Das Rathaus und die komplette Stadtverwaltung werden nicht von Corona-Fällen verschont. Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren, gibt es viele Auflagen und viel Arbeit im Homeoffice. © Stadt
Coronavirus

Corona in der Stadtverwaltung: Keine Zahlen, viele Veränderungen

Die Stadtverwaltung ist der größte Arbeitgeber in Castrop-Rauxel. Von Corona-Erkrankungen bei Stadtmitarbeitern hört man aber nichts. Das hat seinen Grund, wie die Stadt uns erläuterte.

Was für Firmen oder Schulen oder Kindertagesstätten gilt, das muss auch für die Castrop-Rauxeler Stadtverwaltung gelten: Auch Mitarbeiter der Stadt waren und sind von einer Corona-Erkrankung betroffen. In die Öffentlichkeit drang das bisher nicht. Warum?

Aus Datenschutzgründen, so ergab jetzt eine Anfrage unserer Redaktion, veröffentliche die Stadtverwaltung keine Zahlen dazu oder mache Angaben über Krankheitsverläufe.

Seit Beginn der Pandemie habe es die Stadtverwaltung trotz der Corona-Fälle in den eigenen Reihen aber „geschafft, alle wichtigen Serviceleistungen unter den Corona-bedingten Einschränkungen aufrecht zu erhalten“, beantwortete Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann unsere Anfrage.

Bis zu 65 Prozent können im Homeoffice arbeiten

Aus Quarantäne-Gründen habe es ausschließlich kurzzeitige Personalausfälle gegeben. Bei einer drohenden infektionsbedingten Einschränkung einer Abteilung oder eines Bereichs hole man andere Mitarbeiter zu Hilfe.

Seit Februar/März 2020 habe die Stadtverwaltung für ihre Beschäftigten die Möglichkeiten zum Homeoffice stark ausgebaut. Bis zu 65 Prozent des Personals könnte demnach zeitweise im Homeoffice arbeiten, schätzt die Personalabteilung der Stadt. Ob Mitarbeiter ins Homeoffice gehen können, werde in Absprache mit der jeweiligen Bereichsleitung geregelt. Maresa Hilleringmann: „Während der Corona-Pandemie gilt die Sonderregelung, dass dies dort ohne Genehmigungsverfahren nach den jeweiligen Diensterfordernissen vereinbart werden kann.“

Da der Bedarf an „Arbeit von zu Hause aus“ auch bei der Stadt stark gestiegen sei, habe man kurzfristige Möglichkeiten etabliert, dies umzusetzen: Neben der Nutzung von Dienstlaptops können virtuelle Profile auf dem eigenen Rechner eingerichtet werden zur sicheren Einwahl in das Stadt-Netzwerk. Durch die Nutzung einer sogenannten E-Akte und einen elektronischen Rechnungsworkflow mit zentraler Scanstelle sei das Arbeiten von zu Hause aus für die Stadt-Mitarbeiter umfänglich möglich.

Stadt hat 2020 digital sehr aufgerüstet

Knapp 300 Zugänge für das Homeoffice seien aktuell über diese Wege eingerichtet. Allein 2020 habe man 100 Laptops, die zum Teil von mehreren Personen genutzt werden, 130 Headsets und 80 Webcams für die Stadtverwaltung beschafft. Auch Dienstbesprechungen und Termine mit Externen könnten mit einer Videokonferenzplattform seit März digital stattfinden, um den Dienstbetrieb sicherzustellen.

Einige Aufgaben der städtischen Mitarbeiter sind natürlich nicht im Homeoffice leistbar. So gehen die Außendienstmitarbeiter des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen vor Ort ihrer Arbeit nach, die Mitarbeiter der städtischen Kindertageseinrichtungen betreuen in den Einrichtungen, die Kolleginnen und Kollegen im Bürgerbüro erledigen termingebunden die Dienstleistungsanfragen, der Kommunale Ordnungsdienst und die Politessen sind im Außendienst unterwegs, und auch für die Reinigungskräfte, die in Schulen und anderen städtischen Einrichtungen eingesetzt sind, kann es beispielsweise kein Homeoffice geben.

Präsenztermine auf ein Minimum reduziert

Wie Maresa Hilleringmann weiter erläuterte, wende sich Bürgermeister Rajko Kravanja regelmäßig mit Mitarbeiterbriefen an alle und weise auf die nötigen Corona-Schutzmaßnahmen hin. Zu diesen Maßnahmen gehöre es auch, Präsenztermine intern und extern seit Dezember auf das absolut notwendige Maß zu reduzieren und stattdessen durch Telefonate oder Videokonferenzen zu ersetzen. Maresa Hilleringmann: „Auch am Personalein- und -ausgang im Rathaus herrscht eine Einbahnstraßenregelung und die Fahrstühle im Rathaus sind nur von einer Person zu nutzen.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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