Bürgermeister Kravanja erklärt, warum der Lockdown sofort beginnen sollte

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Der Lockdown beginnt am Montag. Castrop-Rauxels Bürgermeister Kravanja appelliert an die Vernunft, schon heute alle dann geltenden Regeln zu befolgen. Er erklärt, warum sie nicht sofort gelten.

Castrop-Rauxel

, 29.10.2020, 09:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Monat November ist jetzt schon der Lockdown-Monat des Jahres 2020. Um die Corona-Pandemie einzugrenzen, wird vieles heruntergefahren. Nicht so viel wie im Frühjahr, als man das Coronavirus noch nicht genau genug kannte: Kitas, Schulen und Geschäfte sollen geöffnet bleiben. Aber doch wird der Einschnitt groß. Die Regeln gelten ab Montag.

Für Bürgermeister Rajko Kravanja ist das anders: Für ihn gelten sie eigentlich sofort. Und er appelliert an die Castrop-Rauxeler, das auch so zu handhaben. „Nachdem es sich schon abzeichnete“, schrieb er am Mittwochabend bei Facebook, „hat die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsident*innen heute beschlossen, einen Lockdown-light ab kommenden Montag auszurufen – nein, das bedeutet nicht, dass ich jetzt am Wochenende noch mal alle kommenden Regeln noch mal ausnutzen sollte!“

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Der kommende Montag sei gewählt worden, weil es sonst mit den Verordnungen und der Befassung der Parlamente zeitlich knapp geworden wäre und nicht, weil sie erst ab Montag Sinn machen. Er appelliert: „Also, am besten ab sofort daran halten!“

Vier Gründe für die Notwendigkeit des Lockdowns

Vier Gründe nennt Kravanja, warum die Maßnahmen seiner Ansicht nach notwendig werden: weil...

1. Wir nicht mehr nachvollziehen können, wo sich jemand angesteckt hat. Wir kommen nicht hinterher mit der Kontaktnachverfolgung. Es sind zu viele Fälle.

2. Der Zeitraum, in dem sich die Zahlen drohen zu verdoppeln, inzwischen bei einer Woche liegt.

3. Die Auswirkungen sich immer erst mit ca. 2 Wochen Verzögerung bemerkbar machen. Also, lieber jetzt als zu spät.

4. Es haben sich einfach nicht genügend Menschen an die bisherigen Empfehlungen gehalten.

Der Bürgermeister führt zentrale Regelungen auf: eine allgemeine Kontaktreduzierung, Verbot von Übernachtungen in Hotels außer zu beruflichen Zwecken, Schließung von Bars, Kneipen und Restaurants. Er verwies auf die wirtschaftlichen Hilfen für Unternehmer und darauf, dass man Essen bei den Restaurants zum Mitnehmen bestellen könne. „Bitte unterstützt unsere Gastronomen“, so Kravanja.

Viele Fragen in den Kommentaren

Über 100 Kommentare kamen zusammen, von denen er viele beantwortete. Viele Menschen stellten Detailfragen wie: Kann man Vater, der in einem anderen Bundesland wohnt, uns besuchen? Ja, wenn es notwendig sei und er privat übernachte, so Kravanja. Bei vielen Fragen gab er aber auch die Antwort, er könne es noch nicht 100-prozentig sagen. Auch Kritiker, die die harten Maßnahmen angriffen, meldeten sich zu Wort. Kravanja konterte auch die zum Teil.

Gesundheitsminister Jens Spahn nannte im WDR am Morgen den November nicht „Lockdown-Monat“, sondern einen „Monat der Entschleunigung und der gemeinsamen gesellschaftlichen Kraftanstrengung“.

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