An der Pallasstraße in Dorf Rauxel: liegt die Wohnanlage Oberste Vöhde. Hier gibt es zurzeit kein warmes Wasser aus den Leitungen, weil eine Pumpe kurz vorm Jahresende versagte. © Tobias Weckenbrock
Mieter verärgert

150 Haushalte in Wohnanlage haben wochenlang nur kaltes Wasser

Über 150 Haushalte in der Siedlung Oberste Vöhde in Dorf Rauxel sind aufgrund eines Defekts der Heizanlage seit dem 27. Dezember ohne warmes Wasser. Mieter sind verzweifelt und sauer.

Manuela Secka ist stocksauer, entschuldigt sich dafür, dass mitunter auch Menschen von ihr angeblafft werden, die einfach gerade nur zur falschen Zeit am falschen Ort seien, wie sie sagt. Die Wut, die Secka im Bauch hat, die hätte sie gerade erst an einer Mitarbeiterin des Berliner Call Centers der Immobilienfirma Grand City Property abgelassen.

„Natürlich muss ich mich entschuldigen dafür, denn die Frau, die am Telefon sitzt, kann persönlich sicher nichts dafür, was wir hier in der Wohnanlage erleben“, sagt Manuela Secka. Sie meint die Oberste Vöhde in Dorf Rauxel.

Wasser wird auf dem Herd erhitzt

Über 150 Familien leben in den Häusern, die vom Immobilienunternehmen Grand City Property vermarktet und betreut werden. Alle haben derzeit ein gewaltiges Problem: Seit dem 27. Dezember ist die Heizungsanlage defekt, die dafür verantwortlich ist, dass warmes Wasser aus Duschen und Wasserhähnen der fließt. Über eine Woche müsse sie Wasser in Töpfen auf Herdplatten erwärmen, wenn jemand aus dem Haushalt sich waschen wolle, schildert Manuela Secka die Misere.

„Ich wünsche mir sehnlichst, dass ich mal wieder vernünftig duschen kann“, sagt sie. Warum kein warmes Wasser aus den Leitungen kommt, habe sie in den vergangenen Tagen durch Nachbarn erfahren: „Von der Grand City Property kam kein Brief und auch sonst nichts. Und wenn man mal in den Call Centern von denen jemanden erreicht, dann herrscht da Ahnungslosigkeit. Man wird vertröstet und abgespeist.“ Sie habe sich längst auf Wohnungssuche begeben, denn „die asozialen Verhältnisse hier sind langsam nicht mehr zu ertragen“.

Zahlreiche Mängel und eine Rattenplage

In zwei Jahren als Mieterin seien zahlreiche Mängel aufgetreten, die nicht oder spät behoben worden seien. Dann eine Rattenplage im Sommer. Dass in den Häusern schon lange die Unzufriedenheit der Mieter anschwellt, bestätigt Iris Siebenpfeiffer. Die Mieterin berichtet auch von schlechten Erfahrungen mit der Immobiliengesellschaft.

„Ich hatte Probleme mit dem undichten Dach des Hauses, es tropfte bei Regen in meinen Flur. Bis das behoben worden war, dauerte es ein Jahr“, erzählt sie. Wegen der defekten Heizung habe sie mehrfach versucht, die Vermieterin zu kontaktieren. Wirklich weitergeholfen habe ihr bisher niemand.

„Erst hieß es, das Thermostat sei kaputt. Jetzt aber behauptet man, die Pumpe wäre defekt und man könne ein notwendiges Ersatzteil für die Reparatur nicht mehr bekommen“, so Iris Siebenpfeiffer.

Techniker brachten Pumpe kurz wieder ans Laufen

Gegenüber unserer Redaktion antwortet die Immobilienfirma wenige Stunden nach unserer Anfrage. „Wir sind gleich nach Bekanntwerden der Störung am 27.12. aktiv geworden und haben unmittelbar Sofortmaßnahmen getroffen. Eine von uns beauftragte Fachfirma hat die Pumpe noch am selben Tag wieder erfolgreich zum Laufen gebracht“, erklärt Sprecherin Katrin Petersen.

Am 29.12. sei die Pumpe dann allerdings irreparabel ausgefallen. „Ein neues Gerät wurde sofort bestellt, jedoch gibt es Corona-bedingt verlängerte Lieferzeiten“, so Petersen weiter. Die Heizung funktioniere, aber es gebe eben kein Warmwasser. Sie verspricht: „Wir arbeiten mit höchster Priorität daran und gehen davon aus, dass die Pumpe bis zum 15.1. getauscht sein wird.“

Über viele Kanäle stets erreichbar

Die Mitarbeiter im Service Center stünden in ständigem Austausch mit Mietern und Mitarbeitern vor Ort. Die hätten persönlichen Kontakt mit den Bewohnern oder Mietersprechern und informierten regelmäßig über den aktuellen Stand. Parallel würden die Mieter über Aushänge informiert. Man sei über diverse telefonische und Internet-Kanäle rund um die Uhr erreichbar, so Petersen.

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Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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