Horrorabend für Borussia Dortmund in München: Das Bundesliga-Topspiel endet für die Schwarzgelben in einem 0:5-Desaster. Zagadou ist komplett von der Rolle, Bürki kann einem leidtun. Die Einzelkritik.

München

, 06.04.2019, 20:37 Uhr / Lesedauer: 3 min

Roman Bürki: Der Schweizer konnte einem nur leidtun. Der BVB-Torhüter musste gefühlt mehr Bälle aus dem Tor holen, als der eine oder andere BVB-Spieler an Ballkontakten vorzuweisen hatte. Trotzdem war Bürki noch bester Borusse - und verhinderte, so komisch das klingen mag, ein noch schlimmeres Ergebnis. Bei den Gegentoren gab es nichts zu halten. Note: 2,5

Lukasz Piszczek: Der Vize-Kapitän kehrte nach zweimonatiger Verletzungspause zurück in den Kader und direkt in die Startelf. Der Pole konnte nicht bei 100 Prozent sein - und das sah man auf dem Platz dann auch sehr deutlich. Coman stellte ihn immer wieder vor unlösbare Probleme. Viel schlimmer kann ein Comeback nicht laufen - und nach 69 Minuten war es vorzeitig beendet. Note: 5,5


Manuel Akanji: Der BVB-Abwehrchef bekam wie seine Kollegen überhaupt keinen Zugriff auf die Bayern-Offensive. Vor dem 0:1 hatte er Hummels nichts entgegenzusetzen, vor dem 0:4 verlor er Gnabry aus den Augen und ließ den Nationalspieler ungehindert einköpfen. In der zweiten Hälfte wurde es besser, was freilich auch daran lag, dass die Bayern den Fuß vom Gaspedal nahmen. Note: 5,0


Dan-Axel Zagadou: Nach fünf Minuten hatte der junge Franzose noch Glück, dass sein Leichtsinnspass von den Bayern nicht konsequent bestraft wurde, nach 17 Minuten aber konnte Lewandowski fast nicht anders, als zum 2:0 für den Rekordmeister zu treffen. Zagadou spielte dem ehemaligen BVB-Stürmer den Ball mustergültig in die Füße. Ein Pass wie eine Geisterbahnfahrt. Danach klappte beim 19-Jährigen nichts mehr. Zur Pause wurde er erlöst. Note: 6,0

Abdou Diallo: Die Wade hielt, das war die einzige gute Nachricht an diesem Samstagabend. Diallo spielte hinten links. Schon nach zwei Minuten stellte er gegen Lewandowski im Strafraum den Körper rein. Es war gerade noch so im Rahmen des Erlaubten, spielte am Ende aber auch keine Rolle mehr. Gnabry machte mit ihm, was er wollte. Note: 5,5


Axel Witsel: Der Mittelfeldchef bekam keinerlei Struktur ins BVB-Spiel. Der Taktgeber geriet selbst völlig aus dem Takt. Der Belgier spielte vor der Abwehr, hatte der Wucht der Bayern-Offensive aber nichts entgegenzusetzen. Als der BVB unterging, ging Witsel mit unter. Note: 5,0


Thomas Delaney: Zwischendurch schlug er mal voller Frust mit der flachen Hand auf den Rasen in der Allianz Arena. Man hätte sich durchaus gewünscht, dass er im Spielgeschehen auch mal so entschlossen dazwischenhaut. Allein die Körpersprache seiner Mitspieler muss den Fußball-Arbeiter beim BVB eigentlich schon zur Weißglut gebracht haben. Kurz vor der Halbzeit köpfte er übers Tor - und schlug schon wieder voller Frust auf den Rasen. Note: 5,0


Jadon Sancho: Der junge Engländer fand in diesem Topspiel nicht statt. All seine Stärken, die dem BVB in dieser Saison schon so viel Torgefahr beschert haben, suchte man in München vergeblich. Sancho war bei Alaba komplett abgemeldet, wirkte aber auch nicht so entschlossen und unbekümmert wie gewohnt. Wenn er mal den Ball hatte, traf er meistens die falsche Entscheidung. Note: 5,5


Mahmoud Dahoud: Seine Nominierung in der Startelf war die größte Überraschung auf dem Spielberichtsbogen - und für einen kurzen Augenblick war tatsächlich die Chance da, dass der Plan mit Dahoud aufgeht. Der Mittelfeldspieler hatte die einzige gute BVB-Chance des ersten Durchgangs, schoss den Ball nach sechs Minuten völlig freistehend aber an die falsche Seite des Pfostens. Hätte, hätte, Fahrradkette. Nach gut einer Stunde machte er Platz für Götze. Note: 5,5


Jacob Bruun Larsen: Leitete mit einem beherzten Doppelpass mit Reus die Chance von Dahoud ein. Man hätte sich mehr solcher Aktionen gewünscht, aber sie fanden nicht statt. Vor dem 0:3 ließ er Müller bei einer simplen Freistoßvariante der Bayern einfach laufen. Konnte Guerreiro nicht gleichwertig ersetzen. Note: 5,0

Marco Reus: Die Rückkehr aus der Baby-Pause wurde für den frisch gebackenen Papa zum Albtraum. Die Chance von Dahoud legte er perfekt auf (6. Minute), ansonsten lief er sich vorne die Hacken wund, hatte in der vordersten Linie deutlich weniger Bindung ans Spiel als auf der Zehnerposition und musste aus dem Sturmzentrum hilflos mit ansehen, wie der der BVB in der Abwehr Schiffsbruch erlitt. Sein Frustfoul nach 79 Minuten sprach Bände. Das erste Fußballspiel, das sein kleines Töchterchen zu sehen bekam, dürfte im Hause Reus für unruhige Nächte sorgen. Note: 4,5


Julian Weigl: Kam zu Beginn der zweiten Hälfte für Zagadou und spielte neben Akanji in der Innenverteidigung. Profitierte davon, dass die Bayern das Ergebnis über weite Strecken des zweiten Durchgangs nur verwalteten. Rettete einmal in höchster Not gegen Lewandowski (83.). Note: 4,0


Mario Götze: Nach 62 Minuten betrat er den Rasen an seiner alten Wirkungsstätte. Das Spiel war da längst gelaufen. Warum er nicht von Beginn an gespielt hatte, verstand er vermutlich selbst auch nicht so wirklich nach zuletzt vielen guten Auftritten. ohne Note


Marius Wolf: Ersetzte Piszczek nach 79 Minuten hinten rechts. Es gibt schönere Aufgaben. ohne Note

Lesen Sie jetzt