Hausarzt Dr. Holger Knapp aus Castrop-Rauxel klärt über die Corona-Impfung auf. © Patricia Böcking
Fragen und Antworten

Arzt klärt auf: Das sollten Sie vor und nach der Corona-Impfung beachten

Die Zahl der geimpften Personen im Kreis Recklinghausen wächst rapide. Nach wie vor bestehen allerdings viele Fragen rund um die Impfung. Ein Castrop-Rauxeler Hausarzt klärt auf.

Die Zahl der geimpften Personen im Kreis Recklinghausen wächst so schnell wie noch nie: 33.600 Menschen wurden in der ersten Mai-Woche gegen Sars-CoV-2 geimpft. 29.000 davon erhielten ihre Erstimpfung, etwa 4600 wurden zum zweiten Mal geimpft.

Die Zahl der geimpften Personen steigt also rapide – gleichzeitig bestehen nach wie vor Unklarheiten rund um die Impfung. Wir klären einige von ihnen mit Dr. Holger Knapp, Hausarzt aus Ickern.

Was muss ich vor der Corona-Impfung beachten?

Damit die gesamte Impf-Prozedur so reibungslos wie nur möglich verlaufen kann, sollten die nötigen Vorbereitungen getroffen werden. Zur Impfung müssen die Versichertenkarte und, falls vorhanden, auch der Impfpass mitgebracht werden.Zudem wird empfohlen, den Aufklärungs- und Dokumentationsbogen ausgefüllt zum Termin im Impfzentrum oder beim Hausarzt mitzubringen, um vor Ort Zeit zu sparen. Die Terminbestätigung und ein Nachweis der Priorisierung müssen unter Umständen auch vorgelegt werden.

Ist eine Corona-Impfung auch mit einer Erkältung möglich?

„Zu differenzieren, ob jemand eine einfache Erkältung hat oder sich vielleicht doch mit dem Coronavirus infiziert hat, ist gar nicht leicht. Deshalb ist es sinnvoll, bei Erkältungssymptomen einen Schnelltest zu machen, bevor man sich die Impfung geben lassen will“, sagt uns Holger Knapp aus Ickern. Wer eine leichte Erkältung, also eine „einfache Bagatellerkrankung“ habe, der könne sich ohne Probleme die Corona-Impfung abholen. Personen, die hohes Fieber hätten – 38,5 Grad oder höher – sollten mit der Impfung indes warten. Das empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut.

Darf ich nach einer Corona-Impfung Alkohol trinken?

„Ein, zwei Gläser Bier sind bestimmt nicht kontraproduktiv“, sagt Dr. Knapp, „doch man sollte darauf achten, dass der Körper nicht zusätzlich und unnötig gefordert wird“.Der solle schließlich „in Ruhe“ Antikörper produzieren. Und durch heftigeren Alkoholkonsum sei diese Ruhe nun mal nicht gegeben. „Eine Person, die geimpft wurde, sollte sich etwas schonen“, sagt Dr. Knapp.

Wann darf ich nach einer Corona-Impfung wieder Sport machen?

Hausarzt Dr. Knapp empfiehlt „ein bis zwei Tage Ruhezeit“. Dann könne wieder „ganz normal“ Sport getrieben werden. Eine besondere Belastung des Körpers solle kurz nach der Impfung lieber vermieden werden, dazu zähle neben dem Alkoholkonsum auch die sportliche Aktivität.

Sollte ich auf das Astrazeneca-Vakzin verzichten, wenn innerhalb meiner Familie in der Vergangenheit Thrombose-Erkrankungen aufgetreten sind?

Dr. Knapp verneint. Er sagt: „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Das (ohnehin geringe) Risiko, nach einer Astrazeneca-Impfung eine Thrombose zu entwickeln, steige nicht, wenn es in der eigenen Familie eine „Thrombose-Neigung“ gebe. „Es sind zwei separate Vorgänge“, sagt der Hausarzt aus Ickern – und fügt hinzu: „Wer die erste Impfung übrigens ohne Probleme hinter sich bringt, der wird auch die zweite Impfung aller Voraussicht nach ohne Probleme verpacken.“

Kann ich mich impfen lassen, wenn ich Allergiker bin?

„Allergische Neigungen“, sagt Dr. Knapp, „haben keinen Einfluss auf die Impfung. Da besteht keine Gefahr.“ Wer also unter Heuschnupfen oder anderen Unverträglichkeiten leide, könne sich bedenkenlos impfen lassen. Etwas anders verhält es sich bei Anaphylaxie-Patienten. Wer auf bestimmte Reize mit schweren akuten allergischen Symptomen reagiert, sollte seinen Hausarzt kontaktieren – und mit diesem eine mögliche Impfung besprechen.

mit RND-Material

Über den Autor
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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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