Beziehungsstreit endet in Vandalismus

CASTROP-RAUXEL Zerstochene Reifen und eine eingeschlagene Scheibe an seinem Auto ließen den 57-Jährigen ausrasten. Seine Wut ließ er an den Gartenstühlen des Nachbarn aus. Schlug die Möbel kurz und klein. Das kaputte Auto brachte er ein paar Hundert Meter entfernt auf einen Kirchparkplatz, dann gönnte er sich auf den Ärger eine Flasche Wodka. Die Reihenfolge interessierte am Dienstag den Richter im Amtsgericht besonders.

von Von Gabi Regener

, 02.07.2008, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beziehungsstreit endet in Vandalismus

Denn er hatte Grund zur Annahme, dass der Mann sein Auto erst nach dem Alkoholgenuss weggebracht hat. Davon war zumindest die Polizei überzeugt, die vom Besitzer der Gartenstühle gerufen wurde.

Der habe nämlich aus dem Fenster geschaut und gesagt, dass der Nachbar das Auto eben erst auf den Parkplatz an der Kirche gebracht habe. Dort trafen ihn die Beamten dann auch gegen 14.30 Uhr an, im Gespräch mit einer Angestellten des Pfarrbüros.

Glaubt man dem Angeklagten, hat das alles Stunden vorher gegen acht Uhr morgens stattgefunden an jenem kalten Tag im Januar. Doch genau die Kälte ist es, die der Polizei ein Indiz für die spätere Fahrt liefert. Eine leichte Schneeschicht habe das Auto bedeckt, nur die Motorhaube sei frei und noch etwas warm gewesen, sagte der Beamte aus.

Widersprüchliche Angaben der Ehefrau

Wenig Licht ins Dunkel der Verhältnisse brachte die Aussage der Ehefrau des Angeklagten. Hatte sie in ihrer Aussage bei der Polizei noch angegeben, ihr Mann habe sowohl die Gartenmöbel zerstört wie auch zwei Wochen später die Wohnungstür des Nachbarn, behauptete sie im Gerichtssaal das Gegenteil.

Die getrübte Erinnerung wird erhellt, wenn man das Beziehungsgeflecht berücksichtigt. Wie in ihren Aussagen, so schwankte die 41-jährige Hausfrau auch zwischen den beiden Männern. Fühlte sich vom Ehemann bedroht, flüchtete sie zum Nachbarn, zog dort ein. Weil der angeblich Falschaussagen erpresst hat, kehrte sie zurück.

Frau zum Ehemann zurückgekehrt

Mittlerweile ist der Nachbar ausgezogen, die Frau zum Ehemann zurückgekehrt. Sie lässt nun kein gutes Haar am einstigen Nebenbuhler. So soll er das Auto des Gatten zerstört haben, wie auch seine eigene Wohnungstür. Als sie allerdings auch die kaputten Gartenmöbel auf dessen Konto verbuchen wollte, schüttelte der Richter den Kopf.

Denn das hatte der Ehemann zuvor schon zugegeben. Ob er aber sein Auto vor oder nach dem Genuss einer Flasche Wodka gefahren hat, das soll am 15. Juli geklärt werden. Dann werden noch ein weiterer Polizist, die Gemeindesekretärin und der ehemalige Nachbar in den Zeugenstand geladen. 

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