Drei Senioreneinrichtungen in Castrop-Rauxel (hier das Haus am Ginsterweg) sind mit der aktuellen Impfsituation sehr zufrieden. © Haus am Ginsterweg
Coronavirus

Castrop-Rauxeler Heim impft 100 Prozent der Bewohner: „Super gelaufen“

Drei Castrop-Rauxeler Altenheime ziehen ein positives Impf-Fazit. „Alles super gelaufen“, sagen sie. In einer Einrichtung wurden sogar alle Bewohner und 75 Prozent des Personals geimpft.

Rund um das Thema Corona-Impfung wird viel diskutiert, über Impfverweigerer, Impfbereitschaft oder über mögliche Nebenwirkungen. Auch mit Kritik wird nicht gespart – zum Beispiel am Impfstoffmangel oder am bürokratischen Aufwand.

Drei Senioreneinrichtungen in Castrop-Rauxel ziehen auf Anfrage dieser Redaktion hingegen ein durchweg positives Fazit seit dem Impfstart am 31. Dezember in der Europastadt. Ausdrücklich gelobt wird von allen die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

„Wir sind sehr zufrieden“

„Von der Terminvereinbarung über die Verständigung mit der KVWL sowie der Anlieferung des Impfstoffes hat alles gut geklappt – wir sind sehr zufrieden“, sagt zum Beispiel Annette Beckers, Leiterin der St. Lambertus Pflegeeinrichtungen. Lars Rosner, Chef im Haus am Ginsterweg der Ev. Johanneswerk gGmbH, pflichtet ihr bei: „Es ist super gelaufen, das bestätigen mir auch viele meiner Kollegen.“

Der 44-Jährige kann darüber hinaus eine beeindruckende Impf-Quote vermelden: 100 Prozent der anwesenden Bewohner (zwei waren zum Zeitpunkt der Impfung im Krankenhaus) und 75 Prozent der Mitarbeiter haben sich am Mittwoch (6.1.) impfen lassen. Damit hebt sich das Heim von der generell geringen Impfbereitschaft des Pflegepersonals in Deutschland deutlich ab.

Sogar zwei ehrenamtliche Kräfte über 80 Jahre gehören nun zu den Geimpften. Rosner selbst hat auch einen „Pieks“ erhalten. „Abgesehen von einem leichten Muskelkater an der Einstichstelle merke ich nichts. Bei keinem der Geimpften sind Komplikationen aufgetreten“, betont er. Die drei ältesten Bewohner sind 98 Jahre alt.

Auch in den St. Lambertus Pflegeeinrichtungen hätten alle bisher Geimpften die Impfung sehr gut vertragen, sagt die Heimleiterin. Hier sind 80 Bewohner sowie 23 Mitarbeiter am 1. Januar geimpft worden.

„Personal teilweise noch zurückhaltend“

Bei den Bewohnern habe eine hohe Bereitschaft zur Impfung bestanden, das Personal sei hingegen teilweise noch zurückhaltend, so Annette Becker. „Wir sind aber zuversichtlich, dass auch hier die Impfbereitschaft noch wächst.“ Angaben zur Impfquote macht sie nicht.

Die nächsten Impftermine seien schon vereinbart. „Somit können wir davon ausgehen, dass wir bis Anfang Februar auch alle Zweitimpfungen durchgeführt haben“, sagt Annette Becker. Wie bereits am 1. Januar werden wieder statt eines mobilen Impf-Teams zwei den Bewohnern vertraute Hausärzte im Einsatz sein. Auch im Haus am Ginsterweg hat der Hausarzt die Impfungen vorgenommen.

In Castrop-Rauxel (Symbolfoto) haben bislang (Stand 7. Januar) sechs Einrichtungen Bedarf angemeldet und 678 Impfdosen bestellt. © dpa © dpa

Die St. Lambertus Pflegeeinrichtungen haben nach eigener Aussage das Jahr 2020 ohne eine Corona-Infektion im Haus überstanden. „Wir hoffen natürlich, dass uns die Impfungen dabei helfen, dass unsere Bewohnerinnen und Bewohner und unsere Mitarbeitenden gesund durch den Winter kommen und das Virus auch weiterhin nicht in die Einrichtung getragen wird“, so Annette Becker.

„Viele nützliche Informationen durch die KV“

Im Josefshaus-Altenheim wird seit Freitag (8.1.) geimpft. „Impfarzt ist Dr. Holger Knapp von den Hausärzten am Marktplatz Ickern“, berichtet Heimleiterin Anja Schmalz. Darüber sei sie sehr froh: „Die KVWL hatte uns die Möglichkeit gegeben, einen eigenen niedergelassenen Arzt zu finden, der den Bewohnern bekannt und damit vertrauter ist.“

Auch Schmalz zieht im Vorfeld des ersten Impftags eine positive Bilanz: „Grundsätzlich kann ich eine Priorisierung der Einrichtungen gut nachvollziehen und hatte persönlich nicht das Gefühl, dass vom Tag des Impfgipfels des Kreises bis zum heutigen unnötige Zeitverzögerungen waren.“ Die KVWL begleite den Vorgang sehr engmaschig mit vielen nützlichen Informationen.

In Castrop-Rauxel haben sechs Einrichtungen Bedarf angemeldet und 678 Impfdosen bestellt (Stand 7.1.). Das teilte Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister mit.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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