Zeitfenster und Masken: Wie BVB-Fans wieder zurück ins Stadion dürfen

dzBorussia Dortmund

Der BVB wertet einen DFL-Leitfaden aus, um die Rückkehr von Fans ins Stadion zu ermöglichen. Schon jetzt ist klar: Auf die Anhänger von Borussia Dortmund kommen einige Veränderungen zu.

Dortmund

, 26.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

BVB-Fans im Signal Iduna Park – zur neuen Saison kann das wieder möglich werden. Das Erlebnis eines Spiels von Borussia Dortmund wird aber definitiv neu sein. Denn auf die Fans warten einige Veränderungen.

Fans im Stadion: BVB muss sich an DFL-Leitfaden orientieren

Er nennt sich Leitfaden, kommt mit seinen 41 Seiten voller Maßnahmen, Berechnungen und Erklärungen jedoch eher einem dicken Leit-Tau gleich. Die Deutsche Fußball Liga macht mit der Detaildichte ihres „Leitfadens für die Konzepterstellung zwecks Wiederzulassung von Stadionbesuchern“ deutlich, wie ernst sie dieses sensible Thema angeht. Es gehe um eine verantwortungsvolle Rückkehr“ von Fans zu Bundesligaspielen, betont die DFL, konkret um eine Weiterentwicklung des Hygiene- und Sicherheitskonzeptes, das es ermöglicht hatte, die Saison 2019/20 trotz der Corona-Pandemie dank Geisterspielen geordnet zu Ende zu bringen.

Zur neuen Spielzeit wollen sich die Bundesligaklubs aus der Deckung wagen, und dank umfassender Planung zumindest teilweise wieder Zuschauer in die Stadien lassen. Für Borussia Dortmund bedeutet dieser Schritt eine besondere Herausforderung, verfügt der BVB doch über das größte Stadion im deutschen Profifußball und mit 55.000 über die meisten Dauerkarten-Besitzer.

BVB-Fans im Stadion: DFL-Leitfaden und Abstimmung mit örtlichen Gesundheitsbehörden

Jeder Klub für sich muss jetzt bis zum Start der neuen Spielzeit basierend auf seinen lokalen Gegebenheiten den mitunter komplizierten DFL-Leitfaden umsetzen. Und das mit den örtlichen Gesundheitsbehörden abstimmen. Die Borussia-Verantwortlichen stehen noch am Anfang des Puzzles und ihrer Kapazitätsberechnungen, und können deshalb noch nicht exakt ermitteln, wie viele Zuschauer sie zu Heimspielen ab September in den Signal Iduna Park lassen dürfen.

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Doch schon jetzt ist klar, was auf die Fans, die eine Karte in Dortmund erhalten, zukommen wird: Ticket-Käufer werden wie derzeit bei einem Restaurantbesuch ihre persönlichen Daten beim BVB hinterlegen müssen, um im Infektionsfall eines anderen Fans im Tribünenblock kontaktiert werden zu können. Jeder Zuschauer wird einen Mund- und Nasenschutz im Stadion tragen müssen. Um Menschentrauben oder Staus zu verhindern, empfiehlt die DFL in ihrem Leitfaden, blockweise Zeitfenster für den Stadioneinlass und für den Auslass festzulegen. Das heißt: Womöglich sitzt ein Fan zu einem BVB-Spiel schon eine Stunde vor dem Anpfiff auf seinem Platz und auch eine Stunde nach dem Abpfiff noch.

BVB muss Catering anpassen: Bratwurst-Lieferservice?

Die Borussia muss vor diesem Hintergrund unter Umständen ihr Rahmenprogramm im Stadion ausdehnen. Auch das Catering für die Besucher muss angepasst werden. Um Warteschlangen an den Kiosken zu vermeiden, denkt der BVB auf Anraten der DFL über eine Lieferung von Bier und Bratwurst an den Sitzplatz nach – denn nur noch dort darf im Stadion verzehrt werden. Die Angebotspalette an Speisen und Getränken wird gekürzt, um eine schnelle Verteilung sicherzustellen.

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Zudem dürfen sich Fans im Stadion nur in ihrer festgelegten Zone aufhalten, um möglichst wenige Begegnungen mit anderen Stadionbesuchern zu garantieren. Je nach der errechneten Zuschauer-Kapazität für Dortmund wird es dann auf den Tribünen ein neues Platz-System für die Corona-Zeit geben, in dem entweder ganze Reihen vor und hinter belegten Sitzen oder einzelne Sitze rund um den Platz eines Besuchers oder einer Kleingruppe freibleiben. Sitze neben Treppen, Wegen oder Durchgängen bleiben prinzipiell frei. Ob die Südtribüne bestuhlt wird oder für die Stehplätze ein eigenes Konzept samt Abstandsmessung erstellt wird, ist noch offen.

BVB erarbeitet Stadion-Strategie zusammen mit Fanvertretern

Der BVB erarbeitet seine Stadion-Strategie in enger Abstimmung mit Fanvertretern, auch im Hinblick auf die sensible Verteilung von Tickets. Aus gutem Grund: 55.000 Dauerkarteninhaber weist die Borussia aus, alleine diese Zahl wird die zulässige Zuschauerkapazität in Dortmund zur neuen Saison klar übersteigen. Die DFL empfiehlt dem BVB und den anderen Klubs in ihrem Leitfaden sogar, stufenweise zu planen. Also zu den ersten Spielen weniger Fans als erlaubt einzulassen, um zu prüfen, ob alle Maßnahmen greifen – und erst im Erfolgsfalle die Kapazität auszuweiten.

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