AWO-Büro am Busbahnhof in Castrop macht gar nicht mehr für Kunden auf

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Das Büro der AWO am Busbahnhof wird nicht wieder geöffnet. Auch Geld hat eine Rolle gespielt. Hier kann man sich trotzdem noch weiter beraten lassen.

Castrop-Rauxel

, 10.11.2019, 09:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
AWO-Büro am Busbahnhof in Castrop macht gar nicht mehr für Kunden auf

Der AWO-Stadtverband gibt sein Büro an der Herner Straße 1 auf - es ist bereits geschlossen, am Mittwoch kommender Woche werden die noch verblieben Ausstattungs-Gegenstände abgeholt. © Schlehenkamp

An der Scheibe des kleinen Ladenlokals an der Herner Straße 1 klebt der Zettel mit der Auskunft „bis auf Weiteres geschlossen.“ „Bis auf Weiteres“ trifft aber nicht mehr zu: Nicht nur der Bereich Reisen, Kur und Erholung bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist dauerhaft geschlossen, sondern das ganze Büro des AWO-Stadtverbands. Nächsten Mittwoch, 13. November, wird der AWO-Vorsitzende Jürgen Block die letzten noch verbliebenen Utensilien aus dem Büro am Busbahnhof herausholen.

Mitgliederzahl gesunken

Er bedauert die Schließung sehr. Aber der AWO, die in ihren Hoch-Zeiten als Verband der Wohlfahrtspflege mehr als 1000 Mitglieder in Castrop-Rauxel hatte, eine große Rolle in sozialen Fragen der Stadtgesellschaft inne hatte und eine große Geschäftsstelle am Biesenkamp, geht es nicht anders als anderen Vereinen und Verbänden. Aufgaben wurden sukzessive neu strukturiert - und meistens der Synergieeffekte wegen in größeren Zusammenhängen gebündelt.

Und es gibt immer weniger Mitglieder. In Castrop-Rauxel sind es laut Block noch 150. Die Regie der AWO-Kindergärten ging vor über zehn Jahren zunächst an den Unterbezirk Recklinghausen, später an den noch mal vergrößerten Unterbezirk Münsterland/Recklinghausen. Von den Begegnungsstätten und Altenstuben ist gerade mal die Begegnungsstätte im Wilhelm-Kauermann-Zentrum an der Bahnhofstraße 83 übrig geblieben.

Stammkunden bekommen den Reisekalatog zugeschickt

„Dort gibt es auch weiterhin Beratung“, sagt Jürgen Block. Und zwar mittwochs von 13 bis 16 Uhr sowie telefonisch unter Tel. (02305) 24 392. Und warum jetzt diese Zäsur? Der Bereich Reisen, Kultur und Erholung werde jetzt von Dorsten aus gemanagt, sagt Block. Anfang des Jahres sei eine Mitarbeiterin dieses Bereichs in Castrop-Rauxel verstorben. Eine Nachfolgerin werde der Unterbezirk nicht einstellen: Und die Stammkunden bekämen den Katalog ja weiterhin zugeschickt. „Aber gerade bei Mutter-Kind-Kuren habe ich als Ansprechpartner viel vermittelt“, sagt Block.

Letztendlich den Ausschlag habe aber das Geld gegeben. Die Miete für das Ladenlokal hätten sich bislang Stadtverband und Unterbezirk geteilt, ohne diese Geldspritze könne sich der Stadtverband das Büro nicht mehr leisten. Dort waren unter der Woche regelmäßig Sprechzeiten zu unterschiedlichen Terminen angeboten worden.

AWO: Wir bieten auch Hausbesuche vor Ort an

Sandra Schubert, Sprecherin des Unterbezirkes in Herten, sagt auf Anfrage unserer Redaktion: „Unser Team gibt es ja weiter und wir haben schon die Intention, Fachkompetenz zentral zu bündeln.“ Interessierte Bürger aus Castrop-Rauxel könnten sich auch telefonisch beraten lassen, wenn sie den Weg nach Dorsten scheuten, oder auch einen Hausbesuch bei sich vereinbaren oder in einer AWO-Einrichtung. Zudem biete die AWO Vereinen, Verbänden und anderen Gruppierungen Beratungsangebote vor Ort an, das gelte für den Reise-Sektor wie auch für die Mutter-Kind-Kuren.

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