Café Cappuccino im Hauptbahnhof in Rauxel ist seit Freitag geöffnet

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Das Cappuccino im Hauptbahnhof in Rauxel ist seit Freitag geöffnet. Der Kiosk nebenan soll Ende Juni folgen. Die Wewole-Stiftung nimmt einen hohen sechsstelligen Betrag in die Hand.

Rauxel

, 26.04.2019, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lust auf Currywurst mit Ruhrpott-Tunke? Oder warmen Leberkäse im Brötchen? Oder, oder, oder? Seit Freitagmorgen kann der Appetit am Hauptbahnhof gestillt werden. „Cappuccino“ heißt der Backshop mit Café, auf den Weg gebracht von der Wewole-Stiftung, die dafür ein bundesweit erstmaliges Franchise-Projekt mit der Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd (gdw süd) eingegangen ist.

Bundesweit einmaliges Projekt

„Ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt“, unterstreicht der Stiftungs-Vorstandsvorsitzende Rochus Wellenbrock. Und auch der Kiosk nebenan, der Ende Juni in den ehemaligen Räumlichkeiten der zur Victorstraße gezogenen Radwerkstatt eröffnet werden soll, läuft unter diesen Vorzeichen. 20 behinderte Menschen aus der Region finden im Cappuccino und im „NimmEsMit“, so der Name des Kiosks“, einen festen Arbeitsplatz, dazu kommen vier Anleiter.

Café Cappuccino im Hauptbahnhof in Rauxel ist seit Freitag geöffnet

Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Endlich ist wieder Leben im Hauptbahnhof. Das Cappuccino ist eröffnet © Schlehenkamp

Und am Freitagmorgen gibt es einen richtig großen Bahnhof für das bislang einmalige Projekt, das es einem Sozialunternehmen wie der Wewole ermöglicht, in der Gastronomie und im Handel inklusive Arbeitsplätze zu schaffen. Besuch aus der Politik ist reichlich vertreten. Als seinerzeit die Pläne der Wewole-Stiftung zum Erwerb und zur Ausrichtung des Empfangsgebäudes im Hauptbahnhof bekannt geworden waren, gab es eine breite Zustimmung für das Projekt.

Toilettenfrage war wichtig

Die Stadt mit ihrem Vorkaufsrecht hätte das Ganze auch ausschreiben können. „Für uns war die Toilettenfrage wichtig und dass das Gebäude instandgesetzt wurde“, sagt Bürgermeister Rajko Kravanja. Genau, die leidige Toilettenfrage, über viele Jahre Dauerproblem am Hauptbahnhof. Jetzt gibt es zwei Unisextoiletten plus eine für Menschen mit Behinderung. Dafür muss kein Eintritt gezahlt werden. Sollte der Versuch mit diesem Angebot in die Hose gehen, müsse man neu überlegen, erklärt Wellenbrock.

Café Cappuccino im Hauptbahnhof in Rauxel ist seit Freitag geöffnet

Rochus Wellenbrock (Wewole) und Bürgermeister Rajko Kravanja mit Ruhrpotttunke und -Kaffee vor dem Cappuccinoim Hauptbahnhof in Rauxel. © Schlehenkamp

Er verweist auch darauf, dass täglich 3500 Reisende am Hauptbahnhof unterwegs seien. „Wir freuen uns darauf, dass wir ihnen den Aufenthalt ein wenig verschönern können“, erklärt Wellenbrock. Der Umbau der Immobilie mit Architekt Jörn Leder hat sieben Monate gedauert. Für das Gesamtprojekt nimmt Wewole einen hohen sechsstelligen Betrag in die Hand. Auch draußen kann man übrigens sitzen, Freitagvormittag allerdings war‘s dafür noch zu kalt.

Wochentags ab fünf Uhr geöffnet

Die Öffnungszeiten sind zunächst montags bis freitags von 5 bis 18 Uhr, samstags von 6 bis 13 Uhr und sonntags von 7.30 bis 13 Uhr. Der Kiosk wird etwas später öffnen. Ganz in Stein gemeißelt sind diese Zeiten aber nicht. „Wir gucken, was die Kunden uns da abfordern“, sagt Wellenbrock.

Noch ein paar Zahlen: Die Verkaufsfläche des Cafés liegt bei 170 Quadratmetern, mit Sozialräumen und Toiletten kommt man auf eine Fläche von über 250 Quadratmetern im Erdgeschoss. Die Ruhrpott-Tunke gibt es übrigens in drei Varianten. Cranberry, Asia und Bratapfel. Wellenbrock favorisiert Cranberry.

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