Vielerorts werden Wäschekörbe zum Schutz von Rehkitzen genutzt. © picture alliance/dpa | Swen Pförtner
Rehkitz-Rettung

Bauern und Jäger in Castrop-Rauxel retten Rehkitze vor dem Mäh-Tod

Mit Hilfe von Drohnen und Wäschekörben werden in Castrop-Rauxel Rehkitze auf Wiesen und Feldern gerettet. Spaziergänger könnten die Aktion gefährden. Bauern und Jäger appellieren an sie.

Wäschekörbe in den Feldern und Wiesen in Castrop-Rauxel könnten für Verwirrung sorgen. Wer zum Beispiel an illegal entsorgten Müll denkt, liegt völlig falsch. Die Körbe haben vielmehr einen wichtigen Zweck.

Wer genauer hinguckt, dem wird vielleicht auffallen, dass unter den Körben Rehkitze gefangen sind. Ein Fall von Tierquälerei? Auch nicht. Das Gegenteil ist der Fall: „Wenn ein Rehkitz unter einem Wäschekorb liegt, ist es dort zu seinem eigenen Schutz“, erklärt Landwirt Ulrich Dingebauer. Denn wenn im Frühjahr die Bauern ihre Grünflächen mähen, kann es für die jungen Rehe gefährlich werden. Für die Kitze besteht das Risiko, von der Maschine erfasst und getötet zu werden.

Laut Dingebauer ist das Problem in diesem Jahr etwas geringer als sonst, da aufgrund des Regens erst spät gemäht wird. Da seien die Kitze dann bereits in einem Alter, in dem es ihnen möglich sei, vor den Mähmaschinen zu flüchten.

Jäger und Landwirte kooperieren

Um Mäh-Tode von Rehkitzen zu verhindern, arbeiten viele Landwirte mit Jägern zusammen. Wenn ein Landwirt mähen will, teilt er dies tags zuvor den Jägern mit. Heutzutage ist es durch technische Hilfsmittel relativ einfach, die Rehkitze aufzuspüren.

Mithilfen von Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, überfliegen die Jäger das betroffene Gebiet, um die Rehkitze ausfindig zu machen, erklärt CDU-Ratsmitglied und Jäger Josef Berkel. Im Anschluss durchkämmen die Jäger selbst das Gebiet und bringen die Rehe unter eben jenen Wäschekörben in Sicherheit.

Wer bei dieser Praxis Bedenken bezüglich des Tierschutzes hat, kann beruhigt sein. Nach dem Mähvorgang werden die Rehe von den Jägern selbstverständlich wieder freigelassen. Auch ihre Herde finden die Jungtiere problemlos wieder.

Kitze nicht mit den Händen anfassen

Eine wichtige Regel gilt es jedoch zu beachten, so Berkel: „Man darf die Kitze nicht mit den Händen anfassen.“ Denn dadurch bleibe der Körpergeruch des Menschen an den Rehkitzen hängen. In der Folge würden sie von ihren Müttern verstoßen.

Wer also in der Natur auf ein eingesperrtes Reh unter einem Wäschekorb trifft, sollte das Tier weder berühren noch befreien. Denn so könnten die Rehe aus vermeintlich gutgemeinten Gründen unabsichtlich in Gefahr gebracht werden.

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