An der Emscher (von links oben nach rechts unten verlaufend) soll auf dem Grünland das Neubaugebiet entstehen. Die alte Eiche, um die lange gerungen wurde, bleibt erhalten. © Jens Lukas
Am Emscherufer

Alte Eiche: Baugebiet hat jetzt auch Auswirkung auf anderen Stadtteil

Das Baugebiet rund um die alte Eiche nimmt auf Plänen Formen an. Jetzt gibt es neue Details und eine öffentliche Auslegung. Auch ein weiterer Ortsteil spielt eine Rolle dabei.

Amtsmühlen mahlen bekanntlich manchmal sehr langsam, und bei der Aufstellung eines so sensiblen Bebauungsplanes, wie es der an der Heerstraße wegen des Kampfes um den Erhalt der berühmt-berüchtigten alten Eiche geworden ist, will die Bürokratie besonders gründlich vorgehen.

Und so hat sich nach außen in den vergangenen Monaten rund um das Baugebiet, das als Planbereich „Am Emscherufer“ firmiert und die Nummer 256H trägt, nicht viel getan. Der Investor Torsten Velhorst vom Flächen- und Projektentwickler Dreigrund wartet auf das Signal der Stadt, dass er loslegen kann.

Im Vergleich zur bisherigen Planung soll der korrigierte Bebauungsplan „Am Emscherufer“ jetzt den Erhalt der rund 250 Jahre alten Stieleiche in seiner Mitte „dauerhaft sichern“, so steht es im Aufstellungsbeschluss.

Die Eiche soll demnach „in einer ausreichend großen Grünfläche ihren Platz finden. Infolgedessen wurden der Verlauf der Erschließungsstraße und die Bauflächen in diesem Bereich dem neuen Konzept angepasst“, so hieß es in einem Amtsblatt der Stadt im September.

Ökologisches Ausgleichsgebiet in Bladenhorst

Nun, zwei Monate später, gibt es ein neues Amtsblatt, in dem wiederum Neuigkeiten zum Baugebiet zu finden sind, die deutlich machen, wie akribisch derzeit an der Abarbeitung aller offenen Fragen gearbeitet wird.

Inzwischen ist das Konzept zum Baugebiet „Am Emscherufer“ nämlich weiterentwickelt worden. „Nunmehr“, so ist da zu lesen, „sollen die für die Wohnbauentwicklung an der Heerstraße erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen auf Flächen in der Gemarkung Bladenhorst umgesetzt werden“,

Auf diesen Flächen soll es Ausgleichsmaßnahmen für das Baugebiet an der Heerstraße geben.
Auf diesen Flächen soll es Ausgleichsmaßnahmen für das Baugebiet an der Heerstraße geben. © Stadt © Stadt

Die Teilflächen für Ausgleichsmaßnahmen liegen in Bladenhorst nördlich des Rhein-Herne-Kanals. Laut Stadtverwaltung handelt sich dabei um heute landwirtschaftlich genutzte Flächen nördlich angrenzend zu den Waldflächen Vorderdicken und Hinterdicken. Das ist im Bereich der alten Ziegelei an der Straße Westring. Die Flächen liegen beiderseits der Straße.

Auf diesen Teilflächen ist es laut Amtsblatt beabsichtigt, „eine ökologische Aufwertung durch die Entwicklung eines Waldrandes mit Krautsaum, durch die Anpflanzung von Gehölzen und das Anlegen artenreicher extensiver Grünlandwirtschaftsflächen vorzunehmen“.

250.000 Euro kostet das in etwa. Dass es überhaupt im Stadtgebiet dazu kommt, war Ergebnis der Verhandlungen zwischen Stadtverwaltung (Bettina Lenort), BUND (Thomas Krämerkämper), dem Investor Torsten Velhorst und dem Bauausschuss-Vorsitzenden Dr. Oliver Lind Anfang des Jahres. Vorher war immer die Rede von einem Ausgleich in den Lippeauen.

Öffentliche Auslegung ab 27. November

Die jüngsten Planungen werden noch einmal öffentlich ausgelegt, um damit dem sogenannten „Planungssicherstellungsgesetzes“ des Bundes genüge zu tun. Die Pläne sind vom 27. November bis zum 8. Januar 2021 auf der Internetseite der Stadt einsehbar und können im oberen Foyer des Ratssaals im Rathaus eingesehen werden.

Wann im kommenden Jahr rund um die Eiche sich sichtbar etwas tun wird, ist nach wie vor unklar. Velhorst vom Investor Dreigrund Development hatte dazu auf Nachfrage unserer Redaktion zuletzt auf das behördliche Verfahren verwiesen und gesagt, er könne und wolle da nicht vorgreifen. Die Zahl der Interessenten an Baugrundstücken direkt südlich der Emscher soll jedenfalls nach wie vor sehr groß sein.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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