Arbeitslosenquote sinkt stark - Jobcenter musste Statistik prüfen

Arbeitsmarktzahlen

Erfreuliches hat die Bundesagentur für Arbeit aus dem April berichtet. Es gab einen Quantensprung bei der Arbeitslosenquote. Das liegt aber nicht nur am starken Arbeitsmarkt.

Castrop-Rauxel

, 01.05.2019, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Arbeitslosenquote sinkt stark - Jobcenter musste Statistik prüfen

Über sinkende Zahlen in der Arbeitslosigkeit freut sich Stefan Bunse Leiter Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Castrop-Rauxel. Im April 2019 gab es aber eine Besonderheit zu erklären. © Tobias Weckenbrock

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im April auf 2872 Personen verringert. Das sind 302 Personen weniger als noch im März 2019 und 682 als im April 2018. Die Gesamtquote der Arbeitslosen in Castrop-Rauxel sinkt damit auf 7,4 Prozent (8,1 Prozent im März).

Es gebe viele stabile Betriebe in der Stadt, sagt Stefan Bunse, Leiter der Arbeitsagentur in Castrop-Rauxel, dazu im Gespräch mit der Redaktion. Es sei also keine Wunder, dass die Arbeitslosigkeit sinke. Allerdings: „Als ich diesen Quantensprung gesehen habe, war mir sofort klar, dass das nicht nur über die Lage am Arbeitsmarkt zu erklären ist“, so Bunse weiter.

280 Arbeitslose weniger?

Denn das Gros der Menschen, die nicht mehr als arbeitslos in der Statistik geführt werden kommen aus dem Bereich der SGB-II-Empfänger, also Hartz IV. In den Zahlen des Jobcenters steht es schwarz auf weiß: Die Zahl der Arbeitslosen hat allein hier im April um 280 Personen abgenommen.

Hintergrund ist eine neue Weisung des Bundesrechnungshofs. Hier hatte man statistische Unstimmigkeiten bei den Zahlen gefunden, die von den Jobcentern an die Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden.

Auch in Castrop-Rauxel und im Kreis Recklinghausen wurden diese Zahlen deshalb erneut überprüft und bei Unstimmigkeiten bereinigt, erklärt Wolfgang Limberg, Leiter des Jobcenters Castrop-Rauxel.

Viel Qualifizierung und ein neues Gesetz

Nun lösen 280 Menschen sich nicht einfach in Luft auf. Wenn sie also nicht mehr in der Hartz-IV-Statistik geführt werden, wo sind sie geblieben? Die Antwort darauf liefert, so Limberg weiter, das Teilhabechancengesetz, das im Januar 2019 in Kraft getreten ist.

Es ermöglicht dem Jobcenter, unter bestimmten Bedingungen, Langzeitarbeitslose in längerfristige Qualifizierungsmaßnahmen oder auch eine vom Jobcenter geförderte Arbeitsstelle zu übernehmen. Kurzum: Es stehen mehr Gelder zur Verfügung.

Hier sei die Zuordnung teilweise nicht ganz klar gewesen. „Das ist jetzt korrigiert worden“, so Thomas König, Pressesprecher des Jobcenters.

„Konjunktur ist stabil“

Am Ende „sollte das aber nicht den Blick verstellen, dass wir tatsächlich eine stabile Konjunktur haben“, sagt Stefan Bunse. Die Frühjahrsbelebung sei in vollem Gange und bei einem Bewerbertag einer großen Gastrokette in Castrop-Rauxel in zwei Wochen erhoffe man sich viele weitere Menschen in Arbeit bringen zu können.

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