Castrop-Rauxel schützt Bäume vor dem Eichenprozessionsspinner

dzTest in der Natur

Experten der Stadtverwaltung Castrop-Rauxel testen gerade eine neue Methode im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. So hofft man, in diesem Sommer die Plage zu verhindern.

Castrop-Rauxel

, 14.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch stecken wir mitten in der Corona-Krise, die viele andere Probleme überdeckt. Doch die Stadtverwaltung arbeitet schon daran, eine Plage, die uns in den letzten Sommern heimgesucht hat, zu verhindern.

Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün schwärmten am Donnerstag aus, um ein neues Verfahren zu testen, das den erneuten Befall der Eichen im Stadtgebiet mit dem unseligen Eichenprozessionsspinner verhindern soll.

Ausgerüstet mit einem Hubwagen, trafen wir die Mitarbeiter Martin Sakulski, Hans-Jürgen Albers und David Prisor in einem kleinen Waldstück am Castroper Holz. Dort brachten sie in halber Höhe einer Eiche einen Ring an, der einem Stück Gartenschlauch ähnelte. Darüber wurde ein weiterer Ring befestigt, an dem sich ein schwarzer Fangsack befindet.

Lockmittel und Kriechsperre an den Bäumen

„Der Sack enthält ein Lockmittel“, erklärte Martin Sakulski. Der Schlauch mit dem Ring dient als Kriechsperre. So soll verhindert werden, dass die Raupen den gesamten Baumstamm bevölkern. Wenn die Raupen von oben kommend auf den Ring treffen, werden sie von dem Duftstoff im Sack angelockt. „Wenn alles nach Plan läuft, werden die Tiere in dem schwarzen Sack aufgefangen. Dann kommen wir wieder, um die Fangsäcke mit den Raupen einzusammeln“, so Sakulski.

Der Grün-Experte erklärt weiter, dass das Verfahren erst mal als Testphase gedacht ist. Nur einen einzigen Baum präparierten die Mitarbeiter in dem kleinen Waldstück zwischen Gaswerkstraße und Hülsenweg. „Denn das Verfahren ist sehr teuer“, gab Martin Sakulski zu bedenken.

Verfahren würde 50 Euro pro Baum kosten

Von der Pressestelle der Stadt war zu erfahren, dass die Kosten für die Maßnahme an einem einzigen Baum mit 50 Euro zu Buche schlagen. Eine echte Investition, wenn man bedenkt, wie viele Eichen es wohl im gesamten Stadtgebiet geben dürfte

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Insgesamt wurden demnach im gesamten Stadtgebiet erst einmal nur 20 Bäume mit den neuen Raupenfallen ausgestattet. „Auch im Stadtgarten steht ein Testbaum“, sagte Sakulski.

Welche Bäume für die Testphase im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner ausgewählt wurden, unterlag der sachkundigen Prüfung des Baumspezialisten Toni Mertenskötter, berichtete Sakulski.

Kampf gegen Raupe mit den Brennhaaren

Vor allem solche Bäume, die schon im letzten Jahr von der Raupe befallen waren, kamen in Frage. Durch Klopfen an der Baumrinde und weitere Tests ermittelte Mertenskötter die optimalen Testeichen.

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Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter. Er bevorzugt warm-trockenes Klima und breitet sich aufgrund der Klimaveränderungen immer stärker in Deutschland aus. Die Brennhaare der Raupen sind für Mensch und Tier gefährlich und lösen allergische Reaktionen aus.

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