Hund, Katze, Hamster, Wellensittich: Wussten Sie, welches Haustier in der Haltung am teuersten und welches am günstigsten ist? © Martin Klose
Haustiere

Bis zu 30.000 Euro: So viel kostet ein Haustier im Laufe seines Lebens

Mehr als eine Million Haustiere haben sich die Deutschen in der Pandemie zugelegt. Viele Käufer unterschätzen die Kosten der Tiere. Das weiß niemand besser als das Tierheim in Castrop-Rauxel.

Gerade in der Coronazeit wünschen sich viele Menschen Gesellschaft, um nicht einsam zu sein. Dass viele diese Gesellschaft in einem Haustier suchen, zeigte jüngst eine Studie des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe in Deutschland: Die Zahl der Haustiere in Deutschland stieg im Jahr 2020 demnach um knapp eine Million im Vergleich zum Vorjahr.

Haustiere scheinen ein einfacher Weg zu sein, um nicht allein sein zu müssen. Was viele dabei aber übersehen: Die kleinen Begleiter sind ganz schön teuer. Fast 17.000 Euro kostet ein Hund laut Berechnungen der heimwerker.de-Redaktion im Laufe seines Lebens. Pro Jahr müssen Hundebesitzer rund 1200 Euro in ihren Vierbeiner investieren – das geht bei einer Lebenserwartung von 13 Jahren ganz schön ins Geld.

Bei Katzen sieht es schon etwas milder aus, aber auch sie kosten während ihres Lebens durchschnittlich 10.000 Euro. 600 Euro müssen Katzenbesitzer pro Jahr einkalkulieren.

Schildkröten kosten knapp 30.000 Euro

Spitzenreiter ist die Schildkröte: Mit knapp 30.000 Euro ist sie das teuerste Haustier. Schuld daran ist die hohe Lebenserwartung: Im Jahr müssen die Besitzer zwar nur rund 300 Euro ausgeben. Da die Tiere aber um die 95 Jahre alt werden, kommt am Ende die hohe Summe zusammen.

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Wer günstiger davon kommen will, sollte sich am besten einen Hamster zulegen. Der kostet nur rund 160 Euro im Jahr. Da Hamster im Durchschnitt nur zwei Jahre lang leben, bleiben die Kosten für das Haustier insgesamt bei unter 500 Euro.

Tierheim gibt jährlich 50.000 Euro für den Tierarzt aus

Jemand, der nur allzu gut um die hohen Kosten der Tiere weiß, ist Johannes Beisenherz. Er ist Vorsitzender des Tierschutzvereins von Castrop-Rauxel. In dessen Tierheim befinden sich stets über hundert Tiere: Von Hunden und Katzen bis hin zu Kleintieren wie Kaninchen und Hamster. Und das kommt den Verein, der von den Städten Castrop-Rauxel und Waltrop unterstützt wird, teuer zu stehen.

Bis zu 50.000 Euro gibt das Tierheim im Jahr für Tierarztkosten aus, inklusive Operationen und Medikamente. Dafür erhält der Verein einen jährlichen Pauschalbetrag von den Städten. „Der deckt aber bei weitem nicht die Kosten“, sagt Beisenherz.

Dazu kommen noch die Futterkosten. Diese werden hauptsächlich durch Sachspenden von Organisationen und Privatpersonen finanziert, so Beisenherz. Zudem müssen Interessenten, die ein Tier aus dem Heim mitnehmen wollen, eine Schutzgebühr für die Vermittlung zahlen.

Johannes Beisenherz ist Vorsitzender des Tierschutzvereins Castrop-Rauxel. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Ausgaben höher als Einnahmen

Ausreichend sei das aber nicht, sagt Beisenherz. Die Ausgaben seien immer noch höher als die Einnahmen. „Es gelingt nicht ganz, die Kosten auszugleichen“, erklärt er. Der Verein müsse deshalb auf Rücklagen aus Erbschaften zurückgreifen, die zum Zwecke des Tierschutzes dem Verein immer wieder mal gewidmet werden.

Damit Tierliebhaber nicht vom finanziellen Aufwand ihrer Schützlinge überrascht werden, rät Beisenherz, sich die Anschaffung eines Tieres vorher genau zu überlegen. „Man darf nicht nur auf die gegenwärtige Situation blicken, sondern muss auch in die Zukunft schauen“, meint er. Eventuelle Wohnungswechsel, aber auch das eigene Alter müsse man einkalkulieren.

Einige Leute hätten bereits versucht, ihre Tiere aus finanziellen Gründen wieder ins Tierheim zu geben. „Wenn es temporär ist, können wir vielleicht aushelfen“, sagt er. Oft nähmen sie die Tiere aber gar nicht erst an.

„Viele machen es sich zu einfach“, findet Beisenherz. Die Besitzer hätten vorher überlegen müssen, ob sie sich das Tier leisten können. „Die Tiere werden zu Familienmitgliedern. Man kann sie nicht einfach wieder zurückgeben, genau wie bei einem Kind auch“, sagt er.

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