Impfzentrum weist 100 Menschen ab, weil sie keinen Termin haben

Coronavirus

Bis 10 Uhr mussten am Freitag bereits knapp 100 Menschen am Impfzentrum Recklinghausen abgewiesen werden, die alle keinen Termin hatten. Für den Andrang gibt es nur eine Erklärung.

Kreis Recklinghausen

, 26.03.2021, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Egal welche Altersgruppe oder spezielle Personengruppe: geimpft wird nur mit einem Termin.

Egal welche Altersgruppe oder spezielle Personengruppe: geimpft wird nur mit einem Termin. © Gutzeit

Ohne vorherige Terminvereinbarung ist keine Impfung möglich. Darauf weist der Kreis Recklinghausen ausdrücklich hin. Anlass ist der Andrang am Impfzentrum in Recklinghausen. Alleine bis 10 Uhr kamen am Freitag (26.3.) fast 100 Menschen zum Impfzentrum. Sie alle hatten keinen Termin und konnten deshalb nicht geimpft und mussten nach Hause geschickt werden. Die meisten waren unter 80 Jahre alt.

Kreis-Sprecherin Lena Heimers sagt auf Anfrage, dass ein solcher Andrang neu ist. Was der Grund ist, kann sie nur vermuten. Am Donnerstag (25.3.) hatte der Kreis bekanntgegeben, dass Personen auch unter 80 Jahren aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation eine hohe Priorität auf eine Corona-Schutzimpfung haben können.

Dazu gehören Menschen, die an einer chronischen Krankheit leiden, beispielsweise Nieren- oder Lungenerkrankungen, aber auch Transplantierte oder Menschen mit Trisomie 21. Schon am Donnerstag seien auf die Meldung hin viele Menschen spontan zum Impfzentrum gefahren. Auch sie vergeblich.

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„Die Nachricht muss sich über die Sozialen Netzwerke verbreitet haben“, sagt Lena Heimers. Und dass wahrscheinlich ohne die Information, dass man sich anmelden muss. Die Anmeldung sollte am besten per E-Mail erfolgen. Denn auch telefonisch gab es am Freitag einen Ansturm.

Systemabsturz wegen Überlastung bei der Hotline des Kreises

„Unsere Hotline ist voll besetzt, in den ersten 50 Minuten heute Morgen hatten wir aber bereits 2500 Anrufe“, berichtet Patrick Hund, Leiter des Impfzentrums, am Freitag. In der Höchstphase seien über 300 Leute in der Warteschleife gewesen, was das System zum Absturz gebracht habe. „Wenn Sie eine E-Mail schicken, werden wir Sie sobald es geht zurückrufen. Wir bitten aber auch dort um Verständnis, dass dies einige Zeit dauern kann. Nur heute bis 10 Uhr sind über 900 neue E-Mails eingegangen.“

Personen, die chronisch krank sind und von ihrem Arzt ein Attest bekommen haben, dass die Zugehörigkeit zu §3 Absatz 2 bescheinigt, melden sich am besten per E-Mail mit dem Betreff „Terminierung §3“ unter Angabe der Telefonnummer an prioimpfung@kreis-re.de. Alternativ ist eine Terminvereinbarung per Telefon unter Tel. (02361) 9709060 möglich.

Neuer Erlass

  • Die neue Regelung für die Personen mit Vorerkrankungen gilt laut Erlass zunächst bis zum 6. April. Dann soll die Versorgung in der niedergelassenen Ärzteschaft beginnen.
  • Gleichzeitig soll ab 6. April landesweit die Terminvereinbarung für Personen, die 70 bis 79 Jahre alt sind, über die Terminbuchungssysteme der Kassenärztlichen Vereinigungen (www.116117.de sowie telefonisch über die Rufnummer 116 117) freigeschaltet wird.
  • Termine für Personen über 80 Jahren können aktuell weiter über die 0800 116 117 vereinbart werden.
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