Corona-Kontakt in Schule oder Kita, was jetzt? Die Regeln im Überblick

Corona-Maßnahmen

Die Corona-Fälle in Schulen und Kitas häufen sich. Doch nicht immer ist klar, wie man sich in einer solchen Situation verhalten muss. Die folgenden Regeln gilt es im Ernstfall zu beachten.

Castrop-Rauxel

, 22.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aufgrund der hohen Fallzahlen ist die Kontakverfolgung beispielsweise in Schulen nicht immer zu gewährleisten.

Aufgrund der hohen Fallzahlen ist die Kontakverfolgung beispielsweise in Schulen nicht immer zu gewährleisten. © picture alliance/dpa

Fast drei Wochen dauert der „Lockdown light“ nun schon an. Die Inzidenzwerte sind allerdings weiterhin hoch. Die Konsequenz: Die lückenlose Nachverfolgung von Corona-Kontakten ist nahezu unmöglich. Vor allem in den Schulen und Kitas wird das zum Problem. Um im Ernstfall zu wissen, welche Schritte ergriffen werden müssen, haben wir einen kleinen Überblick der derzeit geltenden Regeln angefertigt:

Keine Auskunft von den zuständigen Behörden

Was tun, wenn in einer Schule oder Kita ein Corona-Fall aufgetreten ist, vom Gesundheitsamt allerdings keine weiteren Informationen für die Kinder und Angehörigen zu erhalten sind? So ist es einem Leser ergangen, der sich an unsere Redaktion gewandt hat und den Umgang der Behörden mit einem Corona-Fall an der Willy-Brandt-Gesamtschule (WBG) kritisiert.

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Doch die Erfahrungen an der WBG sind kein Einzelfall, denn immer häufiger hängen Schüler, Kinder, Eltern und Angehörige infolge eines Corona-Falls beim weiteren Vorgehen in der Luft. Vom Kreis Recklinghausen gibt es zumindest Rahmenbedingungen, die in einer solchen Situation beachtet werden sollten. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem Vorgehen an Schulen und Kitas:

Schulen:

  • Üblicherweise bleiben die engen Kontakte, also beispielsweise die direkten Sitznachbarn davor, dahinter und daneben, als „Kontaktpersonen der Kategorie 1“ für 14 Tage in Quarantäne. Sie werden auch zum Test angemeldet. Alle weiteren Schüler aus der Klasse gelten in der Regel als „Kontaktpersonen der Kategorie 2“ und können weiterhin ganz normal zur Schule gehen.
  • Zu prüfen ist, ob das positiv getestete Kind auch in der Offenen Ganztagsschule war. Sollte das der Fall sein, muss auch diese Gruppe berücksichtigt und eventuell in Quarantäne geschickt werden.
  • Auf andere Klassen hat der positive Fall keine Auswirkungen.


Kitas:

  • Die betroffene Gruppe inklusive der Beschäftigten wird auf Veranlassung des Gesundheitsamts getestet.
  • Da im Regelfall nicht eindeutig festzulegen ist, welche Kinder engen Kontakt zu der positiv getesteten Person hatten, bleibt üblicherweise die komplette Gruppe als „Kontaktpersonen der Kategorie 1“ für 14 Tage in Quarantäne.
  • Wenn nicht eindeutig geklärt werden kann, ob die positiv getestete Person auch engen Kontakt zu den anderen Gruppen hatte, oder es ein offenes Konzept ohne räumliche Trennung der Gruppen gibt, müssen auch diese in Quarantäne gehen.

Sowohl für Schulen als auch Kitas gilt:

  • Die Testergebnisse werden den Getesteten schriftlich durch das beauftragte Labor zugestellt. Dies kann, abhängig von der Auslastung des Labors, mehrere Tage dauern. Positive Testergebnisse werden vom Labor sofort dem Gesundheitsamt gemeldet.
  • Das Gesundheitsamt meldet sich telefonisch bei positiv Getesteten. Wer ein positives Testergebnis bekommt, muss sich entsprechend der Allgemeinverfügung sofort in Quarantäne begeben.
  • Neben dem Standardverfahren prüft das Gesundheitsamt auch, ob im Einzelfall weitere Maßnahmen notwendig sind. Darüber hinaus wird bei der Kontaktpersonennachverfolgung auch geprüft, welche weiteren Kontaktpersonen es gibt.

Unterdessen sieht sich das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen regelmäßig mit der Frage konfrontiert, ob das Personal die Anforderungen der Pandemie bewältigen kann.

Die Antwort des Kreises darauf lautet: „Seit Beginn der pandemischen Entwicklung bewerten wir die Situation immer wieder neu und stocken das Gesundheitsamt nach Bedarf auf. Aktuell arbeiten ca. 100 Personen in diesem Bereich. Dazu gehören Ärzte aus den Nebenstellen, externe Kräfte aber auch fachfremde Kollegen aus unserer Verwaltung, die speziell für die aktuelle Tätigkeit intern geschult worden sind und bei der Bewältigung der Lage helfen.“

Weitere Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus

Zusätzlich zu diesen Regeln erhalten Sie auf der Internetseite des Kreises Recklinghausen weiterführende Informationen. Dort gibt es unter anderem Antworten auf die Fragen:
  • „Welche Ärzte führen Tests durch?“
  • „Was muss ich machen, wenn ich den Verdacht habe, erkrankt zu sein“?
  • „Welche Verhaltensregeln gelten für die häusliche Isolation?“
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