Angst vor Corona: Senioren vermeiden notwendige Krankenhausaufenthalte

Coronavirus

Ältere Patienten wollen nicht ins Krankenhaus gehen, weil sie Corona fürchten. Das beobachtet Chefarzt Holger Gespers am EvK. Seine Botschaft: „Hier ist ein sicherer Raum für gefährdete Menschen.“

Castrop-Rauxel

, 18.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Team der Altersmedizin (v.l.): Claudia Lauren (Leitung Pflege der Station 11 und der Tagesklinik), Oberärztin Maria Roussou, Oberarzt Ahmad Al Ali, Maria Prediger (Liaisonkraft) und Chefarzt Dr. Holger Gespers.

Das Team der Altersmedizin (v.l.): Claudia Lauren (Leitung Pflege der Station 11 und der Tagesklinik), Oberärztin Maria Roussou, Oberarzt Ahmad Al Ali, Maria Prediger (Liaisonkraft) und Chefarzt Dr. Holger Gespers. © EvK Castrop-Rauxel

Viele ältere Menschen bleiben aktuell lieber zu Hause, auch wenn es ihnen schlecht geht. Bei einem Krankenhausaufenthalt fürchten sie eine Ansteckung mit dem Coronavirus. Die Geriatrie am Evangelischen Krankenhaus (EvK) Castrop-Rauxel geht offensiv mit diesen Ängsten um.

„Wir dürfen uns nicht durch die Angst vor Corona lähmen lassen, sondern müssen alles dafür tun, um sichere Bedingungen für die Versorgung unserer Patienten zu schaffen“, sagt Dr. Holger Gespers. Er ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Altersmedizin am EvK und trägt die Verantwortung für den Bereich Geriatrie.

Ihm bereitet es Sorgen, dass ältere Patienten und ihre Angehörigen Angst vor einem stationären Aufenthalt haben. „Dabei ist es gerade für ältere Patienten wichtig, dass akute gesundheitliche Probleme nicht missachtet werden und sich auch kognitive Beeinträchtigungen nicht noch weiter verstärken“, warnt der Mediziner.

Im Krankenhaus werden feste Corona-Regeln eingehalten

Alle Patienten, die stationär in der Geriatrie aufgenommen werden, sind negativ auf Corona getestet worden. Das ist ebenso Teil der festen Corona-Regeln des EvK wie die Einhaltung der Maskenpflicht und strenge Hygienevorgaben. So wird nicht wie sonst in einem gemeinsamem Raum gegessen. „Trotzdem ist es dem Team möglich, menschlichen Kontakt zu den Patienten aufzubauen und eine gute medizinische Versorgung zu bieten“, informiert das EvK in einer Pressemitteilung.

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„Das gelingt uns auch unter Einhaltung der Maskenpflicht“, betont der Chefarzt. Eine persönliche Verbindung lasse sich ebenfalls in den therapeutischen Gruppen herstellen, die unter Beachtung der Abstandsregeln zusammentreffen. Gerade für kognitiv beeinträchtigte Menschen ist die Gruppenarbeit ein wichtiger Faktor: Je größer die soziale Isolation, desto ausgeprägter die Zunahme depressiver Tendenzen.

Besuch von Angehörigen ist wichtig

Wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Geriatrie ist die Einbeziehung der Angehörigen. Groß ist die Sorge vieler Familienangehörigen, den älteren Patienten durch Corona zu infizieren, sodass manchmal kein persönlicher Kontakt stattfindet. Hier will die Geriatrie Aufklärungsarbeit leisten. Auch im Krankenhaus sind Besuche möglich: ein Besucher pro Tag pro Patient – nach Terminvergabe, Registrierung und unter Einhaltung der Corona-Regeln.

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„Für die gesamte Ev. Krankenhausgemeinschaft gilt ein umfangreiches Hygienekonzept, das stets den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts angepasst wird“, betont Holger Gespers. Das gelte auch nach dem stationären Aufenthalt. Als Teil des EVR-Netzwerks Geriatrie wird mit den Kooperationspartnern abgesprochen, wie unter Einhaltung der Corona-Regeln eine Weiterversorgung aussehen kann.

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