Alte Blumenhof-Ruine verschandelt die Stadt-Einfahrt von Herne aus

dzGammelhäuser

Auf drei weitere städtebauliche Schandflecken haben uns Leser hingewiesen. Unter anderem geht es um den alten Blumenhof Herker, der 2013 für 200.000 Euro zwangsversteigert wurde.

Castrop-Rauxel

, 21.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gammelhäuser und -grundstücke verschandeln das Stadtbild. Nachdem unsere Redaktion die ersten Gammelhäuser der Stadt aufgelistet hatte, kommen von unseren Lesern immer mehr Hinweise auf weitere leer stehende und vor sich hin rottende oder von der Natur überwucherte Häuser, Firmengelände und Grundstücke hinzu.

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Karsten Hoch, der zwar aus Dortmund-Nette kommt, aber immer wieder in Castrop-Rauxel zu tun hat, wies uns auf ein altes Firmengelände hin. Er schreibt: „Auf der Herner Straße, direkt an der Stadtgrenze zu Herne, gibt es dieses ehemalige Gartencenter, dessen Gewächshäuser immer mehr verfallen. Da die Dächer der Gewächshäuser zerstört sind, gedeiht es augenscheinlich schon wieder sehr gut in den Häusern.“

Gelände wurde 2013 für nur 200.000 Euro versteigert

Und tatsächlich ist das Firmengelände des einst florierenden Blumenhofs (vormals Herker) keine Zierde für die Stadt als Eingangstor von Herne aus.

Im Jahr 2013, so zeigt der Blick in unser Archiv, war das Gelände für ganze 200.000 Euro am Amtsgericht Castrop-Rauxel unter den Hammer gekommen, also zwangsversteigert worden.

Ausgeschlachtete Autos, überwuchertes Pflaster, kaputte Dächer: Das Gelände an der Herner Straße ist ein echter Schandfleck.

Ausgeschlachtete Autos, überwuchertes Pflaster, kaputte Dächer: Das Gelände an der Herner Straße ist ein echter Schandfleck. © Thomas Schroeter

Der zuletzt nach einem großen Brand 2010 angesetzte Verkaufswert des 2,4 Hektar großen Grundstücks mit diversen Nebengebäuden war zuvor bereits auf 788.000 Euro heruntergesetzt worden, hatte zuvor einmal bei 1,235 Millionen Euro gelegen.

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Neuer Eigentümer, so hieß es 2013, sei der Castroper Geschäftsmann Ali Omeirat, hinter dem angeblich allerdings unbekannte Investoren aus dem arabischen Raum stehen sollten. Passiert ist dort seitdem offensichtlich nichts.

Brandruinengrundstück an der Widumer Straße

An der Widumer Straße ist es seit Jahren genauso. Ein Anwohner der Altstadt wies uns auf das merklich zuwuchernde Grundstück hin, wo früher die City-Pizzeria zu Hause war. Am 30. Mai 2017 war im Treppenhaus im Obergeschoss des Hauses ein Brand ausgebrochen. Nach dem Feuer war schnell klar: Es war Brandstiftung. Das Haus stand zur Zeit des Brandes leer, auch die City-Pizzeria hatte wenige Monate zuvor das Geschäft im Erdgeschoss geräumt.

Hier an der Widumer Straße war 2017 ein Haus abgebrannt. Seitdem liegt das Grundstück brach.

Hier an der Widumer Straße war 2017 ein Haus abgebrannt. Seitdem liegt das Grundstück brach. © Reiner Fuest

Ende 2018/Anfang 2019 war die Brandruine abgerissen worden. Danach sollte dort neu gebaut werden. Das war der erklärte Wunsch der Familie Papachristos. Mehr wollte die Gastronomenfamilie, die in Waltrop auch das Papachristos unweit des Schiffshebewerks betreibt, damals nicht verraten.

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Bisher ist auf dem Grundstück nichts passiert, wie Fotos zeigen, wuchert dort stattdessen kräftig das Unkraut. Mit den Abrissresten an der Fassade des benachbarten Hauses, in dem das Il Carciofo zu Hause ist, erinnert das Grundstück nicht nur den Altstadt-Anwohner, der uns erneut auf die Immobilie aufmerksam machte, eher an ein „Ruinengrundstücke in der unmittelbaren Nachkriegszeit“.

Schandfleck an der Wartburgstraße

Keinen schönen Anblick schickte uns auch unser Leser Friedhelm Markus zu. An der Wartburgstraße im Norden der Stadt, unmittelbar südlich der Emscher, hat er ein ehemaliges Wohn- und Geschäftshaus fotografiert, das dem Verfall preisgegeben ist.

Dieses Gebäude liegt an der Wartburgstraße gegenüber von Reifen Stiebling und macht einen sehr verwahrlosten Eindruck.

Dieses Gebäude liegt an der Wartburgstraße gegenüber von Reifen Stiebling und macht einen sehr verwahrlosten Eindruck. © Friedhelm Markus

Hier war früher einmal die „Futterrampe“ zu Hause, die vor Jahren schon nach einem Umzug nach Henrichenburg als „Ihr LandMarkt - das grüne Warenhaus“ an der Industriestraße 8 ansässig ist. Wo die Futterrampe wegen akutem Platzmangel damals im Jahr 2018 ausgezogen war, präsentiert sich dem Betrachter genau gegenüber von Reifen Stiebling nun ein weiterer städtebaulicher Schandfleck.

Gammel-Hinweise

  • Kennen Sie auch leer stehende Gammelimmmobilien in Castrop-Rauxel? Dann schicken Sie uns doch bitte eine Mail mit solchen Schandflecken in ihrem Umfeld.
  • Bitte nennen Sie Straße und Hausnummer des Gammelhauses, schreiben dazu, was Sie zum Objekt wissen, fügen Sie ein Foto bei und schicken das Paket per Mail an thomas.schroeter@lensingmedia.de.
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