Umgang mit Corona-Fall an Willy-Brandt-Gesamtschule verärgert Vater

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An der WBG ist ein Corona-Fall aufgetreten. Obwohl der betroffene Schüler noch kurz zuvor am Unterricht teilnahm, lief der Unterricht offenbar normal weiter. Das stößt auf Unverständnis.

Castrop-Rauxel

, 19.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nun hat es auch die Willy-Brandt-Gesamtschule erwischt. Ein Schüler der Jahrgangsstufe 7 wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das Besondere: Der Fall ist den Behörden schon seit vergangener Woche bekannt. Doch obwohl der Schüler noch am Montag (9.11.) am Unterricht teilnahm, wurden keine weiteren Maßnahmen eingeleitet. Das Vorgehen stößt bei den Eltern teilweise auf großes Unverständnis.

Mutter des Schülers zuvor positiv getestet

Mit der Willy-Brandt-Gesamtschule ist nun die zehnte Schule in Castrop-Rauxel von einem positiven Corona-Fall betroffen. Doch anders als beispielsweise an der Fridtjof-Nansen-Realschule oder der Lindenschule hat das Gesundheitsamt an der WBG keine weiteren Maßnahmen eingeleitet.

Weil seine Mutter positiv auf das Coronavirus getestet wurde, habe sich ein Siebtklässler am Dienstag (10.11.) vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben, erzählt der Vater eines Mitschülers, der anonym bleiben möchte.

Tags zuvor – am Montag – habe der Junge allerdings noch regulär am Schulunterricht teilgenommen.

Nachdem der betroffene Schüler ebenfalls getestet wurde, sei auch bei ihm das Virus nachgewiesen worden. Die Schule sei dem Vater des Mitschülers zufolge am Donnerstag (12.11.) über dieses Ergebnis informiert worden.

Keine Informationen von den offiziellen Stellen

„Von Seiten der Behörden wurden aber keine weiteren Maßnahmen eingeleitet. Das haben selbst die eigenen Lehrer nicht verstanden“, betont der Vater. Dabei habe der infizierte Schüler noch am Montag ganz normalen Kontakt zu den anderen Schülern und Lehrern gehabt.

„Die Klassenlehrerin hat uns dann an diesem Montag mitgeteilt, dass ein Schüler positiv getestet worden ist. Von offizieller Stelle haben wir bislang keinerlei Informationen bekommen“, erklärt der Vater, dessen Sohn nach seinen Angaben in der Klasse unmittelbar neben dem infizierten Jungen sitzt.

Sowohl Anrufe beim zuständigen Gesundheitsamt als auch bei der offiziellen Corona-Hotline in Düsseldorf seien erfolglos gewesen. „In Düsseldorf hat man uns einfach zurück an das Gesundheitsamt verwiesen. Dort ist allerdings lediglich der Anrufbeantworter angesprungen“, so der Vater. Auskünfte darüber, wie sich die Familie nun zu verhalten habe? Fehlanzeige.

„Vorgehen aus meiner Sicht grob fahrlässig“

Auch ein Anruf bei der Hausarzt-Praxis habe keine Abhilfe leisten können, so der Vater: „In der Praxis sagte man uns, dass wir uns einen Test abholen können und diesen eigenständig durchführen sollten, unabhängig vom dann erhöhten Infektionsrisiko.“ Schlussendlich habe er in Absprache mit der Klassenlehrerin entschieden, seinen Sohn für die derzeit vorgeschriebene Quarantänezeit aus dem Unterricht zu nehmen. Bis Mittwochnachmittag gab es bei dem Sohn keine Anzeichen auf eine Infektion.

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Die Stadt Castrop-Rauxel begründet den Verzicht auf weitere Maßnahmen wie unter anderem eine mögliche Reihentestung der Schüler oder weitere Quarantäneanordnungen damit, „dass die betroffene Person längere Zeit nicht an der Schule war“, so Pressesprecherin Uta Stevens.

Für den Vater keine zufriedenstellende Erklärung: „Der Junge war am Montag noch im Unterricht. Am Tag darauf hat er sich in Quarantäne begeben und wurde dann positiv getestet. Das ist doch kein langer Zeitraum, da können sich doch auf jeden Fall noch weitere Schüler angesteckt haben. Das ist aus meiner Sicht grob fahrlässig.“

Vom Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen war bis zum Erscheinen dieses Artikels keine Information zur Vorgehensweise an der Willy-Brandt-Gesamtschule zu erhalten. An der Schule selbst war niemand zu erreichen.

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