Diese Buchen, die im Goldschmiedingpark weitgehend frei stehen, sind von Rindenbrand befallen. Sie leiden unter einer starken Sonneneinstrahlung, wenn sie solo stehen, wo sie vorher von anderen Bäumen umgeben waren. © Tobias Weckenbrock
Umweltausschuss

Bäume gefällt, Bäume gepflanzt: Das steckt hinter den Maßnahmen der Stadt

Auf markante Kopfweiden am Alten Garten in Henrichenburg kommt die Säge zu. Auf dem Waldfriedhof, im Goldschmiedingpark, am Hallenbad mussten auch Bäume weichen. Warum, erklärt der Baum-Experte.

Klaus Breuer hat im Umweltausschuss immer wieder die Rolle des Baum-Flüsterers: Der Leiter des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen gibt regelmäßig Auskunft darüber, warum die Stadtverwaltung in Castrop-Rauxel Bäume fällte und wo sie neue pflanzt. Das tat er auch am Dienstag (9.2.) mit Blick aufs vergangene und laufende Quartal. Ein Überblick.

Zwei Kopfweiden in Henrichenburg (Alter Garten) werden bald gefällt. Dabei handelt es sich um Weichhölzer, die nach 30 bis 40 Jahren nicht mehr standfest genug seien. Ein starker Pilzbefall haben nun offensichtlich gemacht, dass die beiden Weiden auch innen zerfressen sind. Die Stadt muss nun erst prüfen, ob hier Fledermaus-Behausungen vorliegen. Wenn nicht, kommen sie weg. Dann werden dort neue Bäume gepflanzt.

Vor der Ickerner Gesamtschule müssen eine große Kiefer und eine Eibe gefällt werden, die zu nah am Gebäude stehen. Die Fassade muss dort saniert werden, damit im August die neue Gesamtschule starten kann. Auch kleinere Kiefern müssen gefällt werden, allerdings bleiben auch viele stehen, so Breuer.

Auf dem Waldfriedhof Bladenhorst mit dem zum Teil uralten Baumbestand müssen einige Stämme weg: Es handelt sich um Totholz-Stämme, bei denen die Stadt bisher nur die Baumkronen gefällt hat. Das tut sie dort häufiger, wenn es geht, denn die Stämme sind wertvolle Lebensräume zum Beispiel für den Bunt- und Grünspecht. Nach drei, vier, fünf oder spätestens zehn Jahren müsse man aber die Stämme entnehmen, weil sie irgendwann umfallen und dann eine Gefahr für Spaziergänger sind.

Gefällt wurden zwei Platanen im Goldschmiedingpark, einige Buchen am Wildgehege Grutholz, ein alter Baum am Hallenbad und eine Kirsche an der Gesamtschule Ickern. In allen Fällen war die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet.

Der Umweltausschuss der Stadt Castrop-Rauxel tagte Dienstag (9.2.) zum ersten Mal online via Zoom.
Der Umweltausschuss der Stadt Castrop-Rauxel tagte Dienstag (9.2.) zum ersten Mal online via Zoom. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Eine Großfällung von Buchen am Kleingartenverein Am Schellenberg / Goldschmiedingpark hatten den Hintergrund der sogenannten Buchenkomplexkrankheit. „Da müssen einige weitere Bäume gefällt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten“, sagt Klaus Breuer. „Es kommen aber gerade junge Buchen nach“, so der Stadtgrün-Chef, der im Umweltausschuss ein Foto vom Wegesrand hoch zum Hammerkopfturm zeigte. „Dieses gesunde Erneuern beobachten wir in den nächsten zwei Jahren. Es sieht so aus, als erholt sich der Wald hier.“

Bis Ende 2020 pflanzte der Bereich 75 neue Bäume, so Klaus Breuer. Und im Frühjahr werden weitere hinzu kommen. Darunter vielleicht die elf Zierpflaumen eines Baumkreises für einen Erinnerungsort zum Gedenken der Opfer des NSU-Terrors: „Wahrscheinlich wird das Mahnmal im März angelegt“, so Klaus Breuer.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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