Zur Reha wieder in die Schweiz

DORTMUND Mittwochnachmittag: Während die Mannschaft des BVB zum ersten Training schreitet, schaut er traurig auf den Rasen des Signal Iduna Parks. Stürmer Alexander Frei steht knapp einen Monat nach seiner schweren Verletzung aus dem EM-Eröffnungsspiel Schweiz gegen Tschechien in der Coaching-Zone des Hexenkessels und blickt zu seinen Mitspielern.

von Von Christian Gerards

, 02.07.2008, 19:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alexander Frei betrachtet seine Mitspieler bei der ersten offiziellen Trainingseinheit im Signal Iduna Park.

Alexander Frei betrachtet seine Mitspieler bei der ersten offiziellen Trainingseinheit im Signal Iduna Park.

„Ich wollte zeigen, dass ich zur Mannschaft gehöre, weil ich die nächsten drei, vier Wochen nicht anwesend sein werde“, sagt Frei leise und auf Krücken gestützt. Nach der Begrüßung durch Stadionsprecher Norbert Dickel prasselt donnernder Applaus der knapp 9000 Zuschauer des ersten offiziellen Trainings auf ihn herab.

Am nächsten Dienstag wird er sich in seine Schweizer Heimat zur Rehabilitation begeben und erst wieder zum Team stoßen, wenn „ich zwei Drittel des Trainings bestreiten kann“. So sei das mit dem Verein abgesprochen.

Keine Nerven lassen

Die wichtigste Aussage fällt fast beiläufig: Dem Knie gehe es viel, viel besser. Frei taxiert sein Comeback auf Mitte bis Ende August. Das soll jetzt sein Schweizer Physiotherapeut möglich machen, der für ihn rund um die Uhr zur Verfügung steht. „Das hat nichts mit Qualität zu tun, er begleitet mich schon meine ganze Karriere“, sagt Frei.

In den nächsten Wochen möchte der Schweizer Kapitän, der schon die komplette Hinserie der vergangenen Saison verletzungsbedingt pausieren musste, vor allem alleine sein, schließlich sei so eine Verletzung (Innenbandteilabriss im linken Knie) auch ein mentales Problem. „Ich will nicht das Gefühl haben, die anderen zu stören. Zudem möchte ich den Kollegen nicht zugucken, denn das geht an die Nerven“, äußert der 28-Jährige und macht Anstalten, in den Spielertunnel zu entschwinden – die Hitze im Stadion ist längst erdrückend, 33 Grad Celsius.

Doch vorher blickt Frei noch einmal besorgt in die Zukunft. „Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen, dann ist vieles möglich“, sagt er und appelliert damit an seine Mitspieler. Was er nicht sagt: In der vergangenen Spielzeit haperte es gerade in diesem Bereich mächtig ...

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