Achim Reichels Zeitreise durch 50 Jahre Musikgeschichte

Konzert in Stadthalle

Rock´n Roll, die Sehnsucht nach dem Meer und eine Hommage an Deutschlands größte Dichter - mit diesen drei Hauptzutaten zog Achim Reichel seine Zuhörer am Dienstag Abend in der Stadthalle in seinen Bann.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 03.11.2010, 14:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Achim Reichel - heute und Ende der 50er Jahre (r.) auf der Leinwand.

Achim Reichel - heute und Ende der 50er Jahre (r.) auf der Leinwand.

„Solo mit Euch“ heißt die aktuelle Tournee, die in der ersten Stunde allerdings eher „Solo für Achim“ heißen müsste, denn zunächst führt der coole Norddeutsche einen etwas wortlastigen Monolog. Da er, so Reichel, für eine Autobiografie „viel zu hibbelig“ sei, habe er sich wie Kollege Ray Davies von den Kinks dazu entschlossen, lieber „Erzählkonzerte“ zu geben, in denen er seinen Lebenslauf per Powerpoint-Show illustriert und mit der dazu gehörigen Musik garniert. Die kam zunächst nur sporadisch zum Einsatz. Auf der Akustik-Gitarre intonierte Reichel dazu die Klassiker „Sie hieß Mary Ann“, ein Song, der ihn in den 50er Jahren zum Musik-Junkie machte sowie „Come on and sing“ und „Moscow“, die Ohrwürmer der Rattles und der Kunstband „Wonderland“, die bereits nach kurzer Zeit 1970 auseinander brach.

Nach der ersten Storyteller-Phase betraten anschließend mit dem Geiger Pete Sage und dem Akkordeonisten Berry Sarluis zwei virtuose Musiker die mit zahlreichen Devotionalien wie einem alten Röhrenradio oder ehemaliger Bühnengarderobe Reichels verzierte Bühne und spielten chronologisch die weiteren Karrierehöhepunkte des Hamburgers nach.  Vom lauten Shanty-Rock über die Vertonungen bekannter Klassiker- und Romantiker-Texte – Goethe, Heine, Fontane, Eichendorf, Morgenstern – über die Vertonungen von Gegenwartslyrik eines Jörg Fauser oder Kiev Stingl, die ihm unerwartet Hit-Erfolge wie „Der Spieler“ oder „Steaks und Bier und Zigaretten“ einbrachten.  Klar, dass in dieser Reihe als absoluter Höhepunkt das „Aloha Heja He“ nicht fehlen durfte. An dieser Stelle erhielt das „Solo für Euch“ dann auch seine Berechtigung. Ein kleines lautstark gefordertes Dankeschön mit „Tut so gut“ und „Leben leben“ rundete den Abend gegen 23.30 Uhr ab.

Lesen Sie jetzt