Noch wird in den Pflegeheimen geimpft, ab Februar dann auch im Impfzentrum in Recklinghausen. © dpa
Coronavirus

Corona-Impfungen: Kreis Recklinghausen liegt beim Tempo nicht vorn

Die Impfungen im Land gehen voran. Der Kreis Recklinghausen liegt im Vergleich nicht vorne. Noch sind Pflegeeinrichtungen dran. Ab 25. Januar können sich alle Menschen über 80 zur Impfung anmelden.

Seit dem 27. Dezember werden die Bewohner und die Pflegekräfte in Pflege- und Seniorenheimen geimpft. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) organisiert den Einsatz mobiler Impfteams. Ab Februar werden dann auch die Impfzentren zum Einsatz kommen. Die KVWL hat dazu erste Informationen veröffentlicht.

Seit dem 11. Januar informiert der Verband außerdem regelmäßig darüber, wie viele Menschen in den Städten der Region gegen die Krankheit Covid-19 geimpft worden sind. Der Kreis Recklinghausen steht dabei zahlenmäßig nicht schlecht da. Im Vergleich zur Einwohnerzahl ist die Quote allerdings geringer als anderswo.

Im Kreis Recklinghausen wurden bis zum Montag 4355 Menschen geimpft. Bezogen auf die Einwohnerzahl von rund 615.000 sind das 0,71 Prozent der Bevölkerung. Noch am Montag hatte die KVWL für den Kreis eine Erstimpfung von 3747 Menschen gemeldet, 0,61 Prozent. Eine Corona-Infektion durchgemacht haben bislang rund 18.000 Menschen. 370 Menschen sind an den Folgen von Corona gestorben, rund 2000 gelten als akut infiziert.

Ländlichere Regionen liegen vorne

Spitzenreiter ist zahlenmäßig der Landkreis Steinfurt mit seinen rund 460.000 Einwohnern. Dort wurden bis einschließlich 11. Januar 6580 Menschen geimpft. Dortmund mit 590.000 Einwohnern hat als größte Stadt im KVWL-Gebiet nur die zweitmeisten Geimpften mit 5254. In Münster mit rund 310.000 Einwohnern sind 4307 Menschen geimpft. Bislang wurden in der ganzen KVWL-Region bislang 80.585 Menschen geimpft.

Der Blick auf die Zahlen in der gesamten KVWL-Region zeigt, dass sich die Impfungen ungefähr zur Hälfte auf die Bewohner von Pflegeeinrichtungen und zur Hälfte auf Pflegekräfte in den Pflege- und Seniorenheimen verteilen. Im Kreis Recklinghausen sind 2263 Bewohner (52 Prozent) und 2092 Pflegekräfte (48 Prozent) erstmals geimpft.

KVWL-Sprecherin Heike Achtermann teilt mit, dass bis Ende Januar alle der laut NRW-Gesundheitsministerium berechtigten Heime mit der ersten Schutzimpfung versorgt sein sollen. Die zweite Impfrunde solle in der kommenden Woche starten. Sie soll Ende Februar abgeschlossen sein. Die zahlenmäßigen Unterschiede in Kreisen und Städten hätten viele Gründe, so Heike Achtermann: Heime melden Zahlen erst später, andere können wegen Coronafällen noch nicht von den mobilen Teams besucht werden.

Ab 1. Februar soll auch in den Impfzentren geimpft werden

Die Impfzahlen beziehen sich bisher nur auf die Pflegeeinrichtungen, weil auch nur dort geimpft wurde. Wo die Zahlen aus den Krankenhäusern demnächst mitgeteilt werden, steht noch nicht fest. Das Rochus-Hospital in Castrop-Rauxel zum Beispiel will ab dem 18. Januar sein medizinisches Personal impfen. Wenn das Impfzentrum in Recklinghausen im Februar den Betrieb aufnimmt, würden in jedem Fall auch diese Zahlen von der KVWL mitgeteilt, so Heike Achtermann.

Laut NRW-Gesundheitsministerium soll es in ganz Nordrhein-Westfalen am 1. Februar soweit sein: Geimpft werden dann zunächst Bürger, die 80 Jahre oder älter sind und einen Termin vereinbart haben. Insgesamt leben im Kreis Recklinghausen 44.000 Menschen über 80 Jahren.

Die Kommunen werden im Auftrag von Karl-Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminister, in den nächsten Tagen ein Informationsschreiben an die mehr als 300.000 Impfberechtigten in Westfalen-Lippe verschicken. Die Terminvergabe erfolgt online und telefonisch ab Montag, 25. Januar, 8 Uhr.

Termin ist nur nach Erhalt des Informationsschreibens möglich

Die KVWL weist darauf hin, dass zunächst ausschließlich die Bürger berechtigt sind, einen Termin zu vereinbaren, die das Informationsschreiben erhalten haben. Eine Terminvergabe vor dem 25. Januar findet nicht statt, es gibt auch keine Wartelisten.

Die KVWL schreibt dazu: „Wann jemand einen Termin bekommt, wann die weiteren priorisierten Personengruppen dran sind, welcher Impfstoff verimpft wird – all diese Fragen hängen in erster Linie von einem Faktor ab: Der Impfstoffverfügbarkeit. Wir sind zuversichtlich, dass uns in den nächsten Wochen zunehmend mehr Impfdosen zur Verfügung stehen werden, sodass auch immer mehr Menschen geimpft werden können.“

Hinweise zur Impfung

  • Wer geimpft werden möchte, muss impfberechtigt sein. In der ersten Phase sind dies Personen, die 80 Jahre oder älter sind.
  • Eine Impfung ist nur mit Termin möglich. Die Terminvergabe erfolgt in Westfalen-Lippe ab 25. Januar zum einen online unter www.116117.de . Darüber hinaus werden Termine auch unter den kostenfreien Telefonnummern 116 117 und ausschließlich in Westfalen-Lippe auch unter 0800 116 117 02 (täglich von 8 bis 22 Uhr) vergeben.
  • Die Terminvereinbarung können auch Angehörige oder Vertrauenspersonen übernehmen.
  • Um einen vollständigen Impfschutz zu gewährleisten, wird neben dem Termin für die Erstimpfung auch ein weiterer Termin für die zweite Schutzimpfung vereinbart.
  • Zu Beginn kann es aufgrund der großen Nachfrage zu längeren Wartezeiten am Telefon kommen.
  • Ausführliche Informationen finden Interessierte unter www.corona-kvwl.de
Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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