Dobrindt zum Fuhrpark: Baureifmachung hätte Millionen Euro gekostet

dzWohnbebauung

Das Grundstück an der Herner Straße gammelt vor sich hin. Jetzt meldet sich auch der ehemalige Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt zu Wort. Das Fuhrpark-Gelände sei prädestiniert für Wohnbebauung.

Castrop-Rauxel

, 23.07.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unsere Berichterstattung über die Situation des alten Fuhrparks an der Herner Straße hat jetzt auch Heiko Dobrindt veranlasst, den langjährigen Technischen Beigeordneten (TBG) der Stadt, der im Sommer 2019 in Pension gegangen ist, sich aus dem Ruhestand zu Wort zu melden.

Der Fuhrpark wurde von der Stadt 2008 aufgegeben, als das Baulager zum EUV-Betriebshof am Westring zog. Danach war das Gelände noch zeitweise an einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb unterverpachtet, noch bis zum Jahr 2061 aber läuft der Erbpacht-Vertrag der Stadt mit den Eigentümerinnen des Geländes.

Anwohnern ist das Gelände ein Dorn im Auge

Vielen Anwohnern ist das Gammel-Grundstück ein Dorn im Auge und der CDU-Politiker Michael Schneider hat jetzt vorgerechnet, dass die Stadt bis zum Auslaufen des Vertrages noch 840.000 Euro Pacht zahlen müsse. Aus seiner Sicht müsse das Gelände in Kooperation mit den Eigentümerinnen dringend entwickelt werden.

Den Auftrag zu solchen Gesprächen hatte Schneiders Erläuterungen zufolge schon vor Jahren Dobrindt erhalten. Was daraus geworden sei, sei aber offen geblieben.

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Heiko Dobrindt, der 24 Jahre lang als TBG tätig war, bestätigt nun, dass die Auseinandersetzung und Beschäftigung mit dem Thema Fuhrparkgelände „mich über viele Jahre meiner Amtszeit, bis zuletzt, begleitet“ habe. Alle amtierenden Verwaltungschefs und die zuständigen Fachbereiche, das hebt er hervor, seien dabei ständig involviert und eingebunden gewesen.

Kosten in Millionenhöhe seien nicht zu leisten gewesen

Am Anfang hätten dabei selbstverständlich „Gespräche und Schriftverkehr mit der Eigentümerin“ gestanden, dabei sei schnell deutlich geworden, dass eine Mobilisierung der Fläche für eine wünschenswerte höherwertige Nutzung nur über eine sehr konkrete Investitionsabsicht, möglichst mit der Stadt als Vertragspartner, erreicht werden könne.

Im Jahr 2016 wurde auf dem Fuhrpark-Gelände einmal groß aufgeräumt. Damals zog ein Garten- und Landschaftsbauer dort als „Untermieter“ ein. Lange währte das aber nicht. Seitdem passiert an der Herner Straße nichts.

Im Jahr 2016 wurde auf dem Fuhrpark-Gelände einmal groß aufgeräumt. Damals zog ein Garten- und Landschaftsbauer dort als „Untermieter“ ein. Lange währte das aber nicht. Seitdem passiert an der Herner Straße nichts. © Abi Schlehenkamp

Dobrindt: „Dass die Baureifmachung der Fläche zu Kosten in Millionenhöhe aus dem Kommunalhaushalt nicht geleistet werden konnte, ist der finanziellen Situation der Stadt geschuldet gewesen.“ Die Bemühungen, einen solventen Investitionspartner zu finden, hätten immer wieder zu vielversprechenden Gesprächen und städtebaulichen Lösungsvorschlägen geführt, die letztendlich aus wirtschaftlichen Gründen auf Investorenseite nicht weiter verfolgt worden seien.

Dobrindt hofft auf neue Stadtentwicklungsgesellschaft

„Die Gründung der neuen Stadtentwicklungsgesellschaft bietet aber nunmehr die Chance, bei entsprechendem Votum des Rates, eine Veränderung der Situation neu zu prüfen und herbeizuführen“, hofft Heiko Dobrindt.

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Denn der Standort ist aus seiner Sicht „nach wie vor für eine Wohnbebauung, auch mit Geschosswohnungsbau im öffentlich geförderten Sektor, hervorragend geeignet“.

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