Bisamratten fühlen sich seit kurzem im Erin-Park heimisch - aber wie lange noch?

Natur

Sogenannte invasive Tierarten sorgen immer wieder für Probleme in heimischen Ökosystemen. Jetzt haben sich Bisamratten auf dem ehemaligen Castroper Zechengelände Erin angesiedelt. Ein Problem?

Castrop-Rauxel

von Joel Kunz

, 07.02.2020, 06:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Castrop-Rauxeler Erinpark leben Bisamratten. Bisame, wie sie wissenschaftlich genannt werden, sind Nagetiere, die ursprünglich aus Nordamerika stammen.

Ein Spaziergänger meldete unserer Redaktion etwaige Beobachtungen und dokumentierte sie mit Fotos, auf denen mehrere Tiere zu sehen sind.

Der Angel- und Gewässerschutzverein DoCas-Blinker bestätigt: Es sind Tiere da, die vorher nicht da waren - und zwar Bisame.

Bisamratten fühlen sich seit kurzem im Erin-Park heimisch - aber wie lange noch?

Mehrere Tiere wurden von einem Leser gesichtet. Fotos stellte er unserer Redaktion zur Verfügung. © Privat

Durch Bisame können Schäden am Uferbewuchs entstehen, sagt August Wundrok, Vorsitzender von DoCas-Blinker. Der Schaden sei jedoch überschaubar. Maßnahmen zur Eindämmung der Population seien vorerst nicht nötig, meint er.

Mittlerweile haben sich die mit Wühlmäusen verwandten Bisamratten über ganz Europa und Asien ausgebreitet. Hier gelten sie als Neozoen, sprich als eingeschleppte Art. Sie passen sich neuen Ökosystemen schnell an. Nun also auch im Erinpark, wo sie an den Teichen leben.

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Der Leser hatte von Nutria berichtet, die er gesichtet habe. Das ist eine größere, ebenfalls eingeschleppte Nagerart. Laut August Wundrok ist die Beobachtung aber falsch: Es handelt sich um Bisamratten.

Auf Anfrage unserer Redaktion sagt die Stadtverwaltung, dass sie eine Sichtung bestätigen könne, aber sie derzeit überprüfe. Das hat auch einen Grund: Invasive Arten können Ökosysteme stören. Die Ausprägung der Schäden variiert aber oft stark. Uta Stevens, Sprecherin der Stadtverwaltung, sagt: „Als Neozoen wären die Tiere in Abstimmung mit der unteren Umweltbehörde / Jagdbehörde Kreis Recklinghausen zu fangen und aus dem Lebensraum zu entfernen.“

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