Auf ihren mobilen Messwagen muss die Stadt vorerst verzichten. © Tobias Weckenbrock
Verkehrskontrollen

Ausfall des Blitzwagens kostet die Stadt pro Tag bis zu 220 Euro

Seit Ostern ist der mobile Blitzwagen der Stadt nicht mehr im Einsatz. Damit fallen Kontrollen aus. Und dem städtischen Haushalt fehlt bereits viel Geld. Das Minus könnte aber noch viel größer werden.

In der ersten Osterferienwoche sind Mitarbeiter der Stadt zum vorerst letzten Mal mit dem mobilen Blitzwagen unterwegs gewesen, um Raser ausfindig zu machen. Danach musste der Wagen in der Garage bleiben. Erst fehlte es an Personal, mittlerweile gibt es technische Schwierigkeiten. Wann der Wagen wieder eingesetzt werden kann, ist laut Stadt noch offen.

Ziemlich klar ist allerdings, auf wie viel Geld die Stadt verzichten muss, weil die mobilen Kontrollen ausfallen: Es entsteht „monatlich ein Einnahmeverlust zwischen 5000 und 6500 Euro“, hat die Stadt auf Anfrage für unsere Redaktion nachgerechnet. Der Wagen fährt seit dem 5. April nicht mehr raus, also seit mehr als einem Monat. Damit dürften jetzt schon bis zu 6500 Euro im Etat fehlen. Geht man von 30 Tagen pro Monat aus, gehen der Stadt am Tag knapp 220 Euro verloren.

Experten nehmen Messgeräte-Typ unter die Lupe

Und das Minus wird noch größer: Bisher kann die Stadt nicht sagen, wann die Messungen wieder starten können. Und ob sie überhaupt mit dem Messgeräte-Typ, der in dem Wagen verbaut ist, wieder aufgenommen werden dürfen.

Das Problem: Das Messgerät arbeitet möglicherweise nicht so wie erforderlich. In Castrop-Rauxel sei das noch nicht aufgefallen, aber in anderen Kommunen soll es gerade bei extremen Wetterverhältnissen zu „Abweichungen im Messergebnis“ gekommen sein, erklärte die Stadt Mitte April. Daher wird der Gerätetyp nun genau unter die Lupe genommen, von Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).

Stadt wartet auf die Ergebnisse

Die Untersuchungen laufen noch. Wann genau die Profis fertig sind, steht laut Stadtsprecherin Uta Stevens nicht fest. „Auch wir warten auf die Ergebnisse.“ Denn von diesen hängt viel ab: Zum einen, ob der Messgerätetyp aus dem Verkehr gezogen werden muss. Zum anderen könnten bereits erfolgte Ahndungen angezweifelt werden, wenn sich herausstellt, dass das Gerät nicht richtig gemessen hat.

Panzerblitzer „Gunther“ unterstützt das Ordnungsamt seit Oktober bei der Jagd nach Temposündern.
Panzerblitzer „Gunther“ unterstützt das Ordnungsamt seit Oktober bei der Jagd nach Temposündern. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Ob dann Bußgeldbescheide oder anderen verkehrsrechtlichen Konsequenzen unwirksam werden könnten, muss abgewartet werden. Die Stadt sagt hierzu: „Über die Wirksamkeit der Bußgeldbescheide würde ein Amtsgericht entscheiden.“

Während die PTB noch prüft, schaue die Stadt sich bereits nach einem Ersatzgerät um, heißt es. In jedem Fall bedeutet der Ausfall des mobilen Messwagens nicht, dass Raser in Castrop-Rauxel gerade nichts zu befürchten haben: Die festinstallierten Messsäulen sind in Betrieb. Die Polizei kontrolliert, und der Panzerblitzer „Gunther“ ist im Einsatz – und wechselt seinen Standort häufiger als sonst.

Der mobile Messwagen ist normalerweise sieben Tage die Woche unterwegs. Angekündigt werden immer drei bis vier Straßen, an denen er pro Tag steht.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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Natascha Jaschinski

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