Mülltonnen des EUV: Im Winter kann es passieren, dass die Deckel an den Tonnen zufrieren. Mehr noch, wenn sie die ganze Nacht am Straßenrand stehen. Ein Problem ist das vor allem dann, wenn der Abstellort weit weg ist von der eigenen Haustür. © Tobias Weckenbrock
Müllabfuhr

Castrop-Rauxeler beschwert sich: Mülltonnen müssen weit gezogen werden

Was ist zumutbar für Castrop-Rauxeler bei der Müllabfuhr? Darf man erwarten, dass die Tonne vorm Haus geleert wird? Ein Leser findet, dass ein neuer Abstellort zu weit weg ist. Er hat einen Grund.

Der Leser ist verärgert, als er sich mit einer Mail an uns wendet. Und er bezieht sich auf das Problem eines anderen Castrop-Rauxelers, der kürzlich einen Zettel des EUV Stadtbetriebs an seiner nicht geleerten Tonne vorfand, weil es Nachtfrost gegeben hatte und der Deckel zugefroren war.

Günter Gerhard schreibt, er – und vermutlich viele Anwohner in Stichstraßen ohne Wendemöglichkeit – habe kürzlich Post vom EUV bekommen, „dass unsere Tonnen ab dem 15. Dezember nicht mehr vor dem Haus abgeholt werden können“. Er müsse seine Tonnen nun jeweils am Abholtag vor 6 Uhr an der Einmündung der Anwohner-Straße bereitgestellt haben.

„Ob wir dazu vor 6 Uhr aufstehen müssen oder die Tonnen schon am Vorabend die knapp 70 Meter rangieren dürfen, ist noch in Klärung“, so Günter Gerhard weiter. Vor allem frage er sich, wie man an der Einmündung der Stichstraße die Sache mit dem „geschützten Standort“ zur Vorbeugung vor dem Zufrieren der Tonnendeckel handhaben könne. „Das ist noch völlig offen. Werden dort etwa Unterstellplätze für die Tonnen gebaut? Wenn der EUV mit der Errichtung von Unterständen beauftragt wird, dann wird sich das Problem vermutlich schon ab Mitte 2025 erledigt haben“, so sein süffisanter Schlusssatz.

Arbeitsschutz-Vorschriften wurden verschärft

Der EUV-Stadtbetrieb reagiert ganz sachlich auf einen Fragenkatalog unserer Redaktion: Im Rahmen einer Gefährdungs- bzw. Sicherheitsanalyse habe man insbesondere Stichstraßen/Sackgassen ohne Wendemöglichkeiten in den Blick genommen. „Dies geschieht vor dem Hintergrund des Arbeitsschutzes“, so Sprecherin Sabine Latterner. Manche Straßen hätte die Müllabfuhr aufgrund der Verkehrs- und Parkplatzsituation sowie der Fahrbahnbreite und der nicht vorhandenen Wendemöglichkeit nur rückwärts befahren können.

Die Müllautos sind sperrig und groß, verfügen zwar alle über einen Rückwärtsfahr-Warnton. Aber in engen Stichstraßen dürfen sie dennoch nicht mehr manövrieren, wie sie wollen.
Die Müllautos sind sperrig und groß, verfügen zwar alle über einen Rückwärtsfahr-Warnton. Aber in engen Stichstraßen dürfen sie dennoch nicht mehr manövrieren, wie sie wollen. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften, die in diesem Jahr noch einmal verschärft worden sind, legten allerdings neue Pflichten bezüglich der Arbeitssicherheit fest: „Sie sehen vor, dass bei der Entsorgung in oben beschriebenen Straßen ohne geeignete Wendemöglichkeit das Rückwärtsfahren generell aus Sicherheitsgründen zu vermeiden ist“, erklärt Sabine Latterner.

Deshalb könne man die Behälter in manchen Straßen nicht mehr wie bisher gewohnt unmittelbar vor der Haustür leeren. „Sie müssen somit am Leerungstag im Einmündungsbereich zur jeweiligen Stichstraße bereit gestellt werden.“ Dies könne auch schon am Vorabend geschehen. Geplant sei, „dass wir in diesen Bereichen Sammelplätze einrichten“.

Insgesamt 180 Haushalte in 13 Stichstraßen betreffe das aktuell in einem Bezirk. Alle Betroffenen seien bereits informiert.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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