Coronavirus

Castrop-Rauxeler könnten nach Ostern Chance auf Restaurant-Besuch bekommen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet möchte das öffentlichen Lebens in Modellkommunen erleichtern. Der Kreis Recklinghausen will dabei sein. Vorbild ist das Corona-Modell-Projekt in Tübingen.
Landrat Bodo Klimpel hat beantragt, dass der Kreis Recklinghausen eine der Modellregionen wird und Armin Laschet geschrieben. © Jörg Gutzeit

Bei seiner Rede im Düsseldorfer Landtag hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die neue Richtung vorgegeben und will ein neues Kapitel aufschlagen. „Wir brauchen Tübingen überall“, sagte er am Mittwoch (24.3.). Zeitlich befristete Modellprojekte sollen sehr schnell nach Ostern in NRW möglich gemacht werden. Der Kreis Recklinghausen will dazugehören und hat schnell gehandelt.

Der Kreis Recklinghausen hat beim Land NRW beantragt, Modellkommune für das Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ werden zu dürfen. Das teilte er am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit. Das Experiment wird aktuell im baden-württembergischen Tübingen erprobt und ermöglicht mit einem negativen Corona-Test und einem damit verbundenen „Tagesticket“ den Besuch von Gastronomie, Geschäften und auch Kultureinrichtungen.

Tübingen könne man nicht kopieren, sagte Armin Laschet vor dem Landtag. Aber wieso könne man nicht aufs Testen setzen und dann Menschen versuchsweise ins Kino, ins Restaurant oder auf eine Sportveranstaltung lassen. Man wolle mit fünf bis sechs Modellregionen beginnen und damit aus dem Dauerkreislauf des Lockdowns herauskommen. Große wie kleine Städte, aber auch Landkreise sollen dabei sein. Und das nach Ostern.

Landrat Klimpel erinnert an Versprechen der Landesregierung

Etliche Bewerbungen liegen Armin Laschet zufolge bereits vor, manche hätten bereits große Vorarbeiten geleistet. Der Kreis Recklinghausen hat sich beworben, ohne allerdings bereits Konzepte vorgelegt zu haben. Das erklärt Tim Deffte, Büroleiter des Landrats, auf Anfrage unserer Redaktion

„Wir wollten schnell deutlich machen: Wir haben ganz großes Interesse.“ Wichtig sei ein einheitliches Vorgehen. Dazu gehört für den Kreis auch die Einführung einer App zur Kontaktnachverfolgung, die überall gültig ist.

In seinem Schreiben an Ministerpräsident Armin Laschet erinnert Landrat Bodo Klimpel an das Versprechen der Landesregierung, dem Ruhrgebiet als wichtiger Partner zur Seite zu stehen. „Mit Einberufung der Ruhrkonferenz haben Sie und Ihre Landesregierung ein deutliches Bekenntnis zum Ruhrgebiet gegeben. Sie haben deutlich gemacht, dass es in unserer Region einen dringenden Handlungsbedarf gibt – und dies bereits lange vor der Pandemie“, so Klimpel.

Der Kreis hat bei seiner Bewerbung auch den Einzelhandel im Blick. Die Corona-Krise verschärfe den Rückzug des Handels aus den Innenstädten. Geschäftsschließungen und Leerstände nehmen zu.

„Mit Mut und Kreativität gegen Pandemie ankämpfen“

„Jahrelange Bemühungen in unseren zehn Städten wurden durch das Virus zunichte gemacht. Dabei ist der Einzelhandel einer der wichtigsten Arbeitgeber und Nachwuchsförderer“, so Landrat Bodo Klimpel. „Wir haben die große Bitte, diesen Modellversuch auf den Kreis Recklinghausen auszuweiten. Wir würden uns bemühen, gemeinsam mit unseren Verwaltungen und anderen Partnern kurzfristig für die notwendige Infrastruktur zu sorgen.“

Die rund 615.000 Menschen im Kreis Recklinghausen seien nun mehr denn je auf die Hilfe aus der Landeshauptstadt angewiesen. Bodo Klimpel: „Unsere zehn Städte und unsere Fachleute in den Rathäusern stehen in den Startlöchern und sind bereit, mit Mut und Kreativität gegen die Auswirkungen der Pandemie anzukämpfen.“

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.