Blitzer-Attacken kosten die Behörden nicht viel, aber werden verfolgt

dzSprühfarbe

Die Attacken auf die Blitzer in Ickern kosten die Stadt und den Kreis Recklinghausen nach Angaben aus den beiden Behörden nicht viel. Aber für Schmierfinken könnte es teuer werden.

Castrop-Rauxel

, 21.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer hat die Blitzer in Ickern blind gemacht? Gleich dreimal gab es in den vergangenen zwei Wochen Attacken mit Sprühfarbe auf die Blitzersäule am Ortsausgang nach Mengede und auf den Anhängerblitzer „Gunther“. Beide waren gerade erst im Einsatz. Sowohl der Kreis Recklinghausen als auch die Stadtverwaltung äußern sich aber entspannt zu den Angriffen.

„Das Graffiti lässt sich mit einem Graffitientferner entfernen“, antwortet Uta Stevens, Sprecherin im Rathaus der Stadt, auf die Anfrage unserer Redaktion. „Gunther“ hatte es vergangene Woche am Standort Vinckestraße erwischt: Dort stand der gerade erst in Betrieb genommene Anhänger mehrere Tage und auch über Nacht. Ein unbekannter Täter hatte die Scheibe mit Farbe beschmiert, durch die die Kamera Temposünder erfasst.

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Stevens erklärt, dass recht einfach Wechselscheiben in den Panzerblitzer eingesetzt werden könnten. „Beschädigte Scheiben können schnell ausgetauscht werden“, so Stevens. „Gunther“ sei am Montag nach mehrtägigem Einsatz in Ickern in die Tiefgarage des Rathauses gezogen worden. „Er lädt dort auf und ist am Tag drauf wieder wie geplant einsatzbereit“, sagt die Sprecherin. Man prüfe nun, ob eine Anzeige gegen Unbekannt gestellt werde.

10.000 Euro Miete im Monat

Den Blitzer-Anhänger hat die Stadt nur gemietet, er gehört ihr nicht. Sie zahlt rund 10.000 Euro im Monat an den Dienstleister und will diese und die Personalkosten für die Positionierung des Anhängers und dessen Verwaltung sowie die Nachverfolgung der Temposünder-Delikte, zusammen etwa 200.000 Euro im Jahr, durch Bußgelder refinanzieren.

Panzerblitzer "Gunther" im Einsatz an der Vinckestraße in Ickern: Schon nach einer Woche wurde er mit Sprühfarbe blind gemacht.

Panzerblitzer "Gunther" im Einsatz an der Vinckestraße in Ickern: Schon nach einer Woche wurde er mit Sprühfarbe blind gemacht. © Ranft

Die festen Blitzer, früher Starenkästen, jetzt Blitzersäulen, verwaltet der Kreis Recklinghausen. Gut zwei Dutzend stehen im Kreis, in Castrop-Rauxel gibt es vier Standorte( zwei in Ickern, zwei an der B235. „Wenn eine Anlage besprüht wird, übernehmen die Mitarbeiter des Kreises die Reinigung“, sagt Lena Heimers, Sprecherin des Kreises. So geschehen an der Recklinghauser Straße vor gut einer Woche. Danach gab es aber eine neue Farbattacke.

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„Im Anschluss geht die Anlage gleich wieder in Betrieb“, so Heimers. „Ob alt oder neu: Vandalismus an den Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen des Kreises tritt immer mal wieder auf und ist leider bislang nicht zu verhindern“, sagt sie. Der Kreis appelliere schlicht an die Vernunft der Bürger. Geschwindigkeitsüberwachung leiste einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit und diene damit der Allgemeinheit.

Säule kostet 18.000 Euro

Die Säulen, die derzeit nach und nach die Starenkästen ersetzen, kosten 18.000 Euro. Sie seien ausschließlich an Unfallhäufungsschwerpunkten platziert. Die Höhe der Säulen, man kommt viel leichter an die Kamerascheibe als bei den Starenkästen, spiele bei Vandalismus nach Auffassung der Kreisverwaltung keine Rolle. „Auch höher gelegene Starenkästen wurden in der Vergangenheit Opfer von Vandalen“, so Heimers.

Und in der Tat: Der alte Starenkasten an der Recklinghauser Straße war stets mit Farbe beschmiert. Damals wie heute gelte aber eine Grundregel: „Wenn dies passiert, wird immer Strafanzeige gestellt“, sagt Lena Heimers. Und wenn ein Täter überführt wird, dann handelt es sich dabei mindestens um eine Sachbeschädigung, möglicherweise sogar um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, der mit zwei Punkten in der Verkehrssünder-Datei und einem satten Bußgeld bestraft werden kann.

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