Corona-Krise wird zur großen Stunde der Kleingartenanlagen

dzCoronavirus

Die Corona-Krise führt zu Problemen in allen Lebensbereichen. Denkt man. Sie führt aber auch zu einer unerwarteten Nachfrage. Man frage nach bei den Kleingärtnern in Castrop-Rauxel.

Castrop-Rauxel

, 12.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise hat das Land seit Wochen fest im Würgegriff. Das öffentliche Leben lag lange komplett brach, der Lockdown führte zur Schließung von Läden, Schulen, Restaurants, Spielplätzen. Private Besuche waren erst tabu, sind jetzt toleriert. Aber eigentlich gilt immer noch die Devise der Kanzlerin: Bleibt zu Hause, geht kein Risiko ein.

Da sind in den sonnigen Tagen der letzten Wochen gerade die Familien gut dran, die mit ihren Kindern in den eigenen Garten können, wenn die lieben Kleinen schon nicht in die Schule, in die Kita, auf den Spielplatz oder zu ihren Spielkameraden dürfen.

Die große Stunde der Kleingarten-Szene

Und genau damit hat jetzt auch endgültig die große Stunde der Kleingärten geschlagen. „Wir haben gerade einen echten Ansturm auf unsere Kleingartenanlagen erlebt“, schildert Stefan Bevc, Chef der Kleingärtner im Bezirksverband und selbst Kleingärtner in der Anlage Nord, die Situation. „Wir führen inzwischen Wartelisten für Interessenten, die einen Kleingarten pachten möchten“, so Bevc weiter. Wenn ein Gärter seinen Garten aufgibt, steht der Nachfolger schon parat.

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Bei Ebay-Kleinanzeigen fanden sich am 12. Mai noch zwei Angebote in Castrop-Rauxel. Das war nicht immer so. Lange wurde das Kleingartenwesen vielfach als typisch deutsche Spießigkeit angesehen. Wer musste zudem schon eigenes Gemüse anbauen, wenn man im Supermarkt alles frisch oder aus der Kühlung bekommt?

Nachhaltigkeit spricht für eigenen Anbau

Das Bild drehte sich in den letzten Jahren schon etwas, als immer mehr Menschen auf Nachhaltigkeit auch in der Ernährung setzen, seit der Anbau des eigenen Gemüses in Zeiten von Klimawandel, Nitratbelastung mancher landwirtschaftlicher Böden und der verstärkten Nachfrage nach Bioprodukten in der Mitte der Bevölkerung angekommen ist.

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Jetzt aber wird der eigene Garten auch als Fluchtpunkt aus den eigenen vier Wänden als Rückzugsort in Corona-Zeiten gesucht. „Das haben wir ganz deutlich gemerkt“, so Stefan Bevc. Denn die Kleingärten gelten nicht als Öffentlichkeit, sondern werden vom Land laut Bevc ebenso als Privatraum gesehen wie der Garten am eigenen Haus.

Keine Gemeinschaftsaktionen

In den Kleingärten herrscht daher gerade reges Treiben. „Aber wir haben natürlich derzeit keine Gemeinschaftsaktionen, leisten Pflichtstunden nicht in großer Runde, sondern höchsten in Zweiergruppen mit Abstand“, so Bevc zu unserer Redaktion. Auch die Vereinsheime seien in der Regel geschlossen und die Spielplätze hatte man analog zur Stadt bis zum vergangenen Donnerstag abgeriegelt.

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Aber im einzelnen Kleingarten sind die Gärtner gerade verstärkt unterwegs, denn dort gibt es im Frühjahr viel Arbeit. Aber in Corona-Zeiten auch viel Erholungsraum.

Kleingartenverband

  • Dem Bezirksverband Castrop-Rauxel/Waltrop gehören 16 Vereine mit 1449 Mitgliedern an.
  • Alle Anlagen sind in den Bebauungsplänen der Städte Castrop-Rauxel und Waltrop als Dauerkleingartenanlagen ausgewiesen. Ihr Bestand ist also gesichert.

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