IckStones: Darum liegen jetzt auch in Castrop-Rauxel angemalte Steine in der Gegend herum

dzAngemalte Steine

Familie Schmidt hat eine Idee aus dem Urlaub mitgebracht und auf den Namen „IckStones“ getauft. Anderswo ist das Fieber schon ausgebrochen: Steine bemalen und glücklich werden.

Ickern

, 01.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alles fing damit an, dass der achtjährige Fynn im Hafen von Eckernförde einen Stein gefunden hat. Das war kein normaler Stein, sondern ein angemalter. Auf der Rückseite war das Facebook-Symbol mit dem Vermerk „EckStones“. Nach kurzer Facebook-Recherche fand Papa David Schmidt heraus, dass es in Eckernförde viele dieser Steine geben müsste. Wer einen findet, macht ein Foto, stellt es in die entsprechende Facebook-Gruppe und kann den Stein dann behalten oder neu verstecken. So können die Steine-Künstler den Weg ihrer Steine verfolgen.

Fynn und sein kleiner Bruder Noah (3) waren sofort Feuer und Flamme. „Die Kinder wollten den ganzen Urlaub auf Schatzsuche gehen“, erinnert sich Schmidt. Und die beiden waren erfolgreich. Kurze Zeit später fand der dreijährige Noah einen grün angemalten Stein mit Gesicht. Auf Spielplätzen, Findlingen und Baumstämmen - plötzlich tauchten die Schätze überall auf und fanden so auch ihren Weg nach Ickern.

IckStones: Darum liegen jetzt auch in Castrop-Rauxel angemalte Steine in der Gegend herum

Die Kinder Fynn (l.) und Noah gingen im Urlaub in Eckernförde auf Schatzsuche und die ganze Familie war mit dem "Steinfieber" infiziert. © Schmidt

„Wir wollten die Idee importieren und haben zu Hause die Gruppe IckStones gegründet“, erklärt David Schmidt (38), der für seine ganze Familie ein neues Hobby gefunden hat. Mit Acrylstiften und Klarlack bemalten die Kinder 15 Steine und versteckten sie in Ickern.

Die Regeln sind simpel: Wer mag, bemalt einen oder auch mehrere Steine. Wichtig ist, sie mit Klarlack zu fixieren, damit der Regen die Farbe nicht abwäscht. Wackelaugen und Pfeifenputzer sind ungünstig, weil die unter Umständen als Müll in der Natur landen.

Verstecke sollten nicht zu schwierig sein

Am besten steht auf der Rückseite ein Hinweis auf die Facebook-Gruppe, zum Beispiel „FB IckStones“. Dann wird ein Foto des Steins gepostet und der wieder neu versteckt. „Am besten an öffentlichen Orte“, erklärt Schmidt. Nicht gerade bei anderen Leuten im Vorgarten, es solle sich ja niemand gestört fühlen.

Die Verstecke sollten auch nicht zu schwierig zu finden sein, weil das Spiel vor allem für Kinder gedacht sei. Wobei Erwachsene auch gerne mitspielen könnten. Schmidt: „Wer einen Stein findet, kann ihn für eine Weile behalten und dann neu verstecken. Bitte wieder mit Foto in die Gruppe.“

Wenn man sich nicht von seinem Fund trennen kann, dürfe man ihn also gerne behalten. Auch dann sei es nett, ein Foto zu posten, damit der Künstler weiß, was aus seinem Stein geworden ist. Schmidt: „Es wäre aber super, wenn dann ein neuer Stein bemalt und hinterlegt würde.“

Gruppe hat schon über 120 Mitglieder

David Schmidt hat die Ickerner Steine-Gruppe erst am 19. August gegründet und offenbar ins Schwarze getroffen. Am Donnerstag, 29. August, hatte sie schon über 120 Mitglieder. Steine in Gestalt von Mäusen, Elefanten, Marienkäfern, Blumen und vielen weiteren Motiven und Sprüchen wurden in Ickern, aber auch in anderen Stadtteilen ausgesetzt und zum Teil auch schon gefunden.

Wer kein Facebook-Mitglied ist, kann natürlich auch mitmachen und Steine verstecken oder suchen. Dann kann der Künstler den Weg derselben zwar nicht verfolgen, die Freude für die Verstecker und Finder ist jedoch dieselbe.

Kinder gehen mit offenen Augen durch die Natur

„Letztendlich geht es darum, Spaß zu haben und den Kindern eine Freude zu bereiten“, erklärt David Schmidt. Positiver Nebeneffekt: Die Kinder gehen gerne raus und laufen mit offenen Augen durch die Natur. Da findet sich noch viel mehr als angemalte Steine. „Wenn jetzt die Schule wieder anfängt, finden sie vielleicht auch welche auf dem Schulweg“, so Schmidt, der schon oft beobachtet hat, wie die Schätze den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Trend

Steine in anderen Städten und Ländern

  • Die Idee der Aktion stammt wahrscheinlich aus den USA, dort gibt es die „Painted Rocks“.
  • Der Trend der bemalten Steine schwappt so langsam durch das ganze Land. So gibt es diverse Facebook-Gruppen, in denen sich über dieses Hobby ausgetauscht wird.
  • Unter anderem gehören dazu die „EckStones“, die „Pottsteine“, die „Küstensteine“ mit 19.000 Mitgliedern, „HatSteine“ aus Hattingen und „Selm Rocks“.
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