Manfred Fiedler wird Bürgermeisterkandidat von Grünen, Linken und FWI

dzKommunalwahl 2020

Die Grünen, FWI und Linke schicken einen gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen. Antreten wird Grünen-Politiker Manfred Fiedler, der sich schon 2015 um das Amt beworben hatte.

Castrop-Rauxel

, 24.06.2020, 11:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bündnis 90/Die Grünen, die Freie Wählerinitiative und die Linke haben sich nun doch noch auf einen gemeinsame Bürgermeisterkandidaten geeinigt: Gegen Rajko Kravanja (SPD), Oliver Lind (CDU) und Nils Bettinger (FDP) tritt am 13. September 2020 Manfred Fiedler an. Der Ratsherr der Grünen trat dem Stadtverband 2013 bei, engagierte sich aber schon in den 1980er-Jahren für die Partei. Der 59-Jährige ist seit 2014 Ratsherr der Fraktion.

Manfred Fiedler wurde 1960 in Dortmund geboren. Seine familiären Wurzeln liegen im Bergbau: Der Vater war Fahrsteiger auf einer Zeche in Dortmund und starb schon in Manfred Fiedlers Kindheit bei einem Grubenunglück. Es heißt, er wollte damals einem Eingeschlossenen zu Hilfe eilen und kam selbst ums Leben.

Er war einer der Chefs am Klinikum Dortmund

Seit 2011 wohnt der Grünen-Politiker in Henrichenburg, heute am Vockmannshof. Er kam der Liebe wegen nach Castrop-Rauxel, ist Diplomsozialwissenschaftler, spezialisiert auf Sozialökonomie und öffentliche Wirtschaft. In diesem Themenfeld arbeitete er über Jahre an unterschiedlichsten Stellen im Gesundheitssystem: als Wissenschaftler an der Ruhr-Uni Bochum, als Gewerkschaftssekretär, als Mitarbeiter in Krankenhäusern in Ludwigshafen und Hannover und als Klinik-Manager ab 2003 in Dortmund: Dort war er einer von vier Direktoren des Klinikums mit damals rund 4500 Mitarbeitern.

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Fiedler war Führungskraft und kündigte im Klinikum Dortmund nach einigen Jahren auf eigene Faust. Heute ist er freiberuflich als Berater im eher ökonomisch orientierten Gesundheitsbereich aktiv, gibt Seminare und Workshops und bietet sie unter anderem auf der Website www.neuegesundheit2020.de an. Stichworte, nach denen er dabei laut der Seite vorgeht, sind Achtsamkeit und Lebensweltorientierung.

Stimmenpotenzial von um die 20 Prozent - auf Basis von 2014

2015 trat Fiedler, der sich in den Bereichen Soziales, Bildung und Gesundheit immer wieder für die Grünen in Stellung bringt, für Bündnis 90/Die Grünen zur Wahl an. Er belegte damals mit 1883 Stimmen (8,4 Prozent) Platz 3 hinter Rajko Kravanja (SPD) und Michael Breilmann (CDU). Damals begründete die Grünen-Führung die Kandidatur laut Stadtverbandssprecher Holger Schelte so: „Unsere Hauptüberlegung war, jemanden zu wählen, der dem Amt, eine Stadtverwaltung zu führen, gewachsen ist.“

Macht man ein Rechenspiel auf und schaut auf die Ergebnisse bei der Ratswahl 2014, kommen Grüne, FWI und Linke zusammen auf rund 20 Prozent der Stimmen. Das war damals das Potenzial des Parteien-Trios und könnte 2020 eine Marke für Fiedler werden. Allerdings rechnen sich mindestens die Grünen erheblich mehr aus.

„Politisches Engagement entstand und entsteht für mich aus der Betroffenheit über falsche politische Weichenstellungen und deren Konsequenzen für die betroffenen Menschen“, schreibt Fiedler in seinem Kurzporträt auf der Website der Grünen Castrop-Rauxel.

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