Bomben-Verdachtsflächen machen Breitband-Ausbau zum Pokerspiel

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Eigentlich läuft der Breitband-Ausbau ganz gut. In Castrop-Rauxel sind 44 Prozent abgearbeitet. Aber es gibt auch schlechte Nachrichten bei der Verlegung der Glasfasern fürs schnelle Netz.

Castrop-Rauxel

, 27.06.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sache ist mal wieder zwiegespalten. Es geht um den laufenden Breitbandausbau in den drei Städten Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel. Die gute Nachricht: Gelsen-Net ist nach den Worten von Betriebsleiter Karsten Kremer super im Zeitplan. Die schlechte Nachricht, verkündet im EUV-Verwaltungsrat auf dessen Sitzung am Mittwoch, 24. Juni: „Wir sind auf 37 Bombenverdachtsfälle gestoßen. Das ist eine mittlere Katastrophe.“

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Elf bis dreizehn Stellen sind noch übriggeblieben

Nach dem Tüfteln an den Trassen seien 11 bis 13 übrig geblieben. Da sei man noch mitten im Verfahren. Man könne nur hoffen, dass man nicht wie in Gladbeck auf einen Blindgänger in 16 Metern Tiefe stoße.

In zwei Monaten wisse man mehr. Auch die Sommerferien hindurch werde gearbeitet. Von den 200 Kilometern im Tiefbau entfallen 72 auf Castrop-Rauxel.

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Gebuddelt wird zeitgleich in drei Städten

Gebuddelt wird zeitgleich in allen drei Städten, wofür es 8 Millionen Euro Fördermittel gibt. „Wir investieren 31 Millionen Euro in die drei Städte“, sagte Krämer. 6 Millionen davon seien privatwirtschaftlich zu vergraben. Man werde gemeinsam mit den Stadtwerken gucken und die Bürgerinnen und Bürger aktiv nach den Sommerferien ansprechen. Und zwar, so wie es aussehe, nach Quartieren.

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Fest stehe, sagte Kremer, dass im August – also nach den Sommerferien – noch keine Schule ans schnelle Netz gehen könne. Positiv anzumerken sei aber, dass es keine Einschränkungen beim Ausbau wegen des Coronavirus gegeben habe. „Einmal stand einer zuviel im Graben, das haben wir schnell bereinigt“, so der Gelsen-Net-Mann.

Bei der Abnahme werden die Bürgersteige Meter für Meter abgegangen

Fertig werden soll das ganze Paket am 31. Mai 2021. In Castrop-Rauxel, Stand jetzt, seien 32 Kilometer gebaut, also 44 Prozent.

Für die CDU fragte Michael Schneider nach, wie es denn um die Wiederherrichtung der Bürgersteige stehe. Etwa im Bereich von Rütershoff an der Schillerstraße seien einige Versatzkanten geblieben, die besonders für ältere Menschen Stolperkanten darstellten.

Die Längsverlegung der Rohre mache man noch nicht so perfekt, antwortete Kremer. Das hinge zum Teil auch mit dem anschließenden Bohren der Hausanschlüsse zusammen, wofür wieder ein anderer Trupp eingesetzt werde.

„Für die Abnahme begehen wir Meter für Meter“, sagte Kremer, das werde auch mit Fotos dokumentiert. Und manchmal sei der Bürgersteig dann besser als vorher. Im Übrigen gebe es die üblichen fünf Jahre Gewährleistung.

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