Clement-Ausschluss wird kontrovers beurteilt

CASTROP-RAUXEL Für den ehemaligen Superminister Wolfgang Clement kam es so richtig dicke. Die Schiedskommission der NRW-SPD will den ehemaligen Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen aus der Partei ausschließen. Nach 40 Jahren Mitgliedschaft. Die Meinungen bei den sozialdemokratischen Genossen über das Urteil gehen auseinander. Wir sind bei den SPD-Oberen in Castrop-Rauxel auf Stimmenfang gegangen.

von Von Christoph Witte und Ilse-Marie Schlehenkamp

, 31.07.2008, 16:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Frank Schwabe, Mitglied des Bundestages und SPD-Stadtverbandsvorsitzender, erreichte die Nachricht von Clements Ausschluss im Urlaub. "Ich habe gerade einen gewissen Abstand dazu und kann nur so viel sagen, dass ich viel Vertrauen in diese unabhängige Schiedskommission habe. Diese Gerichtsbarkeit hat jetzt so entschieden, dagegen kann Genosse Clement aber noch Einspruch einlegen." Wie er persönlich zu dem Ausschluss des prominenten Politikers steht, dazu wollte Schwabe sich nicht in die Karten schauen lassen: "Es war sicherlich eine harte Entscheidung, aber stückweit auch eine konsequente Entscheidung. Das hat die Partei so zu akzeptieren."Kein guter Schachzug für Sozialdemokratie

Ein Stück weiter aus dem Fenster lehnt sich Bürgermeister Johannes Beisenherz. Er hält den Rausschmiss Clements, der mehrfach in Castrop-Rauxel zu Gast war, für völlig überzogen. "In der öffentlichen Wahrnehmung der SPD wird das mit Sicherheit nicht zum Positiven beitragen."

In der Sozialdemokratie gebe es nun mal Menschen, die an unterschiedlichen Flügeln schlagen würden. Natürlich habe Clement eine bodenlose Dummheit begangen, als er im hessischen Wahlkampf quasi dazu aufforderte, die Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti nicht zu wählen.

"Das ist, glaube ich, unstrittig", so Beisenherz. Eine Rüge allerdings für Clement hätte nach seiner Einschätzung ausgereicht.

 

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