehlgaben komme.

In der zusätzlichen Kita werde man reichlich Betreuungsplätze haben und so auch als EvK ein attraktiverer Arbeitgeber für Pflegekräfte werden. Rund 200 Arbeitsplätze sollen insgesamt entstehen. Etwa Anfang 2022 soll alles fertig sein.

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