49-Jähriger verkauft hochwertige Fernseher auf einem Rastplatz an der A42 bei Bladenhorst

dzGericht

Schwunghafter Handel auf einem Rastplatz: Im Winter wechselten an der A42 bei Bladenhorst 14 Fernseher ihren Besitzer. Von der Laderampe eines Lkw. Der Fahrer stand nun vor Gericht.

Castrop-Rauxel

, 12.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Panasonic, LG, Samsung: hochwertige Produkte und entsprechend teuer, zumindest im Laden. Doch auf einem Rastplatz wechselten 14 Fernsehgeräte für die Hälfte des üblichen Preises den Besitzer. Bis die Gaunerei auffiel.

Von der Laderampe seines Lkw verscherbelte der 49-jährige Angeklagte die Elektronik an interessierte Fahrer anderer Lastwagen. Wie sich im Laufe der Verhandlung zeigte, hatte er zuvor selbst auf diese Weise einen neuen Fernseher erworben.

Angeblich waren es Retouren

„Ich bin von einem Bekannten angesprochen worden, ob ich ihm helfen kann“, sagte er vor dem Amtsgericht in Castrop-Rauxel aus. „Jetzt tut mir der Scheiß leid.“ Doch der Bekannte habe versichert, dass es sich um abgeschriebene Retouren handele.

Dieser Bekannte, dem er aus einer angeblichen Insolvenz helfen wollte, arbeitete zu dieser Zeit im Lager eines Elektronikmarktes. Hatte Zugriff auf die teure Ware, die keineswegs Rückläufer waren, aber keine Chance, das Diebesgut an den Mann zu bringen.

Fernseher in schwarze Folie verpackt

So kam es zum Deal mit dem Fahrer eines Paketwagens, der fast täglich den Castrop-Rauxeler Markt belieferte. In schwarze Folie verpackt, karrte der ehemalige Mitarbeiter die Ware zu dessen Lkw. Und hielt später die Hand auf. Der bestohlene Markt macht einen Verlust von 30.400 Euro geltend.

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Der 22-Jährige, der bereits vom Dortmunder Schöffengericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, behauptete im Zeugenstand, den Gewinn zu gleichen Summen aufgeteilt zu haben. „6400 Euro waren seine Hälfte“, sagte er aus.

Doch der 49-Jährige will lediglich einmal 100 Euro erhalten haben. „Wenn er seine Schulden abbezahlt hätte, sollte ich mehr bekommen“, erklärte er. Während hier einer dem anderen den schwarzen Peter zuschob, gab es zum Verbleib der vier Nintendo-Konsolen nebst 20 Spielen exakte Auskunft. Ursprünglich als Diebesgut mit in der Anklage aufgeführt, berichtete der 22-Jährige, diese Dinge gestohlen, aber über Ebay vekauft zu haben.

Hausverbot im Elektronikmarkt

Das konnte er gefahrlos zugeben, weil er bereits rechtskräftig verurteilt wurde. Seine Gaunereien waren Kollegen aufgefallen, als er im Januar drei teure Fernsehgeräte stahl, die gerade erst ins Lager geliefert worden waren.

Während der 22-Jährige inzwischen einen neuen Job in einer anderen Firma hat, sieht es um die Arbeit des Angeklagten nicht rosig aus.

Das Hausverbot beim Elektronikmarkt, dem Hauptkunden des Paketdienstes, missfällt natürlich seinem Arbeitgeber, er befürchtet einen Rausschmiss. Keine guten Voraussetzungen, um die Geldstrafe über 2700 Euro abzustottern. Und als wäre das nicht Strafe genug, hat sich auch die Ehefrau des Angeklagten von ihm getrennt.

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