Bäckerei Mack gibt Mitarbeitern bis zum 30. Juli hitzefrei: Verkauf nur bis 14 Uhr

dzSommerhitze

Hitzefrei bekommen nur Schüler? Die Backmeisterei Mack mit ihren vier Filialen, eine davon in Frohlinde, entlastet ihre Mitarbeiter auch: Bis Ende Juli schließen die Läden jetzt um 14 Uhr.

von Nicola Schubert

Frohlinde

, 25.07.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Filiale der Bäckerei Mack in Dortmund-Kirchhörde hat eine Klimaanlage. Die in Hombruch auch. Zwei andere Standorte, der in Westrich und der in Frohlinde, nicht. Darum gilt nun überall, per Aushang angekündigt: Die Bäckerei Mack schließt am Nachmittag derzeit schon um 14 Uhr. An allen vier Standorten.

Im Laden an der Dortmunder Straße in Frohlinde ist das Plakat auch deutlich an der Fensterscheibe zu sehen. Bei Facebook gibt es auf einen Beitrag, in dem das Foto hängt, über 200 Likes, aber auch ein paar kritische Kommentare.

Bäckerei Mack gibt Mitarbeitern bis zum 30. Juli hitzefrei: Verkauf nur bis 14 Uhr

Silvia Urmes freut sich, den Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern. © Nicola Schubert

„Schließlich wollen wir alle gleich behandeln“, erklärt Silvia Urmes, die rechte Hand von Bäckermeister Mack, auf Anfrage unserer Redaktion. Die beiden Klimananlagen in den zwei Dortmunder Filialen habe man auch erst seit ein paar Tagen. „Nach der Hitzewelle vor zwei, drei Wochen wollten wir handeln“, sagt sie.

„Vor dem Ofen kann es beim Öffnen durch die Backhitze schonmal zu Temperaturen von 70 Grad kommen.“

Dortmunder Kunden reagieren überwiegend positiv

Ab jetzt bis einschließlich 30. Juli gilt die Regelung, dass ab 14 Uhr die Ladentüren geschlossen bleiben. Kunde Hans-Dietrich Wittgen findet das nachvollziehbar: „Es ist doch wirklich so heiß.“ Er hat noch schnell seinen Kaffee ausgetrunken, kommt oft zum Frühstücken her.

Die meisten Kunden, vor allem Stammkunden, kämen ohnehin vor 14 Uhr, sagt Mitarbeiterin Brigitte Weber. Sie freut sich über die freien Stunden. „So habe ich ein bisschen Zeit für Erledigungen. Sonst ist dafür bei einer Sechs-Tage-Woche nicht viel Raum.“

Bäckerei Mack gibt Mitarbeitern bis zum 30. Juli hitzefrei: Verkauf nur bis 14 Uhr

Brigitte Weber, Lyes Ramla und Beatrice Nastase aus einer Filiale in Dortmund freuen sich, dass sie in diesen Tagen ab 14 Uhr nicht mehr vor dem heißen Ofen stehen müssen. © Nicola Schubert

Die Festangestellten müssen finanziell keine Einbußen hinnehmen. Und auch die Aushilfen seien froh über das „Hitzefrei“, erklärt Silvia Urmes. „Im Moment lässt sich das auch deshalb gut machen, weil Urlaubszeit ist. Viele sind weg und wir können unsere Dienstpläne anpassen.“

Als Arbeitgeber habe man Fürsorgepflicht. Als die Backmeisterei die Information am Dienstag bei Facebook veröffentlichte, habe es auf deren Seite viel Lob gegeben. Auf der Seite „Du bist Castroper, wenn...“ rechneten andere aber auch vor, dass bei Öffnung um 6 Uhr am Morgen der Arbeitstag auch so schon lang genug sei.

Feierabend am Mittag

Am Mittwoch war erstmals so früh Feierabend. Als Weber und ihre Kollegen Lyer Ramla und Beatrice Nastase die Bleche aus der Theke der Filiale in Hombruch nehmen und alles sauber wischen, schlüpft noch ein Mann durch die Ladentüren.

„Wie, was ist hier denn los?“, fragt er. „Wir arbeiten wegen der Hitze nur bis 14 Uhr.“ Der Mann ist verblüfft. „Na, hier würde ich ja auch gern arbeiten. Aber nur, wenn es so heiß ist. Krieg ich denn noch was Kaltes zu trinken?“ Beatrice Nastase reicht ihm eine Flasche Mineralwasser. „Das gibt‘s doch nicht, wie in der Schule...“

Zur Sache

Das sagt der Arbeitsschutz

  • Laut Verdi darf die Lufttemperatur in Arbeitsräumen nicht höher als 26 Grad sein. Ist sie höher, gibt es ein an Maßnahmen geknüpftes Stufenmodell.
  • Bei über 30 Grad muss der Arbeitsgeber unter anderem effektiv lüften, zum Beispiel nachts, oder möglichweise Arbeitszeiten verlagern.
  • Steigt die Temperatur über 35 Grad, ist der Raum ohne besondere Maßnahmen wie Luftduschen oder Entwärmungsphasen nicht als Arbeitsraum geeignet.
Lesen Sie jetzt