Briefe verschwunden – Trauerbriefe und Geldeinlagen sind nie bei den Empfängern angekommen

dzPost

Die Deutsche Post bringt jeden Tag 57 Millionen Briefe ans Ziel. Aber manche Sendungen kommen nie beim Empfänger an. So wie bei zwei Castrop-Rauxelern. Geld und Trauerbriefe sind weg.

Habinghorst, Schwerin

, 02.10.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Geburtstag oder zum ersten Schultag der Enkel verschicken Großeltern gerne einen Brief und stecken noch einen Geldschein in den Umschlag. In diesen Fällen ist es besonders ärgerlich, wenn der Brief nie beim Empfänger ankommt.

Ähnlich ist es Anna Diedrich aus Habinghorst Anfang September ergangen, wie sie erzählt. Zum ersten Schultag ihres Sohnes hat sie einen Brief ihrer Mutter erwartet. „Meine Mutter wohnt im Schwarzwald, sie hatte eine Karte mit einem Schein darin als Brief geschickt. Der kam aber nie an.“

Briefe der Rentenversicherung und Trauerbriefe nie angekommen

Das sei ärgerlich. Dabei gehe es aber weniger um das verlorene Geld, viel mehr gehe es ums Prinzip. „Es war auch nicht das erste Mal, dass Briefe mit Einlagen verschwunden sind. Auch an Weihnachten ist das schon vorgekommen“, sagt die 45-jährige Mutter. Außerdem seien auch einige wichtige Briefe vom Erdboden verschluckt – etwa von der Rentenversicherung.

Nicht nur Anna Diedrich ärgert sich über verschwundene Briefe. Wie der Stadtanzeiger berichtet, klagt auch eine 77-jährige Schwerinerin über Briefe, die nie angekommen seien. In ihrem Fall handelte es sich um Trauerbriefe und Beileidsbekundungen.

Wie der Stadtanzeiger schreibt, sei der Mann der 77-Jährigen verstorben. Sie verschickte 25 Trauerbriefe, keiner davon sei angekommen. Umgekehrt hätten einige Beileidsbekundungen die Schwerinerin nicht erreicht.

Geld zu versenden verstößt gegen die Geschäftsbedingungen

Anna Diedrich hat sich schon mit der Deutschen Post auseinandergesetzt, aber keine hilfreichen Informationen bekommen. „Ich habe lediglich eine pampige Antwort bekommen, wer denn Geld mit der Post verschicken würde.“

Tatsächlich verstößt es gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Post, Geld in normalen Briefen oder Einschreiben zu versenden. „Wer aber unbedingt Geld versenden möchte, sollte das per Wertbrief tun“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Post.

Wertbriefe sind versichert bis zu einem Geldbetrag von 100 Euro. (Anm.: Zunächst hatten wir berichtet, Geld sollte per Einschreiben verschickt werden. Das war falsch. Wir bitten um Entschuldigung)

Weiter betont er aber, dass sich die Anzahl der verschwundenen Briefe im nicht messbaren Promillebereich befinde. Im gleichen Zuge sagt der Sprecher aber auch, dass es gar nicht messbar sei, wie viele Briefe überhaupt verschwinden, weil es nicht nachvollzogen werden könne.

Denn: Verschwindet ein Brief, von dem der Empfänger nichts weiß, wird das Verschwinden meist nicht gemeldet. So fällt es der Deutschen Post schwer, verschwundene Sendungen statistisch zu erfassen.

Drei Parteien bei der Briefzustellung können zu Problemen führen

„Daher ist es besonders wichtig für uns, dass jeder verschwundene Brief gemeldet wird“, sagt der Sprecher und weist auf die Kunden-Hotline hin. Unter der Telefonnummer 0228/4333112 können Sender und Empfänger auf nicht angekommene Sendungen hinweisen.

Warum Briefe überhaupt verschwinden? Das kann verschiedene Gründe haben. Besonders weil bei einer Briefzustellung drei Parteien beteiligt sind – der Sender, der Zusteller und der Empfänger – kommt es zu Fehlern.

Auch andere Briefdienstleister betroffen

Briefe können zusammenkleben, Sendungen ohne Zieladresse werden in den Briefkasten geworfen oder der Empfänger wohnt inzwischen woanders. Und natürlich kann nie ausgeschlossen werden, dass sich ein schwarzes Schaf unter den Zustellern befindet. Das sind nur einige Gründe, die zum Verschwinden führen können.

Doch nicht nur die Deutsche Post ist betroffen, auch bei anderen Unternehmen verschwinden hin und wieder Briefe. Erst kürzlich sind mehr als 200 Briefe in einem Gebüsch gefunden worden, die eigentlich mit Postcon verschickt werden sollten.

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