Auf Castrop-Rauxels Straßen ist bei gefrierender Glätte und starken Schneefällen derzeit besondere Vorsicht angesagt. © Christian Püls
Tipps vom Experten

Anfahren im 2. Gang: Fahrlehrer geben Tipps fürs Autofahren bei Schnee

Schnee und Eis haben auch Castrop-Rauxel seit dem Wochenende fest im Griff. Aber wie kommt man da mit dem Auto vorwärts, wenn es auf den Straßen wetterbedingt eigentlich nicht voran geht?

Der extreme Wintereinbruch kam am Wochenende nicht gänzlich unerwartet über Nordrhein-Westfalen. Und dennoch: Aufgrund eisglatter Straßen und anhaltender Schneefälle blieb das Verkehrschaos nicht aus. Auch in Castrop-Rauxel ist der Öffentliche Nahverkehr zeitweise zum Erliegen gekommen, wenn auch am Dienstag zumindest die Vestische wieder fahren möchte.

Wenn Busse und Bahnen nicht mehr fahren, ist das Auto erste Wahl, um bei Wind und Wetter zum Ziel zu gelangen. Aber es will gut überlegt sein, ob man sich wirklich bei der gegenwärtigen Wetterlage hinters Steuer setzen will.

„Das was Autofahrer aktuell tun sollten, ist in erster Linie erst einmal zu Hause bleiben, das Auto einfach stehen lassen“, rät Fahrlehrer Karsten Stuckmann von der Castrop-Rauxeler Fahrschule Lappenschmiede.

Kennzeichen richtig freischaufeln

Wenn das aber partout nicht gehe, weil wichtige Termine anstehen oder Besorgungen zu machen sind, dann müsse der Pkw in diesen Tagen erst richtig von Schnee und Eis befreit werden.

„Beim Freischaufeln des Autos sollte man sehr gründlich sein. Kennzeichen und Beleuchtung sollten komplett vom Schnee befreit werden. Um zugefrorene Türen zu öffnen, kann man warmes Wasser benutzen. Und auf jeden Fall sollte man die Scheibenwischanlage auf Vereisungen hin überprüfen“, erklärt Stuckmann.

Denn wenn mit Streugranulat durchsetzter Schneematsch auf die Windschutzscheibe spritze, könne es ansonsten laut Stuckmann schnell zu Sichtbehinderungen kommen.

Fußmatten-Trick ist nutzlos

Wurde das Fahrzeug auf Schnee geparkt, dann ist ein Ausparken mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht so einfach wie sonst. Der Fahrlehrer empfiehlt, im zweiten Gang anzufahren, zurückhaltend Gas zu geben, um ein Durchdrehen der Räder zu verhindern.

Habe sich der Wagen festgefahren, so helfe Besonnenheit und Geduld laut Stuckmann mehr als das Unterlegen von Fußmatten unter die Reifen. „Das einzige, was passiert ist, dass die Matten dann wegrutschen, wenn man Gas gibt“, sagt Stuckmann.

Auch wenn er ebenfalls empfiehlt, bei dem klirrendkalten Winterwetter das Auto am Besten stehen zu lassen, findet Fahrschullehrer Hans Titoff hingegen die Witterung ideal, um seinen Fahrschülern in der Praxis zu demonstrieren, wie sie in Extremsituation den Wagen zu beherrschen haben.

Vorsicht beim Anfahren geboten

„Besondere Vorsicht ist geboten beim Anfahren am Berg und auf hügeligen Strecken, weil das Auto aufgrund der Glätte auch nach hinten wegrutschen kann, wenn es nicht optimal bereift ist“, erklärt Titoff.

Wettersituationen wie im Moment verlangten Autofahrern viel an Können ab, so der Fahrlehrer. Gerade in Kurven wirkten bei Schnee und Eis ganz andere Fliehkräfte auf Autos. Viele Autofahrer unterschätzten dies.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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