Corona: Infizierten-Kurve steigt und der Krisenstab tagt wieder öfter

dzCoronavirus

Kommt die zweite Corona-Welle? Der Krisenstab des Kreises tagt schon wieder öfter und das Nachverfolgungsteam wird verstärkt. Die Infizierten-Kurve in Castrop-Rauxel spricht für sich.

Castrop-Rauxel

, 06.08.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ist das schon die berühmt-berüchtigte zweite Corona-Welle, die da gerade anrollt? Seit einigen Tagen steigen die Fallzahlen der Virus-Erkrankungen in Castrop-Rauxel, im Kreis Recklinghausen und in der Region auf jeden Fall wieder zusehends an.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat längst vor dem Risiko einer zweiten Welle gewarnt, viele Urlaubs-Rückkehrer aus Risikogebieten haben das Virus mitgebracht. In Nordrhein-Westfalen wurden allein am Donnerstag (6.8.) so schon 425 Neuinfizierte registriert. Und auch der Kreis Recklinghausen stellt sich auf weiter steigende Zahlen ein.

Ein Mann aus Gladbeck ist gestorben

Landrat Cay Süberkrüb: „Besonders Reiserückkehrer stellen für das Gesundheitsamt aktuell eine große Herausforderung dar. Leider zeigt sich, dass mehrere Bürger das Virus aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht haben.“ Eine weitere Problematik könne mit der Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen und Kitas entstehen.

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Die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Menschen im Kreis Recklinghausen beläuft sich aktuell auf 1575. Als genesen gelten davon 1435. Es gibt bisher 42 Todesfälle. Zuletzt ist jetzt ein 97-jähriger Mann aus Gladbeck gestorben, der positiv auf das Virus getestet wurde.

Die Infektionskurve in Castrop-Rauxel zeigt seit einigen Tagen ebenfalls noch keine dramatischen, aber kontinuierlich steigende Werte an. War man vor knapp vier Wochen noch am Punkt eines längeren Null-Wachstums, so ist man davon wieder entfernt.

Aktuell bekannte Fälle / Genesene / Todesfälle:

Castrop-Rauxel 154 / 142 / 3

Datteln 70 / 58 / 1

Dorsten 163 / 155 / 5

Gladbeck 318 / 280 / 23

Haltern am See 86 / 85 / 0

Herten 112 / 102 / 1

Marl 173 / 149 / 1

Oer-Erkenschwick 211 / 206 / 3

Recklinghausen 214 / 195 / 4

Waltrop 74 / 63 / 1

Zwar sind die Zahlen aktuell noch weit von den Höchstzahlen im Frühjahr entfernt, dennoch sieht die Kreisverwaltung in den aktuellen Entwicklungen jetzt Handlungsbedarf.

Kontaktnachverfolgungs-Team wird aufgerüstet

Das betrifft vor allem den Bereich der Kontaktnachverfolgung. Die soll einer der wichtigsten Schlüsselbereiche im Kampf gegen die Pandemie sein. Nur durch die schnelle Ermittlung und Verfolgung von Kontaktpersonen sei es möglich, Infektionsketten zu unterbrechen, so heißt es.

Das Team des Kreises dafür, das zwischenzeitlich aus rund 100 Personen bestand, wurde durch die zunächst positiven Entwicklungen reduziert und muss nun wieder verstärkt werden, so Kreis-Sprecherin Lena Heimers.

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Dazu werden jetzt externe Kräfte, aber vor allem auch Verwaltungsmitarbeiter eingesetzt. Lena Heimers: „Letzteres hat erneut zur Folge, dass diese in anderen Verwaltungsbereichen fehlen. Zusätzlich sind außerdem mehr Mitarbeiter beim Infotelefon eingesetzt, das ein deutlich erhöhtes Anrufaufkommen stemmen muss.“

Verwaltung muss Mitarbeiter abziehen

Dort gingen nicht nur Fragen von Bürgern ein, sondern auch die Rückmeldungen der Reiserückkehrer, die verpflichtet sind, sich beim Gesundheitsamt zu melden.

Alle Bereiche der Kreisverwaltung sind laut Lena Heimers zwar weiter für die Menschen im Kreisgebiet da, es kann aber dazu kommen, dass weniger Termine angeboten werden und Bearbeitungszeiten sich verlängern. Weiterhin gilt, dass der Besuch der Verwaltungsgebäude nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich ist.

Wegen steigender Zahlen werden in Recklinghausen nicht nur die Kontaktnachverfolgung und das Infotelefon personell gestärkt, auch der Krisenstab trifft sich wieder häufiger. „Bitte achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen. Halten Sie sich weiterhin an Hygieneregeln, Maskenpflicht und Mindestabstände“, appelliert Süberkrüb an die Solidarität der Bürger.

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