Ärger um "Tanz in den Mai"-Party auf Hof Sanders

Genehmigung fehlt

Über Jahre hat sich die "Tanz in den Mai"-Party auf dem Hof Sanders zu einer regelrechten Kultveranstaltung in Castrop-Rauxel entwickelt. Doch in diesem Jahr wird es keine Party geben. Und das liegt nicht am Veranstalter. Sondern an einem merkwürdigen Streit mit der Stadt.

HENRICHENBURG

, 12.04.2017, 05:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ärger um "Tanz in den Mai"-Party auf Hof Sanders

Der Hof Sanders in Henrichenburg: Der Tanz in den Mai kann hier 2017 nicht stattfinden. Die Stadt erteilte keine Genehmigung.

Die Nachricht wird seit Tagen im Sozialen Netzwerk Facebook diskutiert. Viele User sind traurig, am 30. April nicht wie gewohnt auf Hof Sanders in den Mai tanzen zu können. Doch nicht Landwirt Lutz Sanders, auf dessen Hof die Party bislang stattfand, ist dafür verantwortlich. Er wollte auch in diesem Jahr feiern, durfte aber nicht.

Fehlende Parkplätze sind der Grund für die Absage

„Wir haben mündlich bei der Stadt nachgefragt und sofort die Antwort erhalten, dass wir keine Genehmigung bekommen werden“, sagt Lutz Sanders auf Anfrage unserer Redaktion. Die Stadt begründet das mit fehlenden Parkplätzen.

In den vergangenen Jahren hatte die Stadt diesen Zustand geduldet – doch mit diesem Wohlwollen scheint es nun vorbei zu sein. „Da in den vergangenen Jahren gemeinsam an einer Lösung der Parkplatzsituation gearbeitet wurde, die sich bekanntlich im vergangenen Jahr zerschlagen hat, hatte die Stadt dies in der Vergangenheit geduldet“, so Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi schriftlich auf unsere Anfrage.

Die Stadt wollte auf dem Gelände Pendlerparkplätze bauen

Hängt das Ganze also mit dem geplanten Pendlerparkplatz und dem geplatzten Vorvertrag aus dem Jahr 2014 zwischen Lutz Sanders und der Stadt zusammen? Die Stadt bestätigt das indirekt. „Es wird dort in absehbarer Zeit keine Stellplatzlösung geben, da könnten wir das nicht weiter dulden, mit dem Argument, dass eine Lösung in Arbeit ist“, so Fulgenzi auf Nachfrage.

Kein Pendlerparkplatz auf dem Grundstück von Lutz Sanders, also auch keine Mai-Party, könne man knapp zusammenfassen. Doch nicht nur für die potenziellen Partygäste, auch für Landwirt Lutz Sanders selbst ist das Aus der Party ein großes Ärgernis. „Natürlich bedeutet das auch Einbußen für uns“, sagt Sanders im Gespräch mit unserer Zeitung.

"Es liegt nicht an uns, sondern ganz klar an der Stadt"

Die fehlenden Parkplätze als Grund anzugeben, kann er nicht nachvollziehen. „Tanz in den Mai haben hier eh nie mehr als zehn Autos geparkt“, so Sanders. Außerdem habe er eine abgemähte Rasenfläche als Parkplatz zur Verfügung stellen wollen. Doch auch das lehnte die Stadt ab. „Weil Autos Öl verlieren könnten und es dort keinen Ölabscheider gebe, könne die Stadt das nicht genehmigen“, sagt Sanders.

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Eine kleine Alternative bietet Haus Hölter ab 19 Uhr. „Bei uns passen aber nur 250 Leute rein“, sagt Frank Philipp. Und das Wetter sollte auch mitspielen, denn das Ganze soll eine Open-Air-Veranstaltung werden. Karten gibt es im Vorverkauf im Haus Hölter.

Eine Entscheidung der Stadt zu Lutz Sanders steht aber noch aus. Denn zumindest das Spargelfest soll wie gewohnt am 30. April und 1. Mai stattfinden. „Der gemütliche Teil bleibt“, sagt Sanders dazu. Er hofft, dass es im nächsten Jahr eine Lösung und dann auch wieder eine „Tanz in den Mai“-Party geben wird.

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