93-Jähriger demoliert bei einem Unfall fünf Autos und verletzt zwei Frauen

dzVerkehrsunfall

Jahrzehnte war er unfallfrei gefahren, dann gab es das das Fiasko. Gleich fünf Autos wurden bei einem Fahrmanöver beschädigt, zwei Frauen verletzt. Der Verursacher ist 93 Jahre alt.

Castrop-Rauxel

, 19.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den 15. Februar wird er nie vergessen. Da war der inzwischen 93-Jährige mit seinem Audi unterwegs. Es war gegen halb sieben abends, also bereits dunkel. Er war schon fast daheim, als das Unglück seinen Lauf nahm.

Erst rammte der Fahrer zwei Autos, die vor ihm standen. Er wollte zurücksetzen, beschleunigte im Rückwärtsgang allerdings so stark, dass er nicht nur auch noch das Auto hinter sich erfasste, sondern diesen Wagen noch auf zwei weitere Autos schob.

Blechschaden an fünf Autos, den eigenen nicht mitgezählt. Schlimmer noch, die beiden Frauen, die im ersten Wagen hinter dem Unfallfahrer am Steuer und auf dem Beifahrersitz saßen, wurden bei dem Unfall verletzt. Die Fahrerin schlug mit ihrem Kopf auf das Lenkrad, trug eine Verletzung davon. Und auch ihre Begleiterin erlitt Blessuren.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht

Wegen des Personenschadens, der fahrlässigen Körperverletzung, landete die Karambolage jetzt vor dem Strafrichter am Amtsgericht. In der Anzeige hieß es: Der Fahrer hat sich als ungeeignet zum Führen von Fahrzeugen erwiesen. Das wollte der Senior gar nicht gern hören. Vehement bestritt er die Unterstellung, dass er bei diesem Fahrmanöver die Bremse mit dem Gaspedal verwechselt haben könnte. Tatsächlich war er bis dahin unfallfrei und ohne Punkte in Flensburg durch sein Autofahrerleben gekommen.

Angeklagter gibt Führerschein freiwillig zurück

Klar war dagegen, dass er wohl besser nicht mehr hinter dem Steuer Platz nehmen sollte. Das hatte ihm sein Anwalt wohl auch vor der Verhandlung in Gesprächen eindringlich klar gemacht. Zugegeben ein schwerer Schritt, der nicht wieder zurückgenommen werden kann, ist der Beschluss einmal dokumentiert. Doch dann sagte der Senior gefasst: „Ich höre auf.“

Der Richter formulierte es konkret für die Akten, diktierte, dass der Verzicht auf die Fahrerlaubnis unwiderruflich ist. Der Senior nickte, sein Anwalt war erleichtert.

Verhandlung wegen Geringfügigkeit eingestellt

Die „Belohnung“ für diese Entscheidung, den Führerschein freiwillig abzugeben, folgte umgehend. In Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft entschied der Strafrichter, die Verhandlung wegen Geringfügigkeit einzustellen, kein Urteil zu fällen, keine Strafe zu verhängen.

Der Angeklagte konnte der Situation auch etwas Gutes abgewinnen. „Ich ärgere mich nicht, ich glaube, Taxifahren ist billiger“, meinte er abschließend. Und er kann immer noch sagen, dass es ein freiwilliger Entschluss gewesen ist.

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