"Zum Anstoß packe ich das Handy auch mal weg"

Die Frau hinter Buzz09

Buzz09 ist der neue BVB-Dauermelder fürs Smartphone. Doch die News in der App kommen nicht von einem Computer oder einem Algorithmus: BVB-Fans sorgen für den steten Strom an schwarzgelben Neuigkeiten. Fans wie Sandra Goldschmidt. Wie sie dazu kam und was ihre liebsten Stadion-Lieder sind, lesen Sie hier.

Dortmund

, 21.08.2015, 16:40 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sandra Goldschmidt fährt den Computer hoch, schaltet gleich vier Monitore ein. Klick, klick, klick, öffnet sie die Browserfenster, vier an der Zahl. Zwei zeigen das Redaktionssystem für Buzz09, ein weiterer alle wichtigen Sport-Nachrichtenseiten, auf dem vierten erscheinen Instagram, Facebook und Twitter. Sofort leuchtet es schwarzgelb aus allen Fenstern, alle News, Spieler-Selfies und Gerüchte rund um Borussia Dortmund. Der Buzz09-Arbeitstag beginnt.

Treibende Kraft hinter dem täglichen Nachrichtenstrom in Buzz09 ist Sandra Goldschmidt - unterstützt von einem inzwischen fünfköpfigen Team. Doch die 33-Jährige lebt nicht nur acht Arbeitsstunden am Tag mit dem BVB. Ihr Herzensverein begleitet sie jeden Tag vollkommen.

Aufgewachsen in Duisburg

Fan sei sie, solange sie denken kann, sagt sie. Und dass, obwohl sie in Duisburg fast 60 Kilometer von Dortmund entfernt geboren und aufgewachsen ist und noch immer dort lebt. "Mein Opa war schon BVB-Fan. Er hat schon meinen Vater ins Stadion mitgenommen", sagt Sandra. 

Mit elf Jahren besuchte sie das erste Mal das Stadion. Doch als erstes prägendes Erlebnis ist ihr in der Saison 1994/95 Das Spiel in Köln in Erinnerung geblieben: "Mein Vater hat mich da das erste Mal zu einem Auswärtsspiel mitgenommen." Und dann gewinnt die Borussia 6:1 gegen den 1. FC Köln. Mit Tor Nummer 6 festigt Flemming Povlsen in ihrem Herzen den Status als Lieblingsspieler.

Englische Fan-Nachrichten auf Twitter

Doch beruflich oder nachrichtlich hatte der BVB nichts mit Sandras Leben zu tun. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestelltin. Die Kanzlei, die sie ausbildete, übernahm sie anschließend. Doch nur für sich BVB-Fan sein konnte sie auch nicht: Vor einigen Jahren, als Twitter bekannter wurde, begann sie, Nachrichten rund um den BVB zu twittern. Auf Englisch. "Das hatte bis dahin kaum jemand gemacht", sagt die 33-Jährige. 

Schnell versammelte sie auf dem Kurznachrichtendienst eine große Anhängerschaft, die all ihre englischsprachigen BVB-Nachrichten wissbegierig verfolgen. Heute folgen ihr mehr als 20.000 Menschen bei Twitter. Quasi ehrenamtlich versorgte sie Borussia-Fans in aller Welt mit Neuigkeiten. Auch vom Stadion aus: "Zum Anstoß packe das Handy dann auch mal weg", sagt sie.

Wechsel nach 15 Jahren

Bis nach 15 Jahren in einer Rechtsanwaltskanzlei eine Twitter-Nachricht aus dem Medienhaus Lensing eintrudelte mit der Frage, ob sie sich vorstellen könnte, BVB-Nachrichten hauptberuflich zu schreiben. "Als man mir das Konzept von Buzz09 erklärt hatte, musste ich nicht lange überlegen", sagt sie. Seit dem Start am 10. August versorgen sie und ihr Team die BVB-Fans über Buzz09 mit allen Nachrichten rund um Borussia Dortmund.

Mit ihrer neuen Arbeit sei sie sehr zufrieden, sagt sie. Schließlich habe sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. "Und es ist gut, dass unsere Arbeit so gut angenommen wird. Das Feedback ist unglaublich."  

Sandra Goldschmidts Fußball-Liebe in kurzen Fragen:

Lieblingsspieler beim BVB?

Früher Flemming Povlsen ("so ein kämpferischer Stürmer"), dann Lars Ricken ("so jung und dann das 3:1 gegen La Coruna 1994"), inzwischen Jonas Hofmann ("von der Ausleihe an Mainz bin ich wenig begeistert").

Liebste Hobbys, wenn kein Fußball läuft?

"Ich mache gern Sport, reise gern: zum Trainingslager, Fahrten zu Auslandsspielen, etwa nach Spanien, oder zu Freunden nach England. Wobei - auch da geht es eigentlich auch immer um Fußball."

Erste Aktion beim Stadionbesuch?

"Zuerst einmal muss ich mir noch was zu essen und zu trinken holen, Verpflegung für das Spiel. Wir sind meist schon direkt da, wenn das Station öffnet, also so zwei- zweieinhalb Stunden vor Anstoß. Ich möchte einfach alles mitbekommen."

Prägendstes Erlebnis abgesehen vom ersten Auswärtsspiel?

"Das hängt zusammen mit dem Spiel gegen La Coruna (Achtelfinale Europa League, 6. Dezember 1994, Endstand 3:1 für Dortmund, Anm. d. Red.). Ich konnte nicht mit ins Stadion, weil ich krank war. Da machte Lars Ricken noch das 3:1, er war zu der Zeit schon einer meiner liebsten Spieler. Das war traurig. Doch das Spiel gegen Malaga habe ich dann im Stadion gesehen. Das war mein La Coruna."

Aktuelles Lieblingslied im Stadion?

"Zurzeit 'Es war Liebe auf den ersten Blick', ansonsten ist 'You'll never walk alone' natürlich auch immer wieder toll, auch wenn es nicht allein zu Borussia Dortmund gehört."

 

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