Der Henrichenburger Kardiologe Dr. Stefan Fromm geht nach 38 Jahren in den Ruhestand. © privat
Ärzte

Castrop-Rauxeler Kardiologe geht nach 38 Jahren in den Ruhestand

Nach 38 Jahren geht der Castrop-Rauxeler Arzt Dr. Stefan Fromm in den Ruhestand. Für die Nachfolge des Kardiologen in der Henrichenburger Gemeinschaftspraxis ist gesorgt.

Als ein sehr fitter 90-jähriger Patient auf die Frage seines Arztes, was er von dem Rest seines Lebens erwarte, antwortete: „Ich möchte immer weiter lernen“, nahm sich Dr. Stefan Fromm vor, auch selbst nach dieser Devise zu handeln.

Das hat bis heute seine medizinische Arbeit geprägt. „Jeden Tag habe ich all das, was ich tue, hinterfragt, um möglichst wenig Fehler zu machen und niemandem zu schaden“, so der Kardiologe in seiner Rückschau auf fast vier Jahrzehnte im Dienst für seine Patienten.

„Natürlich ist man als Arzt glücklich, wenn man Menschen auch mit schweren oder seltenen Erkrankungen hat helfen können. Viel schwieriger ist der Umgang mit eigenen Fehlern oder Niederlagen im Kampf gegen die Krankheiten.“

Nach dem Medizinstudium in Brüssel und an der Universität Düsseldorf, wo der gebürtige Arnsberger auch 1985 promovierte, waren Rotenburg an der Wümme, Bielefeld und Bottrop die wichtigsten Stationen seiner Berufspraxis, bevor er 1997 die kardiologische Facharztpraxis in Henrichenburg gründete.

Patientenzahlen führen zur Erweiterung der Praxis

Dr. Fromm erinnert sich: „Die Praxis startete zunächst im alten Hotel Dorider in einem schnell umgebauten Restaurant. Das heutige Praxishaus wurde zwei Jahre später fertiggestellt. Mein Konzept war von Anfang an eine Gemeinschaftspraxis mit mindestens einem weiteren Kollegen.“

Aufgrund der rasant steigenden Patientenzahlen kam ab April 2000 Dr. Andreas Schumacher als Partner hinzu. Komplettiert wurde die Praxis 2011, als Dr. Jens Brinkhoff das Team bereicherte. „Wir Kardiologen sind nur ein Prozent der Ärzteschaft und müssen im zweistelligen Prozentbereich hausärztlich versorgte Patienten irgendwie mit versorgen“, sagt Dr. Fromm. Er nennt das einen „Naturengpass, der nur durch gute Kooperation beherrschbar wird“.

Neben seiner Mitgliedschaft in verschiedenen Gesellschaften und Verbänden engagiert sich Dr. Fromm auch außerhalb der Praxistätigkeit. So begründete er zusammen mit anderen Kardiologen Patientenveranstaltungen in den Herzwochen der Deutschen Herzstiftung.

Der von dem 65-Jährigen moderierte Qualitätszirkel „Herz- und Kreislauferkrankungen“ sowie ein alljährliches, auch überregional ausgeschriebenes, „Kardiologisches Symposion“ sollten laut Dr. Fromm „die enge fachliche Verzahnung von zuweisendem Arzt, niedergelassenem Kardiologen und Krankenhausärzten inhaltlich und zwischenmenschlich zum Wohle der Patienten festigen“.

Doch nun ist Schluss mit Stefan Fromms Praxis-Arbeit. Zum 30. Juni geht der Arzt in den Ruhestand. Doch die kardiologische Versorgung in Henrichenburg wird dadurch nicht schlechter.

Gesicherte Nachfolge

In Jilla Khandanpour hat die Praxis eine kompetente Nachfolgerin gefunden, die nahtlos an Dr. Fromms Tätigkeit anknüpft und direkt zum 1. Juli ihre Arbeit aufnimmt. Sie wird nach langjähriger Tätigkeit als kardiologische Oberärztin am Clemens-Hospital in Münster den Praxissitz von Dr. Fromm übernehmen.

„Sie ist eine fachlich und menschlich hervorragende Kollegin und wurde sofort von unserem gesamten Team sehr gemocht“, so Fromm. Er ist sicher, dass auch die Patienten ihr das Vertrauen schenken werden, das die Kollegen in sie haben.

Das ärztliche Team der Gemeinschaftspraxis, schon mit Stefan Fromms Nachfolgerin: Dr. Andreas Schumacher, Jilla Khandanpour, Dr. Stefan Fromm, Dr. Jens Brinkhoff (v.l.n.r.)
Das ärztliche Team der Gemeinschaftspraxis, schon mit Stefan Fromms Nachfolgerin: Dr. Andreas Schumacher, Jilla Khandanpour, Dr. Stefan Fromm, Dr. Jens Brinkhoff (v.l.n.r.) © privat © privat

Musikalischer Ruhestand

Was erwartet den Arzt nach seinem Ausscheiden aus dem Berufsleben? Bereits als Jugendlicher hatte Stefan Fromm, motiviert durch sehr gute Lehrer, intensiv begonnen, Violine zu üben, und mit dem Gedanken gespielt, Geiger zu werden.

Heute ist er froh, dass er diese Leidenschaft über all die Jahre, soweit der Beruf es zuließ, weitergeführt hat. Er hofft, sich im Ruhestand noch mehr der Musik widmen zu können, sofern seine körperliche und geistige Verfassung dieses ermöglichen: „Die Musik war neben meiner Familie die emotionale Nahrung, die es mir ermöglichte, empathisch und leidenschaftlich Arzt zu sein.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
In Castrop-Rauxel geboren und in der Heimatstadt geblieben. Schätzt die ehrliche und direkte Art der Menschen im Ruhrgebiet. Besonders interessiert am Sport und den tollen Radwegen im Revier.
Zur Autorenseite
Avatar

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.