Die Grünen wollen die neue Baumschutzsatzung wieder absägen

dzBaumschutz

Die Grünen wollen die alte Baumschutzsatzung wieder zurück. „Wer jetzt noch gesunde Bäume fällt, hat die Botschaft noch nicht verstanden“, sagt Notburga Henke. Auch Öko-Konto ist ein Thema.

Castrop-Rauxel

, 17.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grünen wollen die alte Baumschutzsatzung wieder zurück, alles zurück auf null und den sogenannten Konsensbeschluss vom September vergangenen Jahres am liebsten absägen.

Seinerzeit hatten SPD, CDU und FWI dafür gesorgt, dass die Bestimmungen gelockert wurden. Davon profitierten insbesondere die Besitzer von Grundstücken, die kleiner als 400 Quadratmeter sind, aber auch jene, bei denen der Baum nur vier Meter vom eigenen Grund und Boden entfernt ist.

Abholzungen bei Alleen

„Seitdem ist gerade bei Baumreihen Schlimmes passiert“, sagt Notburga Henke, die grüne Vorsitzende des Umweltausschusses. Bei Alleen habe es viele Abholzungen gegegben. Auch die 2018 neu angesetzte Höhe hält sie für nicht akzeptabel. Fielen nach der alten Baumschutzsatzung die Bäume unter Schutz, wenn sie in einem Meter Höhe vom Boden an einen Umfang von 80 Zentimetern aufwiesen, sind es nach der Modifizierung der Satzung 100 Zentimeter. Auch Obstbäume wollen die Grünen gerne in die Baumschutzsatzung aufnehmen, jedenfalls dann, wenn sie einen Stammumfang von 40 Zentimetern aufweisen.

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„Wer jetzt noch gesunde Bäume fällt, hat die Botschaft nicht verstanden“, sagt Henke. Angesichts des Klimawandels, der sich anbahnenden Katastrophe durch die Erderwärmung und des Artensterbens dürfe es auch in Castrop-Rauxel kein „Weiter so“ geben.

Im Übrigen benutzten wir eigentlich alle die falsche Begrifflichkeit. Statt von Umwelt zu sprechen, sei es eher angebracht, sich um die Mitwelt zu sorgen. Der Klimawandel könne durch Aufforstung positiv beeinflusst werden, ergänzt Grünen-Fraktionschef Bert Wagener. Bäume zu pflanzen habe das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen gemachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen. Dabei beruft sich Wagener auf eine entsprechende Studie der Technischen Hochschule Zurück (veröffentlicht im Fachmagazin Science).

Verwaltung sagt: Wir brauchen eine zusätzliche Stelle

Der grüne Vorstoß steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag, 17. September, um 17 Uhr im Ratssaal. Ebenfalls Thema: ein Antrag der Grünen, wie auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet durch Aufforstung dem Klimawandel entgegengewirkt werden kann.

Zum Thema Ausgleichsflächenkonzept, das auf Initiative der SPD-Fraktion vor der Sommerpause auf den Weg gebracht wurde: Da müssen ordentlich Pflöcke gesetzt werden. Nebenher funktionierten Öko-Konto und Begleitung nicht, sagt die Verwaltung. Dafür müsste eine zusätzliche Stelle eingerichtet werden. „Dann besteht die Chance, aus der Pflichtaufgabe des ökologischen Ausgleichs mit überschaubarem Mehraufwand ein Instrument zur strategischen ökologischen Aufwertung des Stadtgebietes zu machen“, heißt es in der Vorlage.

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Als Zeitraum für eine Erstkonzeption veranschlagt die Verwaltung grob ein Jahr. Sie möchte gerne mit dem Kreis als Träger der Landschaftsplanung die bestehenden Pläne als Grundlage nehmen und sie aufpeppen. Dabei gehe es auch darum, sich mit großen Flächeneigentümern wie Landwirten und Kirchen abzustimmen. Auch Gehölzstreifen und Ackerrandstreifen könnten eine Rolle spielen.

Ausgleich für Bauen an Heerstraße in Lippe-Auen

Im Zusammenhang mit der Diskussion um das Neubaugebiet Wohnen an der Emscher und die alte Eiche hatte sich herausgestellt, dass Castrop-Rauxel ziemlich schmal aufgestellt ist, wenn es um Ausgleichsflächen für Eingriffe in die Natur geht. Deshalb findet der Ausgleich für den Eingriff an der Heerstraße in Habinghorst in den Lippe-Auen statt.

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