Die Kita an der Oskarstraße in Habinghorst hat ihren ersten Corona-Fall. © La-Rel Easter / unsplash.com
Kita-Öffnung

Castrop-Rauxeler Kitas rechnen nach Öffnung mit Rückkehr fast aller Kinder

Wenn am Montag (22. Februar) in NRW die Kitas wieder für alle Kinder öffnen, rechnen Stadt und Caritas mit einer 90-prozentigen Auslastung. Es bleibt die Sorge vor einer Corona-Infektion.

Anfang der Woche hat NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) die Empfehlung aufgehoben, Kita-Kinder wenn möglich zu Hause zu betreuen. „Es sind wieder alle Kinder eingeladen, in die Kita zu kommen“, sagte er. Am Montag (22.2.) kehren die Kindertagesstätten in einen eingeschränkten Regelbetrieb zurück.

Das stellt die Kitas in Castrop-Rauxel vor eine Herausforderung. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass 80 bis 90 Prozent der Kinder in ihre Kitas zurückkehren.

Auch Miriam Leidag-Tietze, Einrichtungsleiterin der Integrativen Kindertagesstätte der Caritas an der Oskarstraße geht davon aus, dass sie fast alle Kinder wieder begrüßen kann. Es gebe aber auch ein paar Familien, die vorsichtig blieben und die Kinder weiter zu Hause betreuen würden.

Die Angst vor einer Ansteckung bleibt bestehen

„Die Erzieherinnen und Erzieher freuen sich auf die Kinder, allerdings ist schon eine Angst vor der Ansteckung vorhanden“, sagt sie unserer Redaktion. Diese Sorge geht auch aus einem Brief an Eltern hervor, den eine Castrop-Rauxeler Kita verschickt hat.

Die Caritas hat als Träger von drei Kitas in Castrop-Rauxel verschiedene Maßnahmen getroffen, um mehr Sicherheit zu bieten. „Unser Betriebsarzt hat uns bei der Durchführung von Corona-Schnelltests geschult. Außerdem wurden ausreichend FFP2-Masken zur Verfügung gestellt“, führt Leidag-Tietze aus. Die Caritas ist somit auf die Öffnung vorbereitet. „Wir haben schon mit dieser Entscheidung gerechnet“, bestätigt die Einrichtungsleiterin.

Die bekannten Hygienemaßnahmen in Kitas bleiben bestehen

Weiterhin gelten die bekannten Hygienemaßnahmen in den Kitas. Kinder bleiben in festen Gruppen. Die Betreuungszeit ist pro Woche pauschal um zehn Stunden gekürzt. Wer also sein Kind für 35 Stunden pro Woche (7 Stunden am Tag) angemeldet hat, muss es aktuell nach 5 Stunden am Tag wieder abholen.

Die städtischen Kitas arbeiten zudem mit einer festen Bring- und Abholzeit. Kinder mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Husten oder Fieber sollen nicht in die Kitas gebracht werden.

Miriam Leidag-Tietze sieht die Vorteile der Öffnung: „Die Kinder brauchen den Kontakt zu Gleichaltrigen und viele Familien kommen sicherlich durch Berufstätigkeit, Homeschooling und Geschwisterkinder an ihre Grenzen.“

Zahl der zu betreuenden Kinder steigt

Auch vor dem Öffnungsschritt am Montag haben gar nicht so wenige Eltern ihre Kinder schon in die Betreuung gegeben: Die Kita an der Oskarstraße betreute zuletzt 25 von 57 Kindern, die Kita am Meisenweg zwischen 30 und 35 von 85 Kindern. „In den letzten Tagen war eine steigende Tendenz zu erkennen“, sagt Leidag-Tietze. Ähnliches bestätigt auch die Stadt. „Zu Beginn waren die Kitas mit etwa einem Drittel der Kinder, in der Zwischenzeit jedoch mit etwa 50 Prozent belegt“, schreibt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi.

Es gibt aber auch Gegenwind zur Öffnungsstrategie. Nadine Rode-Tost, Vorsitzende des Castrop-Rauxeler Jugendamts-Elternbeirates (JAEB), sagt: „Angesichts der Corona-Situation halte ich persönlich Kitaöffnungen in diesem Umfang für verfrüht.“ Sie rät Eltern, noch abzuwarten, bevor sie ihre Kinder in die Kita bringen. Zurückhaltend hatte sich vor einer Woche auch Bürgermeister Rajko Kravanja geäußert.

Klar ist mittlerweile: Die Elternbeiträge für die Betreuung der Kinder in Kitas, der Kindertagespflege oder in den Offenen Ganztagsschulen wird für Januar 2021 mit dem Monat Februar verrechnet und somit erstattet.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.